EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Revierinformation für Segler:
Die Insel Pelagonisi / nördliche Ägäis

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Pelagonisi, Nordägäis, Planitis 360°-Panorama (Bild: geminus)

Die Insel Pelagonisi, auch Kyra Panagia oder Pelagos genannt liegt in der nördlichen Ägäis. Sie ist abgesehen von den Einfahrten zu den Buchten fast kreisrund und misst in Nord-Süd-Richtung circa neun Kilometer, die höchste Erhebung ist bei fast 300 Metern. Sie ist nicht besiedelt, zeitweise ist jedoch ein Bauernhof im Innern der Insel, und das Kloster bewohnt. Von diesen beiden Stellen aus wird die Insel bewirtschaftet, die sich nach wie vor im Besitz der Klöster um den Berg Arthos sind. Im Übrigen herrscht hier absolute Einsamkeit.

Interessant ist Pelagonisi unter anderem als Absprungort nach Norden, beispielsweise an die Chalkidiki. Die Strecke von letzten guten Schutz bietenden Ankerplatz Ormos Planitis bis Limin Koupho an der Sithonia beträgt etwa 39 Seemeilen. Die beiden großen Buchten der Insel sind beliebte Anlaufstellen auch für Flottillen.

Die Insel liegt wie ihre Nachbarn im Schutzbereich des National Marine Park of Alonnisos-Northern Sporades (NMPANS), ein Naturschutzgebiet, das neben vielen anderen Pflanzen und Lebenwesen den vom Aussterben bedrohten Mönchsrobben Rückzugsmöglichkeiten ermöglichen soll. Die Zugangsbeschränkungen sind nicht klar veröffentlicht, der Besuch von Wassersportlern wird zumindest geduldet. Es sei trotzdem jedem ans Herz gelegt, sich besonders umsichtig zu verhalten. Manchmal wird man tatsächlich für die Ruhe belohnt, indem man die sehr wendigen Robben beobachten kann.

Auf der gesamten Insel keinerlei Versorgungsmöglichkeiten oder Restaurationen.

Bereits in der Jungsteinzeit im 6. Jahrtausend v. Chr. war Kyra Panagia besiedelt. Eine durchgehende Besiedlung bis zur Antike ist wahrscheinlich. Antike Ruinen konnten auf dem kleinen Inselchen Melissa in der Bucht von Agios Petros nachgewiesen werden, westlich der Bucht von Agios Petros bei der Insel Pelerissa wurde ein antikes Schiff aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. entdeckt. Das Schiff hatte 1500 Amphoren aus der antiken Stadt Mende von der Halbinsel Kassandra geladen. In der Antike war die Insel unter Namen Alonnisos bekannt und gehörte im 5. Jahrhundert v. Chr. zu Athen. 351 v. Chr. übernahm Sostratos aus Peparithos (dem heutigen Skopelos) die Insel und machte sie zu seinem Sitz. Die Insel wechselte von Philipp von Makedonien, der 346 v. Chr. Sostratos verjagt hatte, wieder in Athener Besitz.

Die Volkszählung von 1961 gab 69 Bewohner an, 2001 noch 10. Tatsächlich lebte seit 1984 nur noch ein Mönch auf der Insel. Heute wird Kyra Panagia nicht mehr dauerhaft bewohnt.



Ormos Kyra Panagia (Ormos Agios Petros)
39° 19,35' N 024° 03,38' E
Weiträumige, guten Schutz bietende Bucht mit mehreren Möglichkeiten zum Ankern, auch wenn man nicht immer vor Schwell gefeit ist. Sie ist frei von Untiefen, man ankert auf bestens haltendem Grund. Nachts weist das Feuer auf der vorgelagerten, an beiden Seiten passierbaren Insel Pelerissa den Weg.
In den nördlichen Einbuchtungen hinter dem mittig gelagerten Inselchen (vermutlich ist mit Agios Petros genau diese Ecke der Bucht) findet man malerisch gelegene Ankerplätze, frei ankernd oder mit Landleinen zu den überall vorhandenen ufernahen Felsen. Ebenfalls gute Ankerplätze findet man in den Einschnitten im Osten und Südosten. Die kleine Pier in der östlichen Bucht (N 39° 18.780' E 024° 03.915') dient zur landwirtschaftlichen Versorgung und ist für Segelyachten nicht nutzbar, am Kopf der Pier sind Wassertiefen von nur etwa einem Meter.



Westbucht
39° 20.008' N 024° 2.625' E
Eine fjordähnlich einschneidende, schmale Bucht. Bei moderatem Wetter konnte eine verblüffende Seegangberuhigung festgestellt werden, Erfahrungen bei länger herrschendem Meltemi liegen nicht vor. Brauchbar bei ruhigem Wetter als Tagesankerplatz, viel Platz zum Schwojen ist nicht vorhanden, Landleinen mögen hilfreich sein.



Ormos Planitis
39° 20,84' N 024° 04,37' E
Besten Schutz bietet diese weiträumige und fast vollständig eingeschlossene Bucht im Norden der Insel. Manchmal ist noch ein wenig Schwell bemerkbar, der es durch die weniger als einhundert Meter breite, schlauchförmige Einfahrt geschafft hat. Bei der Ansteuerung muss man mit Seegang bis kurz vor der Einfahrt rechnen, erst ungefähr neben der felsigen Insel in der trichterförmigen Einfahrt lässt er dann schnell nach.
Man liegt oft in völliger Einsamkeit, zuweilen trifft man (dann meist in der östlichen Einbuchtung) auf Fischer. Sehr gut haltender Ankergrund.



Ormos Monastiri
39° 19,55' N 024° 05,70' E
Diese Bucht ist nur bei sehr ruhigem Wetter (oder bei recht seltenen Westwinden) nutzbar. Touristenboote legen mit Anker und Landleinen an einen improvisierten Anleger an. Von hier aus kann man über einen Felsstufenstieg in circa 20 bis 30 Minuten das Kloster erreichen. Als Segler empfiehlt sich ein Klosterbesuch eher über den Ormos Kyra Panagia.



windsack
Die Hauptwindrichtung in den nördlichen Sporaden ist Nord (Meltemi). Gerade in den Sommermonaten weht hier der Meltemi aus dem ersten oder vierten Quadranten, jedoch weniger stark als im Süden der Ägäis. Im Frühjahr und Herbst gibt es wesentlich weniger Wind, wechselnd aus nördlichen Richtungen, aber auch aus Süd. Im Trikeri-Kanal Düseneffekt von Ost nach West. Es empfiehlt sich, in den Monaten Juli und August Ankerbuchten und Liegeplätze nach Schutz gegen Nordwind auszusuchen. Unter der Telefonnummer 01/9629316 gibt ein englisch sprechender Meteorologe Auskunft über das Wetter der nächsten drei Tage.



Weblinks:
Pelagonisi (Kyra Panagia) in Wikipedia
Die nördlichen Sporaden in Wikipedia
Die Sporaden in Wikipedia
Mönchsrobbe in Wikipedia

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Lage von Pelagonisi
(Bild: Lencer / Bearbeitung Walter) Großbild klick!

















Ankerbuchten auf Pelagonisi
(Bild: Google Earth / Bearbeitung Walter) Großbild klick!




















Ormos Kyra (Bild: bisquinini)  Großbild klick!










Ormos Kyra, Ostbucht (Bild: geminus)  Großbild klick!













Einfahrt Limin Planitis (Bild: jennib)  Großbild klick!









Einfahrt Planitis: Keine auffällige Ansteuerungsmarke
(Bild: lrk)  Großbild klick!








Ankerbucht Monastiri (Bild: ianne83)  Großbild klick!











Mittelmeermönchsrobbe (Bild: Baldhur)  Großbild klick!














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