Degirmen Bükü (36°55,4'N 028°09,8'E) ist eine vielgegliederte Bucht an der Südküste des
Gökova-Golfes und ist rund 36 Seemeilen von
Bodrum entfernt. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Ankerbucht Degirmen Bükü bei Datca. Degirmen Bükü heißt Windmühlenbucht, weil hier früher Windmühlen standen. Sie bietet mehrere sichere Unterbuchten, teils recht einsam, teils kann es auch mal lebhafter werden ...
Okluk Limani
36° 55,13' N 028° 10,16' E
Wenn Wetter und Seegang unruhig sind, geht man tiefer nach Degirmen Bükü, bis zum Denkaml einer Meerjungfrau. Dahinter in noröstlicher Richtung liegt die baumbestqandene Bucht Okluk Limani. Hier kann man entweder auf Westseite mit Landleinen festmachen. Der Grund steigt steil an, deshalb viel Kette stecken!
Ankergrund ist gut haltender Schlick. Oder man macht östlich an einem der Stege fest, wenn man dort zu Abend essen will.
Am nordwestlich verlaufenden Ufer gibt es schmackhafte Muscheln. Man sieht sie aber nicht, wenn man nicht ganz genau weiß, wie sie aussehen!
Gleich in Höhe der Einfahrt stösst man auf das "Captain`s Place", das 4 Brüdern gehört und in welchem der Chef, Bayram, ein Herz für Fahrtensegler hat!
Man sitzt sehr gemütlich unter einer üppig mit Wein bewachsenen Pergola und hat einen Blick bis rüber zum English Liman. Die Speisekarte reicht von Lammspiessen, Hackfleischspiessen über Lammkotelett, Hühnerschenkel und -filets bis Fisch, der, tagsüber frisch gefangen, abends auf dem Grill landet. Die typischen Meze (Vorspeisen) sind liebevoll zubereitet und sehr schmackhaft.
Bayram´s gut sortierter Supermarkt versorgt mit allem nötigen Nachschub, was nicht vorhanden ist bringt er aber auch gerne auf Bestellung aus Marmaris mit. Gegen eine Gebühr wird man von ihm aber auch selbst nach Marmaris gefahren, ebenso bietet er einen Transfer zum Dalaman-Airport. Seine Serviceleistungen werden durch Strom und Wasser am Steg (kompl. ca. 10,-- DM), Telefon, Fax, Duschen und Wäscherei abgerundet. Also alles in allem ein Platz zum Wohlfühlen, der unser ganz persönliches "Sternchen" verdient hat!
Der einzige Wermutstropfen ist, dass es spät Abends oft laut wird, wenn "gut gelaunte" Crews von der Kneipe aufs Schiff zurückkommen und im Cockpit weiterfeiern ...
Im hinteren Teil befindet sich eine Taverna mit kleinem Supermarkt und Telefon, der Besitzer heisst Turgut. Man sitzt recht nett unter kühlen Weihrauchbäumen, die einen allerdings abends auch reichlich mit Stechmücken versorgen, also Autan nicht vergessen! Auch hier wird es abends manchmal laut.
English Harbour
36° 55,28' N 028° 09,45' E
English Harbour (türk. Inglize Limani), die westliche, nach Norden einschneidende Einbuchtung, ist eng, aber gut geschützt . Englische U-Boote haben hier im Zwiten Weltkrieg eine Basisstation unterhalten, daher der Name. Die ehemals grünen Bäume wurden durch einen Brand vernichtet und der neue Bewuchs ist noch niedrig. Man liegt wie in Abrahams Schoß. Ankergrund ist gut haltender Schlick und Sand. Achtung: Ganz am Ende wird es unversehens ganz flach.
Im Süden von Degirmen Bükü, im Malderesi Limani, ist der Grund flach und verschlammt, weil hier ein Flüsschen mündet. Ein Patrouillenboot liegt manchmal an der großen Festmachertonne und überwacht das Sperrgebiet. Staatspräsident Turgut Özal hatte hier ein Haus, das noch immer bewacht wird. Beim Annähern wird man durch Wächter mit Trillerpfeifen vertrieben. Je nach Wetterlage bieten sich weitere sehr schöne Ankerplätze in der Umgebung an.
Jungfrau auf Klippe: Sadun Boro, der alte Mann des türkischen Yachtsports, hat sich etwas Besonderes ausgedacht: Am Eingang zum hintersten Schlupfwinkel von Degirmen Bükü ließ er eine kleine Meerjungfrau auf einen Untiefenfelsen setzen. Die Figur stammt aus der Werkstatt eines Istanbuler Künstlers und ist der Jungfrau in Kopenhagen zum verwechseln ähnlich. Yachten, die die Bucht anlaufen, werden so nicht nur auf das bisher unbetonnte Hindernis aufmerksam gemacht, sondern bekommen augenzwinkernd einen Umweltwink vom alten Fahrensmann.
Denn sinngemäß steht auf einer Tafel am Ufer:
"Diese Meerjungfrau hat viele Weltmeere und Horizonte überquert und Erdteile, Inseln und Buchten besucht, bis sie das Paradies von Gökova gefunden hat. Freund, der du diese Bucht besuchst und diese Meerjungfrau dort auf dem Felsen siehst, schütze dieses Paradies, verdirb es nicht, verschmutze es nicht und verbrenne es nicht, damit uns die Jungfrau nicht wieder verlässt, um ihr Paradies woanders zu suchen."
Bei stabiler Schönwetterlage weht der Wind im Gökovagolf aus West und wird nur unwesentlich vom Küstenverlauf abgelenkt.
Er beginnt am späten Vormittag und steht bis zum Sonneuntergang durch, kann bis zu fünf Beaufort erreichen und auch beträchtlichen Seegang bewirken.