EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Geschichte Monemvasias

von Peter O. Walter









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Der Felsen von Monemvasia von Norden aus   Großbild klick!
Segelt man von Süden her von Kap Maleas aus die Küste des Peleponnes entlang, so taucht nach wenigen Seemeilen wie ein überdimensionaler Napfkuchen die Halbinsel Monemvasia auf. Nur durch einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden, ragt das Plateau des Felsens mit dreihundert Meter schroff abfallenden Flanken aus dem Meer hervor.

Im Näherkommen bemerkt man sofort die in früheren Zeiten eminent bedeutsame strategische Lage dieser Halbinsel: Die steilen Felswände mußten Monemvasia damals zu einer uneinnehmbaren Festung gemacht haben. Dazu kommt, daß man von dieser Plattform aus einen beneidenswerten Blick auf alle Schiffe gehabt haben muß, die Kap Maleas rundeten. Und um dieses Kap mußten sie alle: Ob sie ins Schwarze Meer oder Athen, nach Nauplia, Konstantinopel (heute Istanbul) oder nur nach Hydra wollten, alle passierten unter den Augen Monemvasias.

Etwa im Jahr 583 n.Chr. wurde Monemvasia als Stadt gegründet, wahrscheinlich geht die Besiedelung aber noch etliche Jahrhunderte zurück: Man sagt, die letzten Spartaner hätten sich, als der Gotenkönig Alarich 396 n.Chr. Sparta zerstörte, (neben der Halbinsel Mani) auch auf Monemvasia angesiedelt.

Die Geschichte Monemvasias ähnelt der aller strategisch bedeutsamen Orte: Es wäre ermüdend, sie haarklein zu erzählen. Die Pest, arabische Piraten, Normannen, fränkische Kreuzritter, Venezianer, Byzantiner, Johanniter und die Türken kamen und gingen. Alle hinterließen ihre baulichen Spuren. Eines aber ist bemerkenswert: Bis zu dem Zeitpunkt, als das Schießpulver und die Kanonen erfunden wurde, konnte die Stadt nie militärisch erobert werden; die einzige Möglichkeit war, sie auszuhungern.

Dies geschah 1246. Nach drei Jahren Belagerung durch die Franken, als die Monemvasioten schon alle Hunde und Katzen aufgegessen hatten, und keine Aussicht auf Entsatz bestand, ergaben sie sich. Aber selbst in dieser Situation hatten sie noch das Selbstbewußtsein, Bedingungen (!) zu stellen. Der Frankenführer glaubte seinen Ohren nicht trauen zu können. Verlangten die Monemvasioten doch nicht nur, daß sie ihr gesamtes Eigentum behalten durften, sie wollten mit den Franken gleichberechtigt (!) sein, keine Steuern (!!) zahlen und vom Kriegsdienst befreit sein. Sie erklärten sich zwar bereit, den neuen Eroberern ihre (Piraten)Schiffe zur Verfügung zu stellen, aber nur gegen (hohe) Bezahlung.

Frankenführer Wilhelm von Villehardouin schnappte nach Luft, als er das hörte. Dann überlegte er und - genehmigte!

Peter O. Walter, 1995

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