Fesliyen Koyu oder Bucht von Cökertme
37° 00,3'N 027° 47,6'E
Çökertme liegt etwa 18 Seemeilen westlich von
Bodrum an der Nordküste des
Golfs von Gökova. Diese landschaftlich sehr schön gelegene Bucht ist gegen die Tageswinde aus Westen an sich gut geschützt, doch kommen starke
Fallböen von den Bergen, welche die Ansteuerung unter Segel erschweren. Man ortientiert sich beim Einlaufen an den Häusern von Cökertme.
Die Bucht ist frei von Untiefen und endet vor dem Ort in einem Sand-Kies-Strand. Da der Sandgrund schnell auf große Tiefen abfällt, wird man hier nicht für längere Zeit ankern wollen, zumal die nordwestlich gelegene Bucht besser geeignet ist. Dort nehmen die Wassertiefen gleichmäßig ab und der
Ankergrund besteht aus gut haltendem Sand und Mud mit kleineren Steinen teilweise mit kurzem Seegras bewachsen. Wenn mehrere Boote hier liegen, muss man eine
Landleine ausbringen. Die Fallböen sind hier leichter als vor dem Ort, wechseln aber die Richtung.
Udo Hinnerkopf schreibt dazu:
Bei südlichen Winden (wie Kargili auch) dagegen ist der Platz gefährlich und muss unbedingt verlassen werden. Vor dem Ort gibt es Stege vor Kaptan Ibrahims Restoran mit Murings, Achtung vor den im Wasser treibenden Muringleinen.
Weiter östlich gibt es weitere Steganlagen mit Muringleinen, an denen man anlegen kann. Eine echte Alternative zu Ibrahims Restoran ist das Rose Mary Restaurant. Bei Ibrahim gibt es neben türkischer Küche und Hühnchen aus dem Backofen manchmal einen türkischen Abend. Bei Rose Mary soll das Essen etwas besser sein. Bei beiden gibt es Wasser, Duschen/WC, Minimarkt und Telefon.
Wer will, kann auch auf einem Kamel reiten oder sich mit Souvenirs eindecken. Im Dorf Çökertme, weiter oben am Berg, werden Teppiche geknüpft. Beim Einlaufen in die Bucht wird man von allen Seiten mit hochgehaltenen Muringleinen angelockt.
Manchmal Stangeneis bei Captain Ibrahim.
Alle kennen ihn, alle sprechen von ihm, alle wollen zu ihm. Es ist wie Fingerhakeln im Hofbräuhaus, wenn Ibrahim in seinem Restaurant in die osmanischen Stülpstiefel klettert, die beiden Patronengürtel über Kreuz anschnallt und die Flinte schultert. Zum Takt der Dorfkapelle (Geige, Trommel, Flöte) wiegt er sich mit erhobenen Armen und beginnt jeden Abend pünktlich um 1/2 9 seinen Pistolentanz.
Dazu trinkt er Raki, vertilgt geschälte Gurken und schießt mit Platzpatronen (Achtung Höhepunkt!) in die weinbelaubte Pergola, wo einer seiner Söhne hockt und ein gackerndes Huhn herunterflattern lässt. Seit Jahren geht das so, Abend für Abend.
Wenn die Stimmung nicht mehr zu steigern ist, fordert Ibrahim die blondeste der Segler-Damen zum Tanz auf. Seine Frau präpariert inzwischen die Nargile, die Wasserpfeife. Wer will kann nach dem Tänzchen beim Meister lernen wie man aus dem blubbernden Glasgefäß beißenden Rauch inhalliert.
Bis zu 20 Yachten und Gulets legen mitunter an den Felswänden von Çökertme an, um Ibrahim zu erleben. Wer Fingerhakeln und Schuhplatteln auf türkisch mag, ist herzlich willkommen. Ruhiger geht es bei Rose Mary zu.
02.10.08: Der Steg vor dem Lokal "Rose Mary" wurde erweitert, allerdings auf völlig unprofessionelle Art: Der Ausstieg ist sehr wackelig, da die einzelnen Teile nicht besonders fest miteinander verbunden sind. Der ganze Steg ist wenig stabil und die Gangway kann auf dem glatten Kunststoff wegrutschen. Die Befestigung des Steges mit etwa 7 ausgegossenen Tonnen ist völlig unzureichend. Vor dem Festmachen wird gewarnt.
Quelle:
Udo Hinnerkopf
Bei stabiler Schönwetterlage weht der Wind im Golf von Gökova aus West und wird nur unwesentlich vom Küstenverlauf abgelenkt.
Er beginnt am späten Vormittag und steht bis zum Sonneuntergang durch, kann bis zu fünf Beaufort erreichen und auch beträchtlichen Seegang bewirken. Hängt eine Wolke bei Akbük über der Steilwand, ist, besonders nachts, mit Fallböen in Sturmstärke zu rechnen, die den berüchtigten Fallwinden in der Magellanstraße in nichts nachstehen.
Weblinks:
Der Golf von Gökova in Wikipedia
Törnberichte von Udo Hinnerkopf
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