EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Revierinformation für Segler:
Die Insel Skyros / Nördliche Ägäis

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Die Insel Skyros liegt in der nördlichen Ägäis.
Mit einer Fläche von 208 km² ist die 25 Seemeilen östlich von Euböa liegende Insel die größte dieser Inselgruppe.
Skyros wird vor allem im Westen von zahlreichen kleinen Inseln gesäumt - erwähnenswert sind Valaxa und Skyropoula ('kleines Skyros'). Auf den Inselchen Notios Podies und Voreios Podies vor der Nordküste befinden sich Leuchttürme.

Während der südliche Teil der Insel gebirgig, karg, steinig und unbewohnt ist, ist der etwa gleich große nördliche Teil, in dem fast alle Inselbewohner leben, von üppiger Vegetation und großen Pinienwäldern geprägt.

Skyros spielt im Sagenkreis um Achilleus und Theseus eine Rolle: Theseus soll nach seiner Vertreibung aus Athen hier gelebt und durch Lykomides den Tod gefunden haben. Die wirtschaftliche Bedeutung der Insel war in der Antike gering. Ursprünglich von Pelasgern und Karern, dann von seeräuberischen Dolopern bewohnt, wurde Skyros um 475 v. Chr. von den Athenern unter Kimon, welche des Theseus Gebeine von dort holten, erobert. Seitdem befand es sich für mehrere Jahrhunderte mit wenigen Unterbrechungen in athenischem Besitz. Skyros galt im Altertum als arm, steinig und unfruchtbar, hatte aber schönen bunten Breczienmarmor, der sich in Rom großer Beliebtheit erfreute, Chromeisenerz sowie eine berühmte Ziegenrasse.
Im Mittelalter war Skyros "Seeräuberbeute" - deshalb ist der Hauptort auf dem zum Inselkern gewandten Teil des Felsens erbaut. So konnte man vom Meer aus das Dorf nicht sehen.

Die Chora gilt als eines der schönsten Dörfer der Ägäis. Das Ortsbild mit engen und steilen Gassen und Treppen erinnert an ein Kykladendorf. Der Ort ist um einen kegelförmigen Felsen terrassenartig gebaut, so dass Autos nur bis zum Rand des Ortskerns fahren.
Auf dem steilen Granitfelsen über dem Ort thronte schon im 4. Jahrhundert vor Chr. eine antike Akropolis. Das Kastro, die burgartige Befestigungsanlage, wurde in seiner heutigen Erscheinung ursprünglich in byzantinischer Zeit errichtet, nach Zerstörungen Ende des 14. Jahrhunderts erweitert und vollendet. Die imponierend dicken, nach Osten zum Meer hin fast senkrecht abfallenden Mauern boten guten Schutz vor Piraten. Seit einem Erdbeben im Frühjahr 2001 sind Kloster und Kastell für Besucher gesperrt.

Der englische Dichter Rupert Brooke (1887- 1915) verstarb als Marineoffizier auf einem Lazarettschiff vor Skyros an Malaria und fand im Süden der Insel in der Bucht „Tris Boukes“ seine letzte Ruhe. Sein Marmorgrab inmitten eines Olivenhains wird noch heute gepflegt und instand gehalten. Dem Philhellenen, dessen patriotische Gedichte in England bekannt sind, wurde 1931 an einem der schönsten Plätze der Insel über der Chora ein Denkmal gesetzt, eine Bronzestatue des Bildhauers Michalis Tombras, die den Dichter jedoch unbekleidet darstellt und deshalb der Geistlichkeit missfällt: Während der Gottesdienste in der benachbarten Kirche und an wichtigen religiösen Feiertagen wird die Blöße daher verhüllt.

Skyros ist seit der Antike für seine zahlreichen Marmorsorten bekannt. In der Antike wurde der Marmor Scyreticum in den Sorten Breccia di Settebasi (dunkelrote bis hellrote Bekzie) und Breccia a samesanto (violett bis braun) abgebaut. Bekannte noch existierende Beispiele sind die Hadransbibliothek in Athen und die St. Demetrius Basilika in Thessaloniki. Seit dem 19. Jahrhundert wird der Marmor aus Skyros vereinzelt als luxuriöses Baumaterial verwendet, so etwa im Sockelgeschoss des Looshauses in Wien, dem Woolworth Building in New York, im Palacio San Miguel in Buenos Aires und an zahlreichen Londoner Banken.

Limin Linaria
38° 50,59' N 024° 32,16' E
Der Haupt- und Fährhafen im Süden der Insel ist bei Meltemi gut geschützt, nur bei südwestlichen Winden steht etwas Schwell. Am alten Fähranleger an der Außenmole kann man je nach Belegung längsseits oder im Päckchen festmachen, dabei den Bereich für die Vorleinen der Fähre (Skyros Express) freihalten. Der Hafenpolizist weist auch gelegentlich einen Platz am Ende des Fähranlegers unmittelbar bei der Rampe zu, den sollte man aber vermeiden. Die Fähre verkehrt mehrmals täglich nach Kimi auf Euböa.
Wasser ist nicht verfügbar, Treibstoff wird gegen tel. Bestellung per Tankwagen geliefert. Im Hafen direkt ein Mini Markt, in dem man sich mit dem Nötigsten versorgen kann. Nächster Laden an der Straße nach SKYROS, dringender Bedarf kann ggf. in einer der zahlreichen Tavernen gedeckt werden.
Im Hafenbecken kann geankert werden, dabei gut von der Fährmole freihalten und auf Murings und Bojensteine achten. Der Grund ist bewachsener Kies und Schlick.

Franz Huber schreibt (Stand 06/2016): "Der Hafen wurde für Sportboote nach modernsten Aspekten neu konzipiert. Bereits beim Einlaufen wird man vom Hafenkapitän im Motorboot begrüßt und sogleich ein Liegeplatz zugewiesen. Ein Marinero ist bei der Übergabe der Mooringleine und beim Festmachen behilflich.
Insgesamt stehen jetzt 12 Mooringplätze zur Verfügung, die gelb markiert und für Fischerboote tabu sind, worauf auch streng geachtet wird. Für alle Liegeplätze gibt es am Kai vor der Uferpromenade Strom und Wasser. Direkt an der Uferpromenade findet man eine Reihe von Speiselokalen, eine Bar und speziell Fischrestaurants sowie Pkw- und Rollerverleih unmittelbar im Hafen.
Unweit der Liegeplätze sind Toiletten und WW-Duschen in sehr ordentlichem Zustand vorhanden, welche ausschließlich den Seglern vorbehalten sind. Überhaupt vermittelt der Hafen bestmögliche Organisation und Sauberkeit, die für griechische Verhältnisse besonders hervorsticht.
Man liegt hier sehr ruhig, es sei denn die Fähre legt an oder ab. Dann wird es für etwa ½ Stunde etwas unruhig. Danach verfällt der Ort mit seinem Hafen wieder in eine beschauliche Idylle.
Die Liegeplatzgebühr beträgt für ein 11m- Boot ungeachtet der Crewstärke 15,- €, Strom und Wasser incl."


Georges Zambalos schreibt: "Seit 15.06.2016 nahm die seit langem geplante Tankstelle direkt am Hafenkai, den Betrieb auf. Alle arten von Treibstoffe werden angeboten, die Preise sind etwas hoch aber noch im vernünftigen Rahmen."



Ormos Tristomo
38° 46,78' N 024° 34,7' E
Ormos Tristomo ist eine weiträumige, annähernd halbrunde Bucht im Süden von Skyros, die nach Süden durch die Inseln Ns. Plati und die größere Ns. Sarakino abgedeckt werden. Im NO der Bucht liegen einige militärische Einrichtungen, interessant ist der im NW gelegene tiefe Einschnitt nördlich des befeuerten Ak. Marmara. Diese Bucht ist unbewohnt, hier kann man auf 3 - 8 m WT auf vereinzelt bewachsenem, mit Steinen durchsetztem Kies ankern. Nur bei sehr ausgeprägten - und seltenen - Südlagen steht hier etwas Schwell, so dass sich die Bucht auch als Ankerplatz für die Nacht eignet.



windsack
Die Hauptwindrichtung in den nördlichen Sporaden ist Nord (Meltemi). Gerade in den Sommermonaten weht hier der Meltemi aus dem ersten oder vierten Quadranten, jedoch weniger stark als im Süden der Ägäis. Im Frühjahr und Herbst gibt es wesentlich weniger Wind, wechselnd aus nördlichen Richtungen, aber auch aus Süd. Im Trikeri-Kanal Düseneffekt von Ost nach West. Es empfiehlt sich, in den Monaten Juli und August Ankerbuchten und Liegeplätze nach Schutz gegen Nordwind auszusuchen. Unter der Telefonnummer 01/9629316 gibt ein englisch sprechender Meteorologe Auskunft über das Wetter der nächsten drei Tage.



Weblinks:
Skyros in Wikipedia
Die nördlichen Sporaden in Wikipedia
Die Sporaden in Wikipedia
Der Nationale Meerespark der Sporaden

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Lage von Skyros
(Bild: Lencer / Bearbeitung Walter) Großbild klick!













Satbild Skyros
(Bild: Google Earth / Bearbeitung Walter) Großbild klick!



















Chora (Bild: Han borg)  Großbild klick!









Denkmal des englischen Dichters Rupert Brooke,
wird an kischlichen Feiertagen verhüllt ...
(Bild: skonix)  Großbild klick!













Haupthafen Linaria (Bild: skonix)  Großbild klick!













Kirche im Felsen (Bild: chrivas.intl)  Großbild klick!













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