Serifos ist die dritte größere in der Reihe der kykladischen Inseln, die sich von der Attikaküste nach Südsüdosten in Richtung Santorin zieht. Die Insel hat etwa 1.200 Einwohner und liegt ungefähr 70 Seemeilen von Piräus entfernt und ist etwa 70 km² groß. Der Hafen Livadi liegt an der Ostküste der Insel.
Die massentouristische Entwicklung ist auf dieser Insel nicht so stark ausgeprägt wie bei mancher ihrer Nachbarn, sie ist beliebt bei Individualreisenden. Auch Wassersportler laufen sie sehr gerne an, in den meisten Fällen wird dann die Bucht mit dem Fährort Leivadion besucht. Bei der Ansteuerung fällt die äußerst malerisch auf dem Hügel liegende Chora ins Auge.
Das Männerkloster Taxiarches wurde 1572 in der Nähe des Dorfes Galani gebaut. Da das Kloster aufgrund des großes Grundbesitzes bekannt für seinen Reichtum war und daher auch Piratenüberfällen ausgesetzt war, wurde die Anlage mit einer bis zu vier Meter hohen Mauern mit Schießscharten, ähnlich einer Festung mit nur einem Zugang errichtet. 1617 wurde eine Klosterschule gegründet. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Kloster religiöses, pädagogisches und wirtschaftliches Zentrum der Insel. Das Kloster ist den Taxiarches (Erzengeln) Michael und Gabriel geweiht, deren Ikonen aus Zypern stammen sollen und zugleich auch die Inselheiligen sind. Die Fresken der dreischiffigen Kirche mit Kuppel sind noch teilweise im originalen Zustand und stellen den Kampf des Erzengels gegen den Drachen der Enthüllung dar. Auf dem Fußboden ist ein Marmorrelief mit einem Doppeladler als Symbol des Byzantinischen Reiches aus dem Jahr 1659 erhalten. 1909 wurde im Kloster eine Bibliothek gegründet.
Die zahlreichen teilweise unzugänglichen Buchten in Verbindung mit Steilküsten und Höhlen bieten den Mittelmeermönchsrobben (Monachus monachus) ein ideales Rückzugsgebiet. Neben den vielen Eidechsen wie den Riesensmaragdeidechsen (Lacerta trilineata hansschweizeri) und Schlangenarten darunter auch Leopardnattern (Zamenis situla bzw. Elaphe situla) kommen auch Kaspische Bachschildkröten (Mauremys caspica) vor.
Tourismus und Unterkünfte: Das Angebot an Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels ist reichlich.
Ormos Koutala
(N 37° 08,15' E 024° 27,51')
Eine weite, völlig einsame Bucht westlich von Leivadion. Auch sie bietet bei Meltemi besten Schutz, aber auch hier prasseln die Fallböen mit ungeheurer Kraft von den Bergen. Freunde von "Lost Places" werden ihre Freude an den verlassenen Erzverladestellen haben.
Anmerkung: bei einem Besuch September 2011 haben wir vor der Küste Serifos und in dieser Bucht stärkste Winde erlebt. Während im Vorhersagegebiet 20 kn aus N vorhergesagt waren, herrschten hier über 30 kn Wind. Zum Verweilen vor Anker deutlich zu viel.
Ormos Mega Leivadi
N 37° 08,37' E 024° 25,81'
Auch diese Bucht macht den Eindruck, als würde sie bei Meltemi guten Schutz bieten. Eventuell steht dann ein wenig Schwell hinein. Eine ganze Anzahl Fischer liegen hier an Murings, was auch für den Schutz der Bucht spricht. Allerdings ist dadurch der Platz zum freien Ankern eingeschränkt, man geht vor Buganker und mit Heckleinen an die kleine Pier.
Ein hübscher Ort, eingerahmt in eine grün bewachsene Bucht, zusätzliches Flair bringen die ehemaligen Erzverladestellen. Vereinzelte Tavernen.
Agios Sostis
(N 37° 09,30' E 024° 32,01')
An der Ostküste eine knappe Seemeile (Luftlinie) nordöstlich von Livadi liegt diese knuffige Anlegestelle. Eine kleine Bucht mit einer kleinen Fischerpier. Die Wassertiefen davor betragen um die zwei Meter. Man kann mit Buganker und Heckleinen anlegen. Es liegen keine Erfahrungen bei ausgeprägtem Meltemi vor, man dürfte dann jedoch umlaufendem Schwell ausgesetzt sein. Gut geeignet für ein kleines Segelpäuschen.
Levadion
N 37° 08,21' E 024° 31,93'
37° 08,55' N 024° 31,01' E
Die weiträumige Bucht bietet besten Schutz, auch wenn bei Meltemi äußerst kräftige Fallböen die Berge herunterfegen. Schon in der schlauchförmigen Einfahrt muss man mit einer Zunahme der Windstärke um zwei bis drei Beaufort rechnen. Man ankert frei vor Anker vor dem nördlich gelegenen Strand (gut haltender Grund, wenn man eine seegrasfreie Stelle erwischt hat) oder geht mit Buganker und Heckleinen an die eigens für Yachten erweiterte Pier vor dem Ort Leivadion, nordwestlich des Fähranlegers. Letzterer wurde verlängert, seitdem legen die Fähren an der Südseite an. Dadurch entfallen die früher bei überfüllter Yachtpier so gerne wahrgenommenen Liegeplätze südlich des Wellenbrechers. Anker weit in Windrichtung ausbringen und gut einfahren, da die seitlichen Fallböen oft sehr stark sind. Ankergrund ist gut haltender Sand, teilweise mit Seegras bewachsen.
Trotz der Erweiterungen werden Liegeplätze schnell knapp. Bei ausgewachsenem Meltemi können die Fallböen dazu führen, daß kaum ein Anker noch hält. Bei diesen Bedingungen drängeln sich nahezu alle Segler und Motorboote an die Südseite des Yachtanlegers, eine dritte oder vierte Reihe ist dann nichts ungewöhnliches.
Wasserversorgung möglich
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS