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Oberflächenwinde finden wir in Höhen bis zu 100 Meter. Diese werden sehr stark von der Oberflächenbeschaffenheit beeinflusst. Der Wind wird durch die Oberflächenrauhigkeit der Erde und durch Hindernisse gebremst. Bodennahe Winde weichen in der Richtung wegen der Erdrotation leicht von der geostrophischen Windrichtung ab. Die Nutzung der Windenergie hängt von den Oberflächenwinden ab!

Die Ora (ital. "Stunde") ist ein Südwind am Gardasee und im Gebirgstal der Etsch. Die Ora ist in der Regel etwas schwächer als der Nordwind Vento und erreicht meistens 4 bis 5 Windstärken. Am stärksten weht sie an der engsten Stelle des Gardasees (2,26km) etwa 3km südlich von Riva del Garda. Die Ora beginnt meistens gegen 12:00 Uhr und flaut am späten Nachmittag wieder ab.
Das Phänomen der Ora tritt eigentlich in allen Gebirgen weltweit auf: Bis zur Mittagszeit heizen sich die der Sonne zugewandten Gebirgswände auf, was Thermik verursacht. Diese erwärmte aufstrebende Luft saugt kältere Luftmassen in Richtung des Gebirgshauptkammes, was einen Wind gebirgseinwärts verursacht. Dieser ist besonders in engen Tälern spürbar.

Die Bedeutung des Begriffs Orkan kann als veraltet angesehen werden, da „Orkan“ heute im Deutschen in erster Linie nur noch eine Bezeichnung für die Windstärke und nicht mehr für tropische Wirbelstürme ist und in dieser Bedeutung durch die in jüngerer Zeit aus dem Englischen übernommene Form Hurrikan verdrängt worden ist.
Orkane entstehen in Mitteleuropa vor allem im Herbst und Winter, da in dieser Zeit die Temperaturunterschiede zwischen der Polarregion und dem Süden besonders groß sind. Wenn diese Luftmassen aufeinander treffen (Okklusion), entstehen sehr starke Stürme. Da sich in den letzten Jahren die Luftdruckwerte geändert haben, ziehen die Stürme auf einer nördlicheren Bahn als noch in der Vergangenheit über Europa. Daher kommt es auch zu vermehrt starken Stürmen in Deutschland. Als Orkan werden Winde mit Geschwindigkeiten von mindestens 32,7 m/s (117,7 km/h = 64 kn) bezeichnet. Auf der Beaufort-Skala werden Orkane mit der Stärke 12 klassifiziert.

In der Adria wird der Südwind auch als Ostro bezeichnet. Der Name wurde dabei anscheinend von dem Lateinischen Namen "Auster" (auch = Südwind) abgeleitet.

Als Osure wird ein stürmischer Nord- bis Nordostwind im Golf von Lion bezeichnet.

Der Passat ist ein mäßig starker und sehr beständiger Wind, der in tropischen Seegebieten bis zu etwa 23,5° geographischer Breite rund um den Erdball auftritt. Man unterscheidet hierbei zwei Passate mit unterschiedlichen Hauptwindrichtungen:
Nordost-Passat auf der Nordhalbkugel
Südost-Passat auf der Südhalbkugel
Die Richtung, aus der ein Wind weht, verleiht ihm den Namen. Der Nordost-Passat weht also aus nordöstlicher, der Südostpassat aus südöstlicher Richtung.
Ausführliche Info unter Der Passatwind in ESYS

Pelér (Vento) auch Súer oder Nordwind genannt: Er ist der König unter den Gardaseewinden, ein Schönwetterwind. Er ist kontinuierlich und gleichmäßig in den Monaten Juni, Juli, August und September. Er setzt zwischen Mitternacht und 3 Uhr morgens ein, (statistisch setzt er während der schönen Jahreszeit von 3 Nächten einmal um 24 Uhr ein) zuerst leicht auf dem nördlichen und mittleren Gardasee. dann mit dem Sonnenaufgang auf der gesamten Fläche. Charakteristisch für den Pelér sind drei große Wellen; die Höchste dieser drei ist die zweite (für Windsurfer zum Springen ideal) die von mehreren kleinen, meistens von 7 gefolgt werden. Die höchsten Wellen kann man südlich von Torri oder noch größere bei Toscolano beobachten. Am stärksten wird der Pelér meistens, sobald die ersten Sonnenstrahlen das Wasser am Westufer bestrahlen. Der Pelér dauert ca. 12 Stunden, wenn er etwas stärker ist als seine üblichen 4-5 Windstärken, dann hält er manchmal bis 14.00 oder sogar 15.00 Uhr an. Bringt er starke Wellen mit, wühlt er daß kalte Wasser aus den unteren Schichten auf und bringt es an die Wasseroberfläche. So passiert es, das auch bei starker Sonneneinstrahlung das Seewasser nicht mehr ausreichend aufgewärmt wird und die Ora nicht einsetzen kann. Am späten Nachmittag gibt es spiegelglattes Wasser und & starke Wasserströmung besonders in Ufernähe (von Brenzone, Malcesine und Navene). Am frühen Abend setzt dann wieder N-Wind ein.
Besonders gut ist es für den Nordwind, wenn in Deutschland schlechtes Wetter ist, dann kommt der Nordföhn hinzu und 6-7 bft sind kein Problem. Auch sehr hilfreich sind abendliche Gewitter, die die Luft in den Bergen abkühlt. Auch Schnee ist sehr hilfreich, je länger im Frühjahr der Schnee in den Dolomiten liegen bleibt, vor allem bis in die Täler, desto stärker kühlt die Luft ab und um so stärker wird der Vento.

Poyraz ist der Name des Nordostwindes in der Türkei. Er bestimmt weitgehend das Sommerklima am Schwarzen Meer. Da er am Bosporus und in den Dardanellen in die gleiche Richtung weht wie die Strömung, hat er für lange Zeit den Siedlern aus dem Mittelmeer den Zugang zum Schwarzen Meer unmöglich gemacht. Der Poyraz ist ein frischer bis stürmischer Wind und sorgt für Abkühlung in der heißen Sommerzeit. Aus diesem Grunde ist er beliebt.

Der Puelche ist eine lokaler Name für den Föhn der südchilenischen Anden und geht auf das Volk der Puelche-Indianer zurück.



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