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Revierinformation für Segler:
Das Kap der guten Hoffnung

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Blick auf Kapstadt und das Kap der Guten Hoffung vom Devil's Peak   (Bild: Warrickball)


Wetter Kapstadt
© meteo24.de
Das Kap der Guten Hoffnung (niederländ. Kaap De Goede Hoop, afrikaans Kaap die Goeie Hoop, engl. Cape of Good Hope, port. Cabo da Boa Esperança,) ist ein sehr markantes, früher wegen seiner Klippen gefürchtetes Kap nahe der Südspitze Afrikas. Politisch gehört es zur Provinz West-Kap der Republik Südafrika.

Das Kap der Guten Hoffnung ist vollständig naturbelassen: außer der Straße, die dorthin führt, einem kleinen Parkplatz und Wendeplatz für Autos und Busse und einem Hinweisschild mit den Koordinaten des Orts, welches stets von Touristen belagert ist, befindet sich dort nichts weiter.

Aus der Sicht früherer Seeleute war es ein ganz besonders charakteristisches Kap, das aufgrund seiner heimtückischen Klippen und gefährlichen Windverhältnisseebenso berühmt wie berüchtigt und natürlich auch gefürchtet war.
Den sympathischen Namen verdankt dieses Kap einer fatalen Fehleinschätzung portugiesischer Seeleute, die sich seinerzeit der guten Hoffnung hingaben, auf diesem Seeweg schnell nach Indien gelangen zu können. Weit über 3000 Schiffswracks auf dem Grund des Meeres zeugen von dem folgenschweren Irrtum, den dieses damalige geographische Halbwissen begründete.

Einer der größten Irrtümer unserer Zeit ist der, dass es sich bei dem Kap um den südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents handelt. Diesen jedoch stellt vielmehr das wenige Kilometer entfernt gelegene Kap Agulhas, das Nadelkap, dar, hier liegt auch die geografische Grenze zwischen beiden Ozeanen.
Eine ungleich größere Bedeutung als das geografisch markantere Nadelkap erlangte das Kaap die Goeie Hoop, wie es auf Afrikaans heißt, durch eine unter Wasser liegende, zerklüftete Felslandschaft, deren Spitzen weithin sichtbar zwischen 50 Zentimetern und 3 Metern unter der Wasseroberfläche in die Höhe ragen. Einer Legende zufolge liegen hier die Wurzeln des Namens des Kaps: Seefahrer des ausgehenden Mittelalters bis weit in die Neuzeit hinein umschifften diesen Bereich weiträumig in der Hoffnung, den scharfkantigen Felsen zu entgehen.

Stömungen
Der Agulhasstrom rundet das Kap Agulhas (der im Gegensatz zum Kap der Guten Hoffnung eigentlichen Südspitze Afrikas) mit bis zu 4 Knoten Geschwindigkeit, vollzieht eine abrupte Kehrtwende und fließt nach Osten in den Indischen Ozean zurück.
Stossweise fließen bei der Kehrtwende erhebliche Mengen warmen Wassers in den kälteren Atlantik. Dieses geschieht zum Grossteil über die erzeugten Agulhasringe, Ozeanwirbel - ähnlich den Hoch- und Tiefdruckgebieten in der Meteorologie -, die sich vom Agulhasstrom abschnüren und sich dann im Atlantik ausbreiten. Mit Durchmessern von über 200 km gehören sie zu den mächtigsten Wirbeln im Weltozean. Ihre Rotationsgeschwindigkeiten betragen an der Oberfläche über 2 Knoten und sind auch noch am Boden des über 5000 m tiefen Kapbeckens festzustellen.

Der Fliegende Holländer
Die weltbekannte Legende findet ebenfalls hier ihre Wurzeln. Denn der Kapitän dieses holländischen Schiffes, Hendrik van der Decken, schwor 1680 bei stürmischer See, „dass er das Kap umrunden würde und wenn er auf die Hilfe des Teufels zurückgreifen müsse“.
Doch auch dieser konnte (oder wollte) ihm nicht helfen, und der „Flying Dutchman“ verschwand ohne Spuren, war von nun aber dazu bestimmt, immer wieder im Nebel aufzutauchen – fliegend und mit zerstörten Aufbauten und Segeln –, um andere Seefahrer zu warnen, vielleicht auch, um sie zu erschrecken. Seither behaupten Seefahrer immer wieder, das sagenumwobene Schiff gesichtet zu haben, unter ihnen auch der spätere englische König George V.
Daran, dass die Warnung auch heute, in den Zeiten moderner Navigationstechniken, noch Bedeutung hat, erinnern zahlreiche Schiffswracks an den Ufern des Nature Reserve, das letzte stammt von 1972. Von einige Wracks sind immer noch Überreste zu sehen.


windsack
Von Mai bis Oktober herrscht Regenzeit. Von Oktober bis April wehen die gefürchteten Southeaster. Die Windverhälnisse sind ansonsten recht wechselhaft und reichen vom Sturm bis zur totalen Flaute.
Föhn:Feuchte Luftmassen, die vom offenen Meer her den Tafelberg als erstes Hindernis überströmen, bilden sehr häufig das so genannte „Tablecloth” („Tischtuch“): In den zum Aufstieg (und damit zur Abkühlung) gezwungenen Luftmassen bilden sich Wolken, während sich an den Nord- und Westhängen des Berges ein trockenwarmer Fallwind bemerkbar macht (wie der Föhn im Alpenvorland).
Überwiegend tritt dieses Phänomen im südafrikanischen Sommer auf. Die Bewohner Kapstadts nennen den Wind Kapdoktor, wegen seiner reinigenden Wirkung auf die Stadtluft.



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Karte Kap der Guten Hoffnung   Großbild Klick!










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Strudel der Agulhasstroms   Großbild klick!










Kapstadt und Kap der Guten Hoffnung von Robben Island aus (Bild: Matthias Kniese)   Großbild klick!











The Flying Dutchman von Albert Pinkham Ryder, Washington,
American Art Museum   Großbild klick!

















"Tablecloth-Phänomen" am Tafelberg  Großbild klick!
Weblinks:
Das Kap der Guten Hoffnung in Wikipedia
Der Fliegende Holländer in Wikipedia
Kapdoktor


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