EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Revierinformation für Segler:
Der Kampanische Archipel

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Panorama Ischia

Inseln:   Capri   Ischia   Procida  

Im zentralen Bereich der Tyrrhenischen Küste Italiens gelegen, krönt der Kampanische Archipel (ital. Arcipelago Campano, auch Arcipelago Napoletano „Neapolitanischer Archipel“ oder Isole Partenopee „Parthenopäische Inseln“) den Golf von Neapel. Die Inselgruppe besteht im einzelnen aus Capri und umliegenden Felsen, den Phlegräischen Inseln, darunter Ischia, Procida, Vivara und Nisida.

Ischia, die größte Inseln des Archipels, wird von dem Berg Epomeo überragt und ist auf Grund seiner berühmten Thermalbäder und des milden Klimas ein beliebtes Ziel des internationalen Tourismus. Der Haupthafen ist gleichzeitig der Eingang des Städtchens, das sich bis zum Castello Aragonese erstreckt. Weitere Häfen sind Casamicciola, Forio d’Ischia und S. Angelo. Letzterer, an der Ost-Seite einer Landzunge erbaut, welche Punta S. Angelo mit dem Festland verbindet, ist einer der suggestivsten Plätze der Insel, dessen natürliche Schönheit erhalten geblieben ist.

Procida, sicher die am wenigsten bekannte der Neapolitanischen Inseln ist vulkanischen Ursprungs. Die Steilküste ist aus Tuffstein, während das Innenland der Insel aus sanfter Hügellandschaft besteht. Der Haupthafen der Insel, Marina di Procida, welcher auch das Fischerdorf beherbergt, besteht aus zwei großen Buchten, von welchen die östliche die Seglerbucht ist. Im Süden der Insel befinden sich der Fischerhafen Corricella, in dem der berühmte Film Der Postbote von M. Troisi gedreht wurde und das malerische Fischerdorf. Chiaiolella, welches einen sicheren Ankerplatz vor nahezu allen Winden bietet.

Der Name Capri stammt aus dem Griechischen Kapros (Insel der Wildschweine) und besteht aus den zwei Orten Capri und Anacapri. Die hohen, zerklüfteten Steilküsten enden im Monte Solare (m.586). Der einzige Hafen der Insel, Marina Grande, befindet sich auf der Nordseite der Insel, aber es ist möglich, östlich und westlich des Hafens zu ankern. Bei Nordwind ist die Marina Piccola auf der Südseite zu empfehlen. Von Marina Grande erreicht man das Städtchen Capri zu Fuß, oder per Seilbahn.

Nisida (ionisches Altgriechisch: „Inselchen“) ist mit einer Oberfläche von 29 ha nach Ischia, Capri, Procida und Vivara die fünftgrößte Insel im Golf von Neapel. Trotz ihrer Kleinheit ist die Insel aus historischen Gründen und wegen ihrer reizvollen Lage bedeutsam.


HÄFEN UND ANKERPLÄTZE
Generell gilt: Häfen in Italien sind vor allem im Sommer, wenn das Land geschlossen in den Urlaub geht, voller und quirliger als anderswo. Gerade im August kann es sein, dass man keinen Liegeplatz mehr bekommt, wenn der Hafen zu spät angesteuert wird. Während der Hochsaison von Mitte Juni bis Mitte September zahlt man auf Ischia und Capri schnell über 50 Euro für eine 12-Meter-Yacht. Auf Ischia / Sant´Angelo werden dann auch für einmal Wasserfassen 20 Euro abgeknöpft. In Amalfi war die Nacht an der Hafenmole dafür umsonst.

Anderseits findet sich fast überall ein passabler Ankerplatz, da die Nächte im Sommer lau sind. Der oft sandige Grund hält recht gut. Besonders gut ankert man vor Procida in der Cala di Corricella, vor Ponza in der Cala Infermo oder in der Bucht gleich neben dem Hafen. Statt in der Marina Grande sollte man (außer bei Schirokko) unbedingt an der Südseite Capris liegen, wo lediglich tagsüber der sehr rege Schiffsverkehr und die Ausflugsdampfer für heftigen Schwell sorgen.

NAVIGATATION UND SEEMANNSCHAFT
Außer in Bezug auf An- und Ablegemanöver in oft überfüllten Häfen kann man den Golf von Neapel getrost als Anfänger-Revier bezeichnen. In den Häfen liegen Yachten mal an Murings, mal römisch-katholisch an der Pier. Es gibt weder nenneswerte Strömungen noch tückische Untiefen. Ein paar Sperrgebiete sind den Karten, dem jeweiligen Handbuch oder der Seekarte zu entnehmen. Navigiert wird meist nach Sicht, wenngleich hin und wieder eine Insel im sommerlichen Dunst verschwindet. Ernste Schwierigkeiten dürften dadurch aber nicht entstehen.


windsack
Die Winde entlang der Festlandküste sind im Sommer eher schwach (ganz im Gegensatz zu Herbst und Winter). In den meisten Fällen haben es Segler mit Thermik zu tun:
Morgens weht es eher aus ost-nordöstlichen Richtungen, und gegen Nachmittag dreht die Brise auf Süd-Südwest. Selten weht es stärker als mit 4 bis 5 Beaufort. Nach Sonnenuntergang schläft der Wind ganz ein, was das Ankern selbst an offeneren Buchten zu einer kommoden Sache macht. Flautentage sind häufig. Mit Motorstunden muss deshalb gerechnet werden. Die mitunter steile Topografie der Küste beeinflusst das Windgeschehen. Unter Land kann der Wind in Richtung und Stärke völlig anders sein als weiter draußen. In Frühling und Herbst treten vermehrt Gewitter auf. Von Land her weht dann der Tramontana („der über die Berge kommt“), und es entstehen Fallböen. Vorhersagen erhalten Sie über UKW Kanal 68, auch auf Englisch als Daueransage.




Weitere Inselgruppen Italiens:
Ägadische Inseln   Die Liparischen Inseln   Der Kampanische Archipel   Die Pelagischen Inseln   Der Toskanische Archipel   Die Tremiti-Inseln  


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Inseln des Kampanischen Archipels  Großbild klick!












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Der Hafen von Procida (Bild: Jamiethearcher)  Großbild klick!












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Der Golf von Pozzuoli, rechts oben
die Insel Nisida (Aufnahme von der ISS)
(Bild: NASA)  Großbild klick!


Weblinks:
Der Kampanische Archipel in Wikipedia
Ischia in Wikipedia
Procida
Nisida
Der Golf von Neapel in Wikipedia
Webcam Amalfi
Webcam Positano

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