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Nebel


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Unter Nebel versteht man in der Meteorologie fein verteilte Wassertröpfchen, die durch Kondensation der feuchten und gesättigten Luft entstanden sind. Erst bei einer Sichtweite von weniger als einem Kilometer wird von Nebel gesprochen. Sichtweiten von einem bis etwa vier Kilometern gelten als Dunst. Nebel wie Dunst unterscheiden sich von Wolken nur durch ihren Bodenkontakt, sind jedoch ansonsten nahezu identisch mit ihnen. Einen Nebel in räumlich sehr begrenzten Gebieten bezeichnet man als Nebelbank und einen Tag, an dem mindestens einmal ein Nebel aufgetreten ist, als Nebeltag.

Bei einer Sichtweite von 500 bis 1.000 Metern spricht man von einem leichten, bei 200 bis 500 Metern von einem mäßigen und bei unter 200 Metern von einem starken Nebel. Von Laien wird dabei meistens nur eine Sichtweite von unter 300 Metern auch als Nebel wahrgenommen.

Die räumliche Ausdehnung kann dabei stark schwanken, so kann ein Nebel eine horizontale Ausbreitung von wenigen hundert Metern, aber auch teilweise hunderten von Kilometern besitzen. Die Ausbreitung in der Vertikalen schwankt von einigen Dezimetern bis zu mehreren hundert Metern.

Der meiste Nebel entsteht im Winterhalbjahr in der Nähe von Gewässern, da in dieser Jahreszeit die Sonne tagsüber Wasser verdunstet, die Luft sich abends aber so stark abkühlt, dass das Wasser wieder kondensiert.

Die höchste Nebelhäufigkeit zeigt sich dabei besonders beim Zusammentreffen kalter und warmer Meeresströmungen wie z.B. beim Zusammentreffen des Golfstroms mit dem Labradorstrom bei den Neufundlandbänken.

Die wahrgenommene Nebelhäufigkeit ist dabei jedoch vielmehr an die Beobachtung gebunden, weshalb sie häufig in Richtung von Siedlungsräumen gegenüber der tatsächlichen Nebelhäufigkeit erhöht ist bzw. man diese ohne empirische Basis als nebelreicher einschätzt.

Ein Sonderfall ist der Küsten- oder Seenebel. Die Wasseroberflächen sind besonders im Frühling meistens deutlich kühler als die Landoberflächen. Kommt es dann zu einer Advektion der über dem Land befindlichen warmen Luftmassen, so kühlen sich diese über dem Wasser schnell ab. Die nach Erreichen des Taupunkts gebildeten Wassertropfen lagern dann als dünne Nebelschicht über der Wasserfläche, wobei man dann auch von einem Kaltwassernebel spricht. In Deutschland ist diese Nebelform vor allem im Spätfrühling an der Ostsee anzutreffen und wird durch Advektion warmer Luft aus dem südeuropäischen Raum bedingt. Besonders folgenreich ist diese Nebelform dann, wenn es am Tag durch eine Erwärmung im Landesinneren zu Seewind kommt. Der eigentlich über dem Wasser lagernde Nebel wird dann an die Küsten advehiert und kann mehrere Kilometer ins Landesinnere reichen.

Ebenso können unterschiedlich temperierte Meeresströmungen zu einem Advektionsnebel führen, sofern die Luft von der warmen zur kalten Wasseroberfläche strömt. Diese als Meernebel bezeichnete Erscheinung zeigt sich zum Beispiel in Neufundland, also bei Kontakt des Labradorstroms mit dem Golfstrom. Der sehr bekannte Neufundlandnebel ist dabei einer der dauerhaftesten und dichtesten Nebel überhaupt. In den Aleuten tritt diese Nebelform durch den Kontakt der Meeresströmungen Oyashio und Kuroshio ebenfalls häufiger auf.

Auch in Upwelling-Bereichen kommt es häufig zur Nebelbildung, zum Beispiel mit dem Kalifornienstrom, dem Humboldtstrom oder dem Benguela-Strom. Eine letzte Form bildet schließlich eine in Richtung von Inlandeismassen gerichteter Luftstrom, meistens vom Meer her. Hier kommt es ebenfalls zu einer Abkühlung der Luftmassen und es entsteht zum Beispiel der Grönlandnebel.

Schiffe im Nebel orientieren und warnen sich gegenseitig mit Schallsignalen, wie z.B. mit dem Nebelhorn. Bei Schiffen haben sich im Nebel Radaranlagen bewährt, wobei Nebel in der Vergangenheit mehrmals zu schwerwiegenden Kollisionen führte. Dieses zog nach sich, dass vor allem der Schiffsverkehr oft völlig zum Erliegen kam. Gerade bei Schiffen und Flugzeugen ohne entsprechende Technologie besteht die nebelbedingte Kollisionsgefahr allerdings nach wie vor.

Eine bedeutende Katastrophe, bei der Nebel wohl eine der Hauptursache darstellte, war die Kollision der Schiffe Andrea Doria und Stockholm im Jahr 1956, bei der 52 Menschen starben. Neben diesen eher seltenen Ereignissen steht jedoch der wirtschaftliche Schaden im Vordergrund, da eine Einstellung oder zumindest Verlangsamung des Schiffsverkehrs erhebliche finanzielle Belastungen zur Folge hat. Um auch bei geringen Sichtweiten eine möglichst sichere Navigation zu ermöglichen, finden daher Nebelhörner und Nebeltonnen als Seezeichen Anwendung. Letztere umfassen Heultonnen und Gongtonnen sowie ehemals Glockentonnen.

Meernebel an der Golden Gate Bridge
(Bild: Grombo)  Großbild klick!












Nebel um den Peggys Cove Leuchtturm, Nova Scotia
in Kanada (Bild: Dlanglois)  Großbild klick!












Bodennebel an der Ilz (Bild: Aconcagua)  Großbild klick!












Nebeltröte (Bild: Memecry2)  Großbild klick!












Nebel Warnemünder Woche 7.7.12
(Bild: Pepe Hartmann)   Großbild klick!


Weblinks:
Nebel in Wikipedia


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Schlagwörter: Nebel, Dunst, Sichtweite, segeln, Seewetter, Meteorologie, Kondensation, Aerosol, Nebelsignale, Nebelhorn, Wettervorhersage, Wetter, Luftdruck, Wind



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