EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Die Wirkung von Placebos




Am besten wirken rote Pillen, besser als blaue oder weiße

Ich werde gefallen

Ein Artikel aus der Wochenpost

Die Medizin hilft, weil wir an sie glauben

Sie wirken bei Husten, Depression und Seekrankheit, Schmerzen aller Art, Warzen, Schlaflosigkeit und vielem mehr. Am besten wirken rote Pillen, besser jedenfalls als blaue Dragees oder mehrfarbige Kapseln. Am Ende steht die unscheinbare weiße Tablette. Schätzungsweise jedes dritte verabreichte Medikament hilft uns allein deshalb, weil wir es von ihm erwarten: das ist der Placebo-Effect. "Placebo domino", so begannen die mittelalterlichen Totenmessen: "Ich werde dem Herrn gefallen."

Der Arzt, der keinen Placebo-Effekt bei seinem Patienten hervorruft, sagte einst ein Präsident des Royal College of Physicians in London, sollte lieber Leichen sezieren. Placebo meint dabei vieles: das Abtasten des wehen Körperteils, das genaue Hinhören bei der Antwort auf die Frage nach dem Befinden. Es meint die diagnostische Untersuchung, die vielleicht nicht dringend nötig wäre, meint das Rezept für eine Arznei, die weder schadet noch heilt.

Doch die Mediziner stört dieser Effekt in klinischen Studien, die die Wirksamkeit eines bestimmten Medikamentes nachweisen sollen, und sie versuchen ihn herauszufiltern. Sie teilen dazu Probanden in Gruppen. Eine erhält das zu prüfende Medikament, das "Verum". Die andere wird mit einem Placebo versorgt, und dessen Wirkung muß von den Resultaten der Verum-Gruppe abgezogen werden.

Der erstaunliche (Neben-)Befund dieser Studien: Placebos funktionieren am besten, wenn sowohl Ärzte als auch Patienten glauben, es werde ein hochwirksames Mittel erprobt. Schätzen die Ärzte das erprobte Medikament als nicht so wirksam ein, nimmt auch der Placebo-Effekt ab, und noch mehr sinkt er, wenn sie wissen, daß ihr Patient nur eine Zuckerpille nimmt. Sind auch die Patienten eingeweiht, wirkt das Placebo kaum noch.

"Es ist besser, therapeutischen Unsinn zu glauben", meint der britische Mediziner Richard Asher, "als offen den therapeutischen Bankrott einzugestehen. Besser in dem Sinne, daß ein wenig Leichtgläubigkeit uns bessere Ärzte, wenn auch schlechtere Wissenschaftler sein läßt."

R. H.

Vielen Dank an die Wochenpost!



Weblinks:
Placebo in Wikipedia





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