Chalki ist eine griechische Insel in der Ägäis, die zum Dodekanes und damit zur Inselgruppe der
Südlichen Sporaden gehört.
Sie liegt sechs Seemeilen westlich von
Rhodos, 21 sm südwestlich von
Symi, zehn sm südöstlich von
Tilos und 3,5 sm westlich von Alimia. Die 26,98 km² große Insel weist etwa 34 km Küstenlinie auf. Chalki ist insgesamt recht bergig; die höchsten Berge sind Maistros (593 m), Profitis Ilias (578 m), Elias (518 m) und Kapnikari (501 m).
In der Antike lebten auf Chalki bis zu 8.000 Menschen. Auf der damals noch gut bewaldeten und niederschlagsreichen Insel wurde vor allem Weizen angebaut. Der Name Chalki bedeutet „Kupfer“, das früher auf der Insel abgebaut wurde.
Die Geschichte von Chalki ist eng mit der Geschichte von Rhodos verbunden. So gehörte die Insel bis zum Jahre 1204 zum Byzantinischen Reich und stand später unter wechselnder Herrschaft. Von 1523 bis 1912 gehörte Chalki zum Osmanischen Reich, seit dem 7. März 1948 zum heutigen Griechenland.
Chalki war in der Ägäis zusammen mit den beiden Inseln Symi und
Kalymnos lange Zeit das Zentrum der Schwammtaucherei. Mit dem aufkommenden Ende dieses Wirtschaftszweigs verließen viele Einwohner die Insel und wanderten in die USA aus, vor allem nach Florida. Viele ließen sich in Tarpon Springs nieder, dem „Ort der Schwammfischer“.
Nach den teilweise glanzvollen Zeiten der Vergangenheit ist die Insel heute von Verfall gekennzeichnet. Auf Chalki gibt es nur eine Ortschaft, die den gleichen Namen trägt. Der Ort hat etwa 300 Einwohner mit sinkender Tendenz. Der Hafen heißt Emborio. Wie auch auf den anderen Inseln der Dodekanes ist der Tourismus heute nahezu die einzige Einkommensquelle.
Tourismus und Unterkünfte: Das Angebot an Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels ist reichlich.
Chalki / Emborio
36°13,35' N 027°37,0' E
Der Ort von Chalki bietet Postkarten-Idylle. Der Stadthafen von Chalki ist von Fischern dominiert. Die Promenade hat sich allerdings auf Touristen eingestellt und eine Taverne reiht sich an die nächste.
Im Norden bietet ein Schwimmsteg eine Anlegemöglichkeit für Yachten. Bei ausgeprägtem Meltemi kann es allerdings problematisch werden, einen sicheren Liegeplatz zu bekommen. Durch die sehr heftigen Fallböen, die in kurzer Folge und aus den unterschiedlichsten Richtungen herunterprasseln, und die daraus resultierenden Bootsbewegungen ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Fender auf dem sehr niedrigen Schwimmsteg liegen und den Rumpf nicht mehr schützen können. Ein freies Plätzchen am befestigten Kai oder am Anleger ist nur schwer zu ergattern. In diesen Fällen ist ein Verholen in den benachbarten Ormos Potamos (s.u.) zu erwägen.
Es lohnt sich vor der Ansteuerung des Ortes über die Anlegezeiten der Fähren informiert zu sein. Es kann vorkommen, dass man nach gelungenem Anlegemanöver am befestigten Kai (nicht am Schwimmsteg!) vertrieben wird, da noch eine Fähre erwartet wird. Von den "vertriebenen" Booten fahren einige weiter in die nahe Bucht. Wenn man flink ist und etwas Glück hat, bekommt man kurz nach dem Ablegen der Fähre einen Luxusplatz am befestigten Kai.
Nur bei guter Wetterlage ist auch ein Ankern etwas nordöstlich der Kaimauer direkt vor den Häusern möglich. Allerdings sollte man aufpassen, dass man aufgrund des Fährverkehres nicht zu weit in der Bucht liegt. Das Wasser ist traumhaft sauber und man hat eine wunderschöne abendliche Kulisse.
Chalki liegt an der südöstlichen Küste der Insel. Revierführer empfehlen, Chalki vom Süden her anzulaufen. Die Ansteuerung vom Norden her erfordert Detailkarten, da Felsen über und unter Wasser die Einfahrt behindern. Vom Süden her schafft die Ansteuerung keinerlei Probleme.
Ormos Potamos
36° 13,25' N 027° 36,3' E
Sehr zu empfehlen ist die Bucht Ormos Potamos, sie ist allerdings nicht so einsam wie andere Buchten. Sie verfügt über einen Sandstrand mit Sonnenschirmen und liegt westlich von dem Ort, unmittelbar hinter der Landzunge. Sie ist nach Süden hin offen, so dass bei nördlichen Winden ein sicheres Liegen möglich sein sollte. Der Boden ist Sand, teilweise bewachsen und er fällt flach ab, so dass hinreichend Raum zum Ankern ist.
Der Törnführer 'Griechenland 3' warnt vor einem Felsen mit Wassertiefe 2m. Der Felsen liegt ca. 70-80m vom NW-Ufer, und ist leicht zu finden. Es gibt seit 2007 teilweise Beschränkungen bzgl. des Ankerns, ggfls. ist Anweisungen der Coast Guard Folge zu leisten.
Im Sommer
(Meltemi) aus Nordwest, aber nicht so stark wie in der Zentralägäis. Nachts legt es sich meist. Wenn er dennoch in der Nacht weht, ist am nächsten Tag sehr starker Meltemi zu erwarten. Im Frühjahr und im Herbst ist der Meltemi schwächer. Abendlicher Tau ist ein recht sicheres Zeichen dafür, dass am nächsten Tag wenig oder gar kein Wind ist. Umgekehrt ist es auch ein sicheres Indiz, dass wenn der nasse Niederschlag an Deck nach einigen Tagen Tau ausbleibt, der Meltimi wiederkommt. Im Winter kann es zu heftigen (!) Stürmen bis zur Orkanstärke kommen.
Siehe
Windkarte Ägäis