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Online-Hafenhandbuch Deutschland:
Der Möhnesee

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Der Möhnesee ist ein Stausee in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Er zieht sich in Ost-West-Richtung durch die nach ihm benannte Gemeinde Möhnesee und wird im Westen von einer Staumauer begrenzt. Der Möhnesee liegt am nordwestlichen Rand des Naturparks Arnsberger Wald innerhalb der Gemeinde Möhnesee im Kreis Soest.
Die Möhnetalsperre dient der Niedrigwasseraufhöhung, dem Hochwasserschutz und der Stromerzeugung aus Wasserkraft. Vorrangiges Ziel ist die Niedrigwasseraufhöhung der Ruhr, in die das Wasser der Talsperre über den Unterlauf Möhne und den Zusammenfluss in Neheim (Stadt Arnsberg) gelangt. Die Regulation des Wasserstands der Ruhr garantiert eine gleichmäßige Versorgung des Ruhrgebiets mit Roh- und Brauchwasser. Eigentümer und Betreiber der Talsperre ist der Ruhrverband.
Der Möhnesee, der neben der Rurtalsperre und dem Biggesee zu den größten Stauseen in Nordrhein-Westfalen zählt, und der angrenzende Arnsberger Wald sind vor allem für Menschen aus dem Ruhrgebiet bedeutende Naherholungsgebiete. Daher gibt es ein umfangreiches wassersportliches Angebot sowie jährlich einen großen Triathlonwettbewerb am Möhnesee.



Die Segelsaison am Möhnesee beginnt am 15. März und endet am 15. November eines jeden Jahres.
Es darf auf folgenden Becken (Unterteilung durch Brücken bzw. Dämme) gesegelt werden (von West nach Ost):
"Sperrmauer-Becken" (außer südlicher Bereich = Naturschutzgebiet) "Delecker Becken" (zwischen Delecker Brücke und Fußgängerbrücke Körbecke) "Körbecker Becken" (zwischen Fußgängerbrücke Körbecke und Stockumer Damm) "Wameler Becken" (östlich des Stockumer Damms)

Der Möhnesee - unter seinen Freunden liebevoll auch "Westfälisches Meer" genannt - wurde 1913 nach nur fünfjähriger Bauzeit fertiggestellt. Er wurde zur Hauptstütze der Wasserversorgung des Ruhrgebietes und kann bis zu 135 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen.
Auch heute noch ist er mit über 25% Anteil am Gesamtstauraum aller Talsperren im Einzugsgebiet der Ruhr ein wesentliches Element zur Steuerung der Wasserführung der Ruhr, aus deren fließender Welle die für die Wasserversorgung benötigten Mengen entnommen werden.
Dieser Umstand läßt ahnen, welche Konsequenzen sich für den Segler hieraus ergeben: Ist das Frühjahr mit ausreichenden Regenfällen gesegnet, läßt das Segeln auf dem Möhnesee kaum Wünsche offen; bleibt der Regen jedoch aus, leert sich der ca. 9 km und 1,5 km breite See so bedenklich, daß die Breite sich drastisch reduzieren kann.
Die Gesamtlänge des Möhnesees läßt sich jedoch nur von kenterwilligen Jollenseglern erkunden. Der Vordamm in Stockum sowie zwei Brücken teilen den Möhnesee in vier nahezu gleich große Becken auf. Für die von großen Wasserflächen verwöhnten Segler aus dem Süden vielleicht unverständlich, tummelt sich hier dennoch eine vom Ruhrverband regulierte Anzahl von Seglern - motoren ist verboten - an diesem See.
Der wohl älteste Club, der Yachtclub Möhnesee, befindet sich nur 300 m von der Staumauer entfernt in einer gut geschützten Bucht. Eine bunte Mischung von Segelbooten - vom Drachen über Folke- und H-Boote, Larsen und den am See dominierenden Dehler-Yachten - prägt das Bild. Die regen Regattaveranstaltungen des Traditionsclubs werden jedoch von dem sehr agilen Yacht-Club Westfalia Arnsberg (YCWA) im 2. Becken zwischen Delecker Brücke und Fußgängerbrücke noch übertroffen.
Hier ist auch die größte International 806 Flotte des Möhnesees mit 5 Booten zu Hause. Der engagierten Vereinsführung und Jugendarbeit ist es zuzuschreiben, daß ein großes Optimistenfeld für den Nachwuchs in den Vaurien-, Korsaren- und Laserklassen sorgt. Der deutsche Vizemeister bei den Lasern, Guido Schneider, sowie der deutsche Meister im See-Segeln, Karl Dehler, sind hier Mitglied. Bei den 128 Vereinswasserliegeplätzen dominieren die Yachten der nahegelegenen Dehler-Werft.
Zu den interessantesten Regatten auf dem Möhnesee gehört der Geronimo-Cup (siehe auch Bericht in der Yacht 1/97).
Neben interessanten Preisen und einer zünftigen Segler-Party ist das Regattafeld mit bis zu 80 Booten meist gut besucht. Bei ausreichendem Wind starten bis zu drei Wettfahrten, die bislang noch keine 806 gewinnen konnte... Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir werden unser Glück jedenfalls erneut versuchen. Vielleicht kann ich mit meiner Möhnesee-Kurz- vorstellung den Einen oder Anderen dazu motivieren, uns mit seinem Boot zu besuchen - als Regattateilnehmer oder als Gast. Gastliegeplätze sind im YCWA sowie in anderen Vereinen immer möglich, das Ein- und Auskranen unkompliziert, Voranmeldung ist jedoch notwendig.



Die Möhnetalsperre wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen britischen Bombenangriff, geleitet durch Wing Commander Guy Gibson in der Nacht vom 16. Mai auf den 17. Mai 1943, zerstört (Operation Chastise/Züchtigung). Um die Abwehranlagen am Stausee zu umgehen, kamen speziell für diesen Zweck konstruierte Bomben, so genannte Roll- oder Rotationsbomben, an der Avro Lancaster Dam Buster zum Einsatz; heute kann man sich im Inneren der Staumauer einen Nachbau einer solchen Bombe anschauen. Diese sprangen durch Eigendrehung auf dem Wasser über die Torpedofangnetze hinweg in Richtung Staumauer, schlugen mit geringem Restschwung gegen die Mauer, sanken bis zum Mauersohlengrund ab und detonierten in einer Tiefe von etwa 10 oder 15 Metern. Eine einzige von mehreren in kurzer Folge abgeworfenen Bomben erreichte ihr Ziel und erfüllte den beabsichtigten Zweck. Der See war zu dieser Jahreszeit voll gefüllt.



windsack
Wenn sich zwei Segelboote auf entgegengesetztem Kurs unter Spinnaker fast begegnen, könnte der See, auf dem dies hier und da passiert, der Möhnesee sein.
Der umliegende Arnsberger Wald sorgt für Winde aus fast allen Richtungen.



Weblinks:
Der Möhnesee in Wikipedia
Die Möhnetalsperre - Hauptstütze der Wasserversorgung des Ruhrgebiets, Ruhrverband
Historisches zum Möhnesee
Die Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 - „Operation Züchtigung“: Die Zerstörung der Möhne-Talsperre
Die Möhnekatastrophe 1943
DRK: Möhnekatastrophe 1943
Stauanlagen in Nordrhein-Westfalen; Landesumweltamt NRW
Fotos vom Überlauf der Möhnetalsperre im August 2007
Aktueller Stauhöhenverlauf
Schiffahrt auf dem Möhnesee
Webcam

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Möhnesee Lage  Großbild klick!












Übersicht Möhnesee (Bild: Google Earth)  Großbild klick!









Staumauer Möhnesee (Bild: Rainer Lippert)  Großbild klick!












Anleger bei Körbecke (Bild: Frank M.)  Großbild klick!









Niedrigwasser im Möhnesee (Bild: 19achtzig)  Großbild klick!








1943: Die zerbombte Staumauer (Bild: Bundesarchiv)  Großbild klick!












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