EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Revierinformation für Segler:
Der Gardasee

Wenn Sie weitere Informationen über dieses Revier haben oder Fehler entdecken oder ein Revier vermissen wenden Sie sich bitte an uns (Kontakt)!




Panorama des Gardasees von Peschiera aus gesehen (Bild: Bavaricus)   Großbild klick!


Zwischen den Alpen und der Poebene, etwa 65 m über Meereshöhe, liegt der Gardasee im Norden in der Region Trentino-Südtirol, im Westen in der Lombardei, im Osten in Venetien. Während das nördliche Ufer des Sees von Zweitausendern wie z.B. dem Monte Baldo umsäumt ist, liegt das südliche Ufer bereits in der Ebene.

Im See befinden sich einige Inseln, die größte liegt in der Nähe von Salò: Isola del Garda mit der Villa Borghese. Ca. 2 km südlich davon, ebenfalls in der Bucht von Manerba und San Felice, liegt die Isola San Biagio mit ihrer Nebeninsel „i Conigli“ (Haseninsel). San Biagio ist ein beliebtes Ausflugsziel, das nicht nur mit dem Boot, sondern auch zu Fuß vom Festland (je nach Wasserstand hüfttief oder trockenen Fußes) erreicht werden kann. Eine weitere Insel (Isola di Trimelone) liegt vor Assenza (zwischen Porto di Brenzone und Malcesine), diese ist militärisches Sperrgebiet und darf nicht betreten werden.

Tourismus und Unterkünfte: Die Liegeplätze sind übrigens extem teuer. Es hilft gewaltig, wenn man mit der Mitgliedschaft in einem deutschen Segelclub, bzw mit einem Wimpel zum Tauschen kommt. Rund um den See gibt es gut ausgebaute Campingplätze und einen Stellplatz für Wohnmobile. Das Angebot an Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels ist reichlich.


windsack
Die Zuverlässigkeit der Themik hat dem Gardasee schon vor langer Zeit den Ruf eines hervorragenden Regattareviers für Segler verschafft. Dies gilt allerdings nur für den Nordteil des Sees, auf den wir uns hier beschränken. Zwei Winde sind es, die dominieren: Die Ora aus dem Süden und der Vento aus Norden.


Pelér (Vento) auch Súer oder Nordwind genannt: Er ist der König unter den Gardaseewinden, ein Schönwetterwind. Er ist kontinuierlich und gleichmäßig in den Monaten Juni, Juli, August und September. Er setzt zwischen Mitternacht und 3 Uhr morgens ein, (statistisch setzt er während der schönen Jahreszeit von 3 Nächten einmal um 24 Uhr ein) zuerst leicht auf dem nördlichen und mittleren Gardasee. dann mit dem Sonnenaufgang auf der gesamten Fläche. Charakteristisch für den Pelér sind drei große Wellen; die Höchste dieser drei ist die zweite (für Windsurfer zum Springen ideal) die von mehreren kleinen, meistens von 7 gefolgt werden. Die höchsten Wellen kann man südlich von Torri oder noch größere bei Toscolano beobachten. Am stärksten wird der Pelér meistens, sobald die ersten Sonnenstrahlen das Wasser am Westufer bestrahlen. Der Pelér dauert ca. 12 Stunden, wenn er etwas stärker ist als seine üblichen 4-5 Windstärken, dann hält er manchmal bis 14.00 oder sogar 15.00 Uhr an. Bringt er starke Wellen mit, wühlt er daß kalte Wasser aus den unteren Schichten auf und bringt es an die Wasseroberfläche. So passiert es, das auch bei starker Sonneneinstrahlung das Seewasser nicht mehr ausreichend aufgewärmt wird und die Ora nicht einsetzen kann. Am späten Nachmittag gibt es spiegelglattes Wasser und & starke Wasserströmung besonders in Ufernähe (von Brenzone, Malcesine und Navene). Am frühen Abend setzt dann wieder N-Wind ein.
Besonders gut ist es für den Nordwind, wenn in Deutschland schlechtes Wetter ist, dann kommt der Nordföhn hinzu und 6-7 bft sind kein Problem. Auch sehr hilfreich sind abendliche Gewitter, die die Luft in den Bergen abkühlt. Auch Schnee ist sehr hilfreich, je länger im Frühjahr der Schnee in den Dolomiten liegen bleibt, vor allem bis in die Täler, desto stärker kühlt die Luft ab und um so stärker wird der Vento.


Ora: (Südwind) Der bekannteste Gardaseewind: Er bläst aus dem Süden und bildet sich aus sehr vielen kleinen Winden, die sich auf der Höhe zwischen Gargnano und Brenzone zur sogenannten ORA vereinigen. Er ist sehr regelmäßig im Frühjahr, Sommer und Herbst. Am stärksten und am sichersten ist er allerdings im Sommer, denn er benötigt eine starke Sonneneinstrahlung auf dem Wasser und der umliegenden Bergkette im Norden des Gardasees.
Die Ora beginnt nach abflauendem Pelér zwischen ca. 12.00 oder 13.30 und hält bei normaler Wetterlage immer bis Sonnenuntergang an. Ihre Windstärken sind sehr unterschiedlich: z.B. Brenzone 1-2, Campione nur in Ufernähe 300m 3-5, Malcesine 2-4, Torbole 4-5, je nördlicher um so stärker. die besten spots sind am frühen nachmittag das hotel pier und der bereich vor dem ponale. da hier ab 9.00 uhr die sonne auf die bergflankn scheint und den wind entsprechend beschleunigt. am späten nachmittag, wenn das westufer dann im schatten liegt, dreht sich der spieß um, dann ist es oberhalb vom conca d’oro bis zum kletterfelsen am besten. man kann hier jeweils von mindestens einer bis zwei Windstärken mehr ausgehen. Peleri Ein Peleri ist ein schwacher Pelér

Pelerot Der Pelerot ist ein Pelér, der stärker als gewöhnlich weht.

Bali Er kommt vom Ballino-Berg durch das Tal nordwestlich von Riva. Von dort weht er weiter über den See und wird von den Bergen bei Navene auf die Seemitte zurückgeworfen. Der Bali setzt meistens nach einem Schneefall in den Bergen oder im Sommer nach starker Abkühlung durch Gewitter oder längere Regenzeit ein. Er weht in der gleichen Zone wie der Pelér. Mit einer Windstärke zwischen 5 und 8 BF ist er jedoch deutlich stärker als dieser und kann manchmal auch 2 bis 3 Tage dauern.
Er kann sehr gefährlich werden, besonders wenn er erst am späten Nachmittag einsetzt und dann nach dem Sonnenuntergang oft noch 2 Windstärken zulegt. In diesem Fall sofort zurück ans Ufer oder einen Bojenplatz aufsuchen. Im Norden des Sees ist der Bali ablandig und vom Ufer aus fast nicht zu erkennen, er setzt erst weit draußen ein. Achtung: An diesen Tagen passieren die meisten Unfälle. Deshalb Vorsicht!

Ponale: Er ist ein sommerlicher Westwind mit einer Stärke von 4 bis 6 BF, der am Nachmittag, Abend oder auch in der Nacht bläst. Er kommt aus dem Ledrotal und weht Richtung Ostküste, wo er einen Luvstau bildet. Wenn er sich mit dem Pelér vereinigt, kündigt das in der Regel schlechtes Wetter an. In diesem Fall wird er auch schön stark und verbreitet sich mit fächerförmigen Böen nur im nördlichsten Teil des Gardasees.

Vént da Mut - Westwind Gargnano: Der Vént da Mut ist ein Westwind, der vorwiegend im Sommer aufkommt und vor oder während des Ventos einsetzt. Meistens weht er auf der Höhe von Gargnano mit einer Windstärke von 1 bis 3 BF. Hin und wieder kommt er ganz plötzlich und heftig durch das Tal von Toscolano herab. Dann erreicht er Windstärken von 3 bis 6 BF und ist recht gefährlich.

Vént dé la Val Bei guter Wetterlage hat er seinen Ursprung in der Höhe von Campione und bläst abends nach Sonnenuntergang mit Windstärken zwischen 2 und 4 BF. Er hat eine kurze Reichweite, verursacht wenig Wellen und erreicht eine maximale Breite von 1-2 Kilometer.
Während oder nach einem Gewitter kann er auch bei Limone entstehen. Dann kommt er als Fallwind recht stark von oben herab und erreicht den See mit beachtlicher Kraft und Windstärken zwischen 6 und 7 BF. Er dauert höchstens 15 Minuten und seine maximale Breite beträgt etwa 3 Kilometer.
Gibt es nur über den Bergen ein lokales Wärmegewitter, kann der Vént dé la Val sehr gefährlich werden. Dann baut er in der Mitte des Sees hohe Wellen auf und kann am Westufer sogar Bäume umreißen. Er dauert maximal 15 Minuten, hat eine Breite von circa 3 Kilometern und eine Windstärke zwischen 8 – 9 BF.

Vinessa ist ein Ostwind, der wenige Stunden nach dem Auftreten der Bora – dem gefürchteten Nordostwind der Adria – am südlichen Gardasee weht. Wenn der Himmel südöstlich von Peschiera schwarz wird, steht die Ankunft des Windes unmittelbar bevor. Bei klarem Wetter stellt er keine Gefahr, bläst mit Windstärken von 4 bis 6 BF und erzeugt nur wenige Wellen. Bei Schlechtwetterlage und stark bewölktem Himmel erreicht er Windstärken von 5 bis 7 BF, baut hohe Wellen auf und kann recht unangenehm werden. Wenn dann noch der Bali dazu kommt oder die beiden Winde ineinander übergehen bläst es noch stärker und seine Breite reicht schon mal von Pai oder Torri bis hinter Sirmione.

Die Fassanella setzt sich aus mehreren von Südwesten und dem Golf von Saló kommenden Winden zusammen. Sie verläuft quer über den See, bringt warmen Wind, kurze steile Wellen, warmes Wasser und Windstärken bis maximal 4 oder 4,5 BF. Sie endet meistens an der Insel Trimelone in Brenzone.

Montes: Ein sehr leichter Wind mit einer Stärke von höchstens 1 BF, der abends aus den Bergen des Ostufers durch die kleinen Schluchten und Täler zum See bläst. Nach Mitternacht kommt er auch über Limone vor.

Ander: Ein sehr seltener Sommer-Südwind. Er entsteht durch Gewitter in der Gegend von Desenzano. Mit einer maximalen Windstärke von 5 BF weht er halbkreisförmig vor Desenzano oder Toscolano. Seine Reichweite geht bis Casteletto oder Torri.

Der Vént dé Tép kommt sehr selten auf, ist aber nicht zu unterschätzen! Er setzt ein, wenn es im Sommer nach längerer Zeit ohne Abkühlung das erste Wärmegewitter gibt und der Himmel im Süden des Sees mit immer dichter werdenden schwarzen Wolken bedeckt ist. Ein Signal für den aufkommenden Vént dé Tép sind Blitze, fast keine Sicht und strömender Regen mit großen starken Regentropfen. Der Wind hat eine große Reichweite und weht häufig von Südwest nach Nordost. Er wechselt allerdings immer wieder die Windrichtung, ist sehr böig und kann eine Stärke bis zu 10 BF erreichen, was ihn äußerst gefährlich macht. Außerdem zerstäubt er den Wellenkamm, so dass man bis auf eine Höhe von etwa einem Meter über dem Wasser nicht mehr atmen kann. Vor dieser Gefahr kann man sich nur schützen, indem man sich einen Kübel oder ein Tuch vor das Gesicht hält und Abstand zur Wasseroberfläche sucht.

Der Boàren ist ein ziemlich lokal beschränkter Wind am Westufer des Gardasees, der aus dem Sabbiatal (Val Sabbia) von Westen bis Nordwesten in den Golf von Salò weht. Der "Boàren" tritt hauptsächlich bei ruhigen Hochdruckwetterlagen in der Nacht und am frühen Morgen auf, so dass er auch als nächtlicher Bergwind identifiziert werden kann.

Aktueller Wind Torbole
Aktueller Wind in Hotel Pier (Düse)

Warnung: Tragflügelboote, sog. Hydrofoils haben schon in der Vergangenheit manchen schweren Unfall mit Surfern gehabt!


Lage Gardasee (Bild: NordNordWest)  Großbild klick!












Windkarte Gardasee   (Bild: Gabri80)  Großbild klick!


































Nordteil des Gardasees (Bild: Ampfinger)  Großbild klick!













Blick von Tremosine aus (Bild: Paolo Rossi)  Großbild klick!































Weitere italienische Binnenreviere: Caldonazzosee   Comersee   Gardasee   Haidersee   Kalterer See   Lago Albano   Lago d'Idro   Lago d'Iseo   Lago d’Orta   Lago di Bolsena   Lago di Ledro   Lago di Santa Croce   Lago di Varese   Lago Maggiore   Lago di Molveno   Lago Trasimeno   Luganer See   Reschensee  

Weblinks:
Der Gardasee in Wikipedia
Bilderseite Gardasee
Windvorhersage 5 Tage
Aktueller Wind vom Stickl-Sportcamp
Webcams am Gardasee
Hochauflösende Webcam Malcesine

Fehlt ein wichtiges Link zum Thema? Link mitteilen

Links können sich ggf. ändern. Darauf haben wir leider keinen Einfluß. Sollten Sie ein totes Link entdecken, schreiben Sie uns bitte eine Mail zusammen mit der Adresse der Seite. Vielen Dank im Voraus!


Schlagwörter: Gardasee, segeln, thermischer Wind, Ora, Vento, Anlegesteg, Steganlage, Hafen, Yachthafen, Hafenplan, Ankerbucht, Marina, Navigation, Wassertiefen, Versorgungsmöglichkeiten, Tourismus, Fremdenverkehr, Sehenswürdigkeiten, Geschichte, Segeln, Wind, Windbedingungen, Revierinformation für Segler, Seglerinfo, Satellitenbild, Lagekarte, Bilder, Seekarte, Webcams, Panoramafoto, Film, Wetter Gardasee

Sail Home Sail home to ESYS ...
[Google]  [Yahoo]  [Ökoportal.de]