EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Stabilisatoren gegen Seekrankheit




Schiffsbewegungen im Seegang können Seekrankheit verursachen. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Arten, dem Rollen und dem Stampfen (Siehe Grafik rechts). Gegen das Stampfen kann man im Allgemeinen nichts unternehmen. Man kann höchstens den Bug, wo die Stampfbewegung am größten ist, meiden und sich in der Mitte des Schiffes aufhalten. Gegen das Rollen kann man aber sehr wohl etwas tun: Hier gibt es zwei wirksame Methoden: Stabilisatoren und Schlingertanks.



Schiffsstabilisatoren werden üblicherweise bei größeren Passagierschiffen und Forschungsschiffen eingesetzt. Sie sind in Form von Stabilisierungsflossen normalerweise seitlich am Unterwasserschiff angebracht, um den Rollbewegungen bei schwerem Seegang entgegenzuwirken.

Erstmals patentiert wurden Flossenstabilisatoren zwar schon im Jahr 1898, praktisch umgesetzt wurden sie aber erst 1925 in Japan. Durchsetzen konnte sich aber erst das in den 1930er Jahren durch die Werft William Denny and Brothers Limited entwickelte Denny-Brown System.

Zunächst bestanden die Flossen aus einer längs zum Schiffsrumpf starr aufgesetzten Konstruktion. Im Laufe der Weiterentwicklung sind sie inzwischen im Rumpf versenkbar und werden nur bei Bedarf ausgefahren, um den Wasserwiderstand nicht unnötig zu erhöhen. Außerdem liegen die modernen Flossen nicht mehr längs zum Schiff, sondern stehen wie Flugzeugtragflächen vom Schiff ab.

In der Regel können heute auch die Anstellwinkel der Flossen hydraulisch verändert werden, so dass ihre Ausrichtung laufend (computergesteuert) an die Rollbewegung des Schiffes angepasst wird. Stabilisatoren können das Rollen des Schiffes um bis zu 90 Prozent dämpfen.



Ein Schlingertank ist ein mit Wasser gefüllter Tank im Rumpf eines Schiffes, der Schwankungen um die Längsachse (das sogenannte Rollen) dämpfen soll. Der Schlingertank wurde von Dr. H. Frahm erfunden und nach ersten im Jahr 1889 auf dem Schiff City of New York durchgeführten Versuchen 1912 erstmals im Dampfer Laconia fest eingebaut. Das System besteht aus mindestens zwei an den Längsseiten des Schiffes angebrachten Tanks, die mit Leitungen verbunden sind. Der Durchfluss des Ballast-Wassers zwischen den beiden Tanks wird auf unterschiedliche Weise verlangsamt. Dadurch wird eine Dämpfung der Bewegung um die Längsachse erreicht, welche bei rauer See und seitlichen Wellen entstehen kann.
Rollen und Stampfen (Bild: POW)   Großbild klick!












Stabilisator der Polarstern (Bild: Hannes Grobe)   Großbild klick!


Weblinks:
Stabilisator in Wikipedia
Schlingertank


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Schlagwörter: Stabilisator, Schiffsstabilisator, Schiffsbewegungen, Seegang, Schlingertank, Seekrankheit, Rollen, Stampfen, Kinetose, Übelkeit, Erbrechen, nausea

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