EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Segeln / Wetter:
Land- und Seewindzirkualation


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Die Ursache für die Herausbildung des jeweiligen Windes ist thermischer Natur und beruht auf der zwei- bis dreimal so schnellen Erwärmung bzw. Abkühlung der Luft über einer Landoberfläche im Vergleich zu einer Wasseroberfläche. Das Wasser hat eine wesentlich größere spezifische Wärme als die Landfläche und hält die Tageswärme länger, während an Land die Boden- und Lufttemperatur meist schon am Nachmittag deutlich sinkt. Diese Zirkulation tritt nur bei stabiler Schönwetterlage auf und sind umso stärker je größer die Temperaturunterschiede zwischen den Land- und Wassermassen sind. Dies ist zumeist im Frühling und im Herbst der Fall.

Der Landwind - man spricht auch von ablandigem Wind - beginnt meist am Abend und weht die ganze Nacht hindurch. Die Luft über den Landmassen hat sich nachts viel stärker abgekühlt als das Wasser. Die Folge ist, dass die Luft über dem Wasser aufsteigt und kühle Luft vom Land her nachfließen muss.

Die umgekehrte Erscheinung heißt Seewind (auflandiger Wind) und ist an heißen Küsten (bei ruhiger Wetterlage) vor allem am Vormittag zu bemerken. Die Sonneneinstrahlung heizt die Landmassen viel schneller und stärker auf als das Wasser. In der Folge steigt die Luft über dem Land auf (Thermik) und saugt kühlere Luft vom Meer her nach. Der Effekt verstärkt sich noch, wenn sich in Küstennähe Berghänge befinden. Oft befinden sich dann über den Bergen stationäre Thermikwolken.

Die verschiedenen, teilweise auch zeitlich wechselnden Windrichtungen sind für das Segeln von großem Reiz, können aber auch Gefahren mit sich bringen, wenn die Rückkehr an Land erschwert wird (Windsurfer).

Für das Segeln ist ein stärke- und richtungsmäßig beständiger Wind meist beliebter als ein häufiger Wechsel. Die geografische Lage mancher Küstenabschnitte prädestiniert sie dafür. Beständige Winde - die nicht nur bei „Schönwetter“ auftreten können - erleichtern die Planung eines Törns und das Kreuzen gegen den Wind. Durch die lokalen, zeitlich wechselnden Windsysteme kommt ein zusätzlicher Reiz hinzu, kann aber nachmittags bei ablandigem Wind oft die Rückkehr erheblich erschweren. Manche Segelsportler nächtigen daher gerne auf vorgelagerten Inseln und treten die Rückfahrt erst am nächsten Vormittag - meist unter erleichterten Umständen - an.
Die Landwind-Zirkulation: A Seewind / B Landwind
(Bild: Jesús Gómez Fernández)   Großbild klick!




















Ortsfeste Thermikwolken (Bild: Mg-k)   Großbild klick!
Weblinks:
Land-See-Windsystem in Wikipedia


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