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Die Fraueninsel im Chiemsee
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Die Fraueninsel im Chiemsee (Bild: Dirk Kutzner)

Die Insel Frauenchiemsee, auch und vor allem von den Einheimischen fast immer Fraueninsel genannt, ist nach der Herreninsel die zweitgrößte der drei Inseln im Chiemsee. Sie gehört zur Gemeinde Chiemsee im oberbayerischen Landkreis Rosenheim, der kleinsten politischen Gemeinde Bayerns. Auf der 15,5 ha großen und autofreien Fraueninsel wohnen beständig etwa 300 Einwohner, auf Herrenchiemsee dagegen lediglich einige wenige Personen ganzjährig.

Die Insel ist das ganze Jahr über mit dem Linienschiff zu erreichen, hauptsächlich von Gstadt und Prien aus, teilweise auch von anderen Orten rund um den Chiemsee sowie von der Herreninsel.

Das Kloster Frauenwörth prägt den Charakter von Frauenchiemsee, es ist Wallfahrtsort für die Selige Irmengard, die Schutzpatronin des Chiemgaus. Die Wallfahrt wie die landschaftlich reizvolle Lage der Insel ziehen täglich eine große Anzahl von Besuchern an. Zur Bekanntheit der Insel trägt seit 1928 auch die Chiemseer Künstlerkolonie bei, zu der u.a. Max Haushofer gehörte. 782 gründete Herzog Tassilo III. von Bayern das Kloster Frauenwörth. Nach den Zerstörungen der Ungarneinfälle erlebte es zwischen dem 11. und dem 15. Jahrhundert eine Blütezeit. 1728 und 1732 wurden die Klostergebäude neu erbaut. Im Zuge der Säkularisierung hob man das Kloster offiziell von 1803 bis 1835 auf, jedoch bestand der alte Konvent fort. 1836 errichtete König Ludwig I. von Bayern für die Benediktinerinnen das Kloster neu unter der Auflage, dass sie sich der Erziehung "gefallener Mädchen" widmen sollten. Die Schule auf Frauenchiemsee, zeitweilig ein Erziehungsheim, bestand bis 1995. Im Kloster leben zur Zeit (2007) 30 Schwestern.

Das Inselmünster steht auf karolingischen Fundamenten, das heutige Kirchengebäude stammt aus dem 11. Jahrhundert. 1468 bis 1476 zog man ein Netzrippengewölbe ein. 1688 bis 1702 stattete man es mit den bis heute erhaltenen Barockaltären aus. Der nordwestlich vor der Kirche frei stehende Glockenturm, ein Wahrzeichen des Chiemgaus, stammt ursprünglich wohl aus dem 12. Jahrhundert, seine barocke Zwiebelhaube setzte man ihm 1626 auf.

Auf dem Inselfriedhof nördlich der Klosterkirche liegen viele Künstler und Gelehrte begraben, neben dem Chiemseemaler Max Haushofer etwa die Schriftsteller Wilhelm Jensen und Felix Schlagintweit. Letzterer gab in seinem Roman aus dem Jahr 1943 Ein verliebtes Leben eine literarische Beschreibung des Friedhofs. Auch einige Mitglieder des Adelsgeschlechtes von Eichendorff ruhen dort.

Sehenswert ist die sogenannte karolingische Torhalle aus der Frühzeit des Klosters. Es ist ein rechteckiges Gebäude aus Tuffstein mit einem quadratischen Anbau an der Ostseite. Dessen Erdgeschoss beherbergte einst eine kleine Nikolauskapelle, sein Obergeschoss war die Apsis der Michaelskapelle. Bei Restaurierungsarbeiten legte man hier fast lebensgroße Engelsdarstellungen frei. Von diesen in ihrer Schlichtheit beeindruckenden, ursprünglich wohl sechs roten Umrisszeichnungen sind zwei noch fast vollständig erhalten. Man datierte sie früher ins 9. Jahrhundert, heute aber später. Durch die Torhalle zieht sich in der Mitte des Erdgeschosses eine große, tonnengewölbte Durchfahrt, die beidseitig von einer offenen Arkadenreihe mit jeweils drei Bögen begrenzt wird. Nach Westen schließt das barocke Vikarshaus an.

Im Lindenhain in der Inselmitte erbaute man nach dem Ersten Weltkrieg eine Kriegergedächtniskapelle. Ein großes Bild des Malers Hiasl Maier-Erding ziert ihre Stirnwand, es zeigt ein betendes greises Fischerpaar vor der Kulisse des Chiemsees mit der Fraueninsel. Die Kapelle steht an der Stelle der bereits 1393 erwähnten und nach der Säkularisation abgerissenen Martinskirche.

Auf der Fraueninsel gibt es etliche Privatvermieter, Pensionen und Gesthäuser, welche Zimmer vermieten.



Vor dem Inselwirt und östlich des Klosters ist ein Anlegesteg für Segeler, beide sind jedoch ungeschützt. Der Wassersportverein Fraueninsel ist ein recht rühriger Verein und veranstaltet jedes Jahr ca. acht Regatten. Für die nächste Zeit ist eine Schwimmsteganlage vor dem Inselwirt geplant, der Fähranleger wird nach Westen verschoben.



windsack
Westwind: Ist die häufigste Windrichtung, meist bei Annäherung von Tiefs. Aufpassen im Sommer bei sonnigen, heißen Tagen, wenn dunkle Wolkenstreifen(!!) im Westen auftauchen und schnell näherkommen!
Südwind: Schwach ausgeprägt. Kanns'te vergessn!! Südwind bringt nie was. In diesem Zusammenhang ein Tip: Wenn im Norden des Chiemsees östlich von Seebruck die Heißluftballons starten, kann man normalerweise die nächsten Stunden zum Segeln vergessen. Die Ballonfahrer verfügen über beste Verbindungen zum Wetterdienst und starten am liebsten dann, wenn kein Wind ist!!
Ostwind: Der beliebsteste, wenn auch nicht der häufigste Wind. Sehr konstant und er bringt meist gutes Wetter mit sich!!
Nordwind: Siehe Westwind, aber kälter.



Weblinks:
Die Fraueninsel in Wikipedia
Skandal im Kloster oder: Warum es auf der Insel spukt
Wassersportverein Fraueninsel
Der erste Segler vom Chiemsee


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Satbild Fraueninsel (Bild: Google Earth)  Großbild klick!



















Die Fraueninsel aus der Luft (Bild: Thomas Esch)  Großbild klick!













Fähranleger vor dem Inselwirt (Bild: ROBJLOZANO)  Großbild klick!











Karolingische Torhalle (Bild: Aconcagua)  Großbild klick!













Planung für die neue Schwimmsteganlage  Großbild klick!













Dampfersteg im Osten der Insel
(Bild: Gerrit Klein (NL))  Großbild klick!














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