EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Flaute, eine (nicht ganz) ernstzunehmende Abhandlung
von Peter O. Walter




Flaute ist, laienhaft ausgedrückt eine ganz schwache oder gar keine Luftbewegung. Seit Urzeiten bekämpften die Griechen die Flaute, indem sie den zuständigen Götter Jungfrauen opferten.

Und von hierher rührt der Name Jungfernfahrt: Diese war in alten Zeiten die erste Fahrt eines Schiffes, auf der die zu Flautenverhütungszwecken mitgeführte Jungfrau tatsächlich(!) noch Jungfrau war. Sie wurde vom Kapitän meist in einem streng geheimen Raum des Schiffes vor der Mannschaft versteckt, da sie ansonsten in eine Gefahr geraten wäre, welche sie ihrer Fähigkeiten beraubt hätte. Meist war dies jedoch vergebliche Liebesmüh: Wie wir alle wissen, läßt sich an Bord eines Schiffes nichts über einen längeren Zeitraum verbergen. So war es auch damals mit den Jungfrauen. Stellte sich heraus, daß eine ihre Fähigkeiten, sprich ihre Jungfräulichkeit, verloren hatte, so wurde der Verursacher strengstens bestraft: Er wurde zu lebenslangem Ruderdienst verurteilt.

So entstanden die Trieren
(Trieren sind Kriegsschiffe der klassischen Griechen, die von bis zu 300 Mann(!) gerudert wurden, Anm.d.Red.)

Zuweilen wurden bei anderen Völkern auch Geldstücke geopfert (zu teuer!) oder ein kräftiger Schluck aus der Rumflasche genommen.
Das ist auch heute noch so Brauch auf Schiffen der Regattaleitungen, bewirkt aber oftmals nur, daß die Flasche dann leer ist.
Französische Schiffsjungen fürchteten bis vor hundert Jahren auf der ganzen Welt nichts mehr als Flaute: Auf den Schiffen unter der Trikolore war es üblich, den Benjamin an den Mast zu binden und ihm den blanken Hintern zu versohlen. Zwölf Hiebe (mit der neunschwänzigen Katze!!) war das Mindestmaß für einen frischen Wind aus der richtigen Richtung.

Die alten Römer hatten sogar zwei Methoden:
Erstens Pfeifen. Der Nachteil: Diese Methode rief zu oft Sturm herbei.
Zweitens: An Bord Haare oder Fingernägel schneiden. Deshalb waren die meisten römischen Matrosen nach einer längeren Fahrt glatzköpfig und hatten extrem kurze Fingernägel, was manche Historiker fälschlicherweise dem Hygienebedürfnis der Matrosen zuschrieben.

Ein recht probates Mittel scheint die Methode zu sein, die auf der berühmten 'Cutty Sark' angewendet wurde: Eine Sau schlachten und ihren Kopf in die Richtung halten, aus der man sich Wind erhofft. Immerhin war die 'Cutty Sark' zu ihrer Zeit der schnellste Clipper der Welt!

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Flaute am Chiemsee (Bild: 20percent)  Großbild klick!



















Modell einer Triere (Bild: MatthiasKabel)
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