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Der Maschsee

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Der Maschsee ist ein 2,4 km langer und 180 bis 530 m breiter, künstlich geschaffener See in Hannover. Er ist das größte Gewässer in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Der See, der zahlreiche Wassersportarten ermöglicht, ist ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Der Name des Sees leitet sich von der sogenannten Leinemasch oder einfach Masch ab. Dies ist die historische Flurbezeichnung für das Gebiet, in dem der See angelegt wurde. Es ist ein tiefer gelegenes Überschwemmungsgebiet der Leine. Die Entstehung des Begriffs Masch steht im Zusammenhang mit dem Landschaftstyp der Marsch.

Im breiten Flusstal der Leine nahe Hannover einen See zu schaffen, wurde schon im späten 19. Jahrhundert erwogen. Dies bot sich an im Zusammenhang mit der notwendig gewordenen Eindeichung von Leine und Ihme, die nach der Schneeschmelze im Harz regelmäßig zu Frühjahrs-Überschwemmungen in der Stadt führten. Das Entscheidende des Seeprojektes war dessen Verbindung mit der Leine- und Ihme-Regulierung. Dadurch ließ sich die Hochwassergefahr reduzieren und das Leinetal besser nutzen. Im Laufe der Jahrzehnte gab es mehrere, sehr unterschiedliche Entwürfe: Kleine Lösungen und große, die den Schützenplatz als Insel im See vorsahen. Im September 1925 beauftragte der neu gewählte Oberbürgermeister Arthur Menge den Wasserbauingenieur und Professor der Technischen Hochschule Hannover Otto Franzius, gemeinsam mit dem Stadtbauamt ein Projekt über den Bau eines Maschsees auszuarbeiten. Franzius zeichnete für den wasserbaulichen und wasserwirtschaftlichen Teil verantwortlich, das Stadtbauamt unter der Leitung von Karl Elkart für den städtebaulichen. Im Januar 1926 bewilligte der Magistrat der Stadt 14.000 Mark, um Dichtungsversuche zu unternehmen. Diese waren notwendig, weil das Projekt erstmalig den Gedanken aufbrachte, den See nicht in die Masch einzugraben und von der durchfließenden Leine zu speisen. Vielmehr sollte der Maschsee schüsselartig auf die Masch und damit über den Pegel der Leine gebaut und durch ein Pumpwerk gespeist werden. Dies löste auch die Problematik einer drohenden Verschlammung durch im Flusswasser mitgetragene Schwebstoffe. Damit schuf Otto Franzius letztlich den Entwurf, der sich als tragfähig und finanzierbar erwies.

Dennoch dauerte es noch rund acht Jahre, bis Anfang der 1930er Jahre drei starke Gründe für die Schaffung eines künstlichen Sees in der Leinemasch sprachen und die Arbeiten aufgenommen wurden.

Für Fußgänger ist der in relativer Innenstadtnähe gelegene Maschsee ein willkommenes Naherholungsgebiet. Einmal im Jahr im Sommer findet rund um den See das mehrwöchige Maschseefest statt, das inzwischen jährlich rund 2 Millionen Besucher anzieht. Geboten werden dabei Kleinkunst, Gastronomie, Musikdarbietungen sowie Feuerwerke.

Auf dem See findet im Sommer Fahrgastschifffahrt mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen statt, am Ufer wird Gastronomie betrieben. Rund um den Maschsee sind zahlreiche Vereine für Wassersportarten (vor allem Rudern und Segeln) beheimatet. Im Verlauf des Jahres finden auf dem Gewässer diverse Wettbewerbe statt, allen voran das alljährliche Europäische Drachenbootrennen.

Von 1952 bis 1989 fanden auf dem See regelmäßig Motorbootrennen statt. In dieser Zeit wurde vier Mal ein Weltmeistertitel vergeben, fünf Rennen zählten zur Weltmeisterschaftsserie der 2-Liter-Klasse und zehn Mal wurde ein Europameister gekrönt.

Wenn die Eisdicke des Sees im Winter 13 cm beträgt, gibt die Stadtverwaltung durch Hissen der städtischen Fahne am Nordufer den See offiziell zum Betreten frei. Bei stabiler Kaltwetterlage wird am Seerand als Eisparty ein Gastronomie- und Kulturangebot veranstaltet. Der See wird in dieser Zeit von mehreren 10.000 Besuchern pro Tag aufgesucht, unter anderem zum Schlittschuhlaufen und Eishockeyspielen. In den letzten Jahren wurde 2006 und 2009 der See zum Betreten freigegeben. Eissegeln ist wegen des dichten Betriebs nicht möglich.

Bemerkenswerte Kunstobjekte sind am Nordrand des Sees die 6 m hohe rote Stahlplastik Hellebardier von Alexander Calder (1972) und die Bronzeplastik des olympischen Fackelträgers auf einer 18,5 m hohen Steinsäule sowie Putto auf dem Fisch, beide von Hermann Scheuernstuhl (1936). Weitere Skulpturen am Ostufer sind das Menschenpaar von Georg Kolbe (1939) und zwei von Arno Breker 1938 geschaffene Löwen-Skulpturen an der so genannten Löwenbastion. 1948 kam eine weitere Skulptur dazu; der Schwimmer von Erich Haberland.



windsack Hans Gerhardt von der Segelschule Maschsee Nord: Die Hauptwindrichtung ist West bis Süd. Der Wind ist von der Großwetterlage abhängig und beeinflusst durch geografische Gegebenheiten: Abdeckungen, Winddreher, Düsenwirkungen (Engstelle in der Mitte des Sees). Thermische Winde gibt es nicht.


Weblinks:
Der Maschsee in Wikipedia
Webcam Maschsee
Medien in der Kategorie Maschsee
Hannoverscher Yacht-Club e.V.
Der Maschsee, interessante Seite!

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Lage Maschsee Lage Maschsee  (Bild: NordNordWest / Bearbeitung Walter) Großbild klick!
Übersicht Maschsee Übersicht Maschsee (Bild: Fuchs1978)  Großbild klick!
Maschsee mit Rathaus von Hannover Maschsee mit Rathaus von Hannover
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Info-Tafel Maschsee Info-Tafel Maschsee
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Das Maschseefest Das Maschseefest (Bild: Christoph Reuter)  Großbild klick!
Die Löwenbastion von Arno Breker Die Löwenbastion von Arno Breker (Bild: Ra Boe)  Großbild klick!