EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Stutgeron

Ein Erfahrungsbericht von Cay-Oliver Bartsch





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Cay-Oliver Bartsch schreibt zum Thema Stutgeron:

Ich bin seit nun 21 Jahren auf dem Meer unterwegs. Wen es interessiert, hier meine kleine Seekrankheitsgeschichte, wen nicht, bitte am Ende die Medikamenteninfo lesen.

Mein erster Törn als Deckshand 1985 war auch meine erste Erfahrung mit der Seekrankheit. Man sagte mir, Lakritze helfe sehr gut. Ich habe Lakritze zu mir genommen. Nach ca. 1 Stunde Fahrt von Großenbrode erwischte uns ein Gewitter unter der Fehmansund-Brücke. Plötzlich und unerwartet (für die Landratte) war alles anders und das Schiff lag quer, Blitze, Starkwind, na ja, wem erzähle ich das. Alles was ich gekotzt habe, war Lakritze, grün im Gesicht, sterben wäre eine Alternative gewesen.

Nach der Ankunft in Lageland, 5 Min. mit festem Boden unter den Füßen (der Skipper hatte sich schon Gedanken über eine Bahnfahrkarte nach Freiburg gemacht), bekam ich Hunger und während des Abendessens nahm der Plan, selbst das Segeln zu lernen, Gestalt an. Am nächsten und die darauf folgenden 2 Tage nahm ich eine Stutgeron (der Skipper war Arzt) und habe ein paar Tage später eine Sturmnacht von Anholt nach Göteburg problemlos überstanden.

Mittlerweile habe ich ein paar tausend Seemeilen als Skipper auf dem Buckel und nutze das Medikament als guten Übergang von Land- auf Seebeine. Damals gab es in Deutschland die Tabletten-Version, die gut zu dosieren war. Dann gab es nur noch die Forte-Kapseln, die einen richtig müde gemacht haben, das Bedienen von Maschinen und Führen eines Schiffes war schier unmöglich. Wegen der fehlenden Teilbarkeit ungeeignet.

Durch eine Geschäftsbeziehung habe ich die 25mg Tabletten dann eine Weile aus England erhalten, wo sie rezeptfrei in der Apotheke verkauft werden.

Mittlerweile kaufe ich die Tabletten in Italien, wo sie unter dem Namen Stugeron (ohne t) von Janssen-Cilag SpA hergestellt, rezeptfrei verkauft werden. Wirkstoff N07CA02 Cinnarizina. Bitte vor der Einnahme mit dem Arzt besprechen, besonders bei der gleichzeitigen Einnahme von anderen Medikamenten!

Mit Alkohol kürzer treten, nach zwei Tagen auf See lässt man die Tabletten weg und dann schmeckt das Glas Wein mehr auch noch!

Viel Erfolg und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Cay-Oliver Bartsch






Vielen Dank an Herrn Bartsch für den interessanten Bericht!
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