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Verarbeitung und Eigenschaften
von V2A-Stahl auf Yachten und Schiffen


Linie



Als ich im Jahr 1990 die ALBATROS, eine fast 14-Meter-Segelyacht kaufte, war diese gerade vier Jahre alt und ich freute mich, dass ich auf absehbare Zeit sicher von größenen Reparaturen verschont sein würde.

Das war i.a. sicher richtig, aber umsomehr war ich enttäuscht und verärgert, als nach 2 Jahren die V2A-Wassertanks in der Bilge anfingen zu lecken.
Es mussten also neue Tanks her. V2A, keine Frage!

Nach weiteren vier Jahren war es schon wieder so weit: Die Dinger leckten SCHON WIEDER!!!

Heute und nach einem Gespräch mit Hans Nerb weiß ich es besser.
Hans Nerb ist Inhaber einer mittelständischen Firma in Freising /Oberbayern, die sich mit der Herstellung von Brauereien und Brauereizubehör beschäftigt.
Hier werden NUR V2A, V4A und höherwertige Legierungen verarbeitet. Entspechend hoch ist das Knowhow, diese Materialien betreffend.

Zum Thema "Tanks und V2A" schreibt Hans Nerb:

- Zum ersten haben viele Schlossereien Probleme, wenn sie V2A verarbeiten, weil zur Ver- und Bearbeitung dieser Legierung nur spezielles Werkzeug geeignet ist. Das geht so weit, dass ich z.B. eine Feile, mit der ich (normalen) Stahl bearbeitet habe, auf keinen Fall V2A bearbeiten darf.
Das wissen zwar viele Schlosser, aber in der Praxis ist es (in der normalen Schlosser-Werkstatt) nicht möglich, die Werzeuge so genau zu trennen.
"Hugo, bring mir doch kurz mal die Feile!"
Lehrling Hugo kommt mangels Wissen gar nicht auf die Idee zu fragen, ob er die Stahl- oder die V2A-Feile holen soll. Und: Beide sehen absolut gleich aus!!
Hans Nerb: "In unserem Betrieb haben wir dieses Problem aus einem ganz einfachen Grund nicht: Wir verarbeiten NUR V2A oder höherwertige Legierungen. Bei uns geht es aber noch weiter. Aus den oben genannten Gründen darf unter keinen Umständen ein normales Stück Stahl in die Werkstatt. Man stelle sich nur vor, ein Biertank (Bier ist in Bayern immerhin ein Lebensmittel!) finge an, Rostflecken zu zeigen. Wir müssten mit gewaltigem Arbeitsaufwand den ganzen Tank beizen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Schweißen: V2A muss gegengeschweißt werden, d.h. eine Schweißnaht muss gleichzeitig von beiden Seiten geschweißt werden!

V2A kann ohne die geringsten Probleme als Material für Säuretanks, Laugentanks verwendet werden, aber mit Wasser gibt es Probleme.
Genauer gesagt mit stehendem Wasser, wie z.B. in einem Frischwassertank auf einer Yacht. Hier kommt es zu "Lochfraß", verursacht durch die Chloride im Wasser.
Normaler Stahl rostet zwar auch, aber nicht punktuell. Und: Dieser Prozess geht insgesamt langsamer vor sich.
Am besten verwendet man für Wassertanks auf Schiffen V4A-Stahl oder höherwertige Legierungen.

Noch ein kleiner Hinweis am Rande: Die Firma Nerb übernimmt Arbeiten in den entsprechenden Stählen für Reelings, Bugkörbe, Steuerräder, Wassertanks etc. (alles was so Edelstahl ist).

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