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Revierinformation für Segler:
Kap Arkona auf Rügen

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Kap Arkona 360 Grad Panorama (Bild: Chaosdeckel)  Großbild klick!


Kap Arkona ist eine 45 m hohe aus Kreide und Geschiebemergel bestehende Steilküste im Norden der Insel Rügen, auf der Halbinsel Wittow. Ein 1927 vom Stapel gelaufener Luxusdampfer wurde nach dieser Steilküste Cap Arcona getauft.
Das Flächendenkmal Kap Arkona gehört neben dem Fischerdorf Vitt zur Gemeinde Putgarten und ist eines der beliebtesten Ausflugsziele auf Rügen mit jährlich circa 800.000 Besuchern.
Am Kap befinden sich zwei Leuchttürme, ein Peilturm, zwei Militärbunker, die slawische Jaromarsburg und einige touristische Gebäude (Restaurants, Kneipen, Souvenirläden). Aufgrund der geologischen Beschaffenheit und der Wettereinflüsse kommt es vorwiegend im Winter immer wieder zu teilweise großen Abbrüchen am Kap.

Kap Arkona wird oft als der „nördlichste Punkt Rügens“ bezeichnet, was jedoch nicht ganz stimmt. Ungefähr einen Kilometer weiter nordwestlich befindet sich eine Stelle der Steilküste, Gellort genannt, die noch etwas weiter nördlich gelegen ist. Direkt am Fuße des Gellort liegt der 165(at)schwere Findling Siebenschneiderstein, auf Plattdeutsch Söbenschniedersteen. Das Kap bietet einen eindrucksvollen Anblick der Insel, sowohl vom Land als auch vom Wasser aus.

In direkter Nachbarschaft zu den beiden Leuchttürmen befinden sich auch zwei Militärbunker. Der kleinere, ältere Bunker stammt noch aus Zeiten der Wehrmacht und beherbergte zu DDR-Zeiten die 6. Grenzbrigade Küste. Er wird allgemein als Arkona-Bunker bezeichnet.
Der größere, neuere Bunker wurde von 1979 bis 1986 errichtet und diente der auf dem Bug stationierten 6. Flottille der Volksmarine und der Vereinigten Ostseeflotte (VOF) als Gefechtsstand.

Türme am Kap Arkona
Kap Arkona war schon immer einer der markanten Punkte an der deutschen Ostseeküste. Das Kap Arkona ist der einzige Ort an der Ostsee mit drei Türmen an einem Platz.
Als im Jahre 1815 die Insel Rügen von Schweden an Preußen übergeben wurde, schlugen pommersche Kaufleute der preußischen Regierung die Errichtung von Leuchtfeuern an verschiedenen Punkten der Ostseeküste vor. Wegen der gefährlichen Untiefen am Kap Arkona wurde hier, an der Stelle einer früheren Leuchtbarke, in den Jahren 1826 und 1827 einer der heute ältesten Leuchttürme an der Ostseeküste, nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel, erbaut.
Der neu errichtete Leuchtturm ist seit 1902 in Betrieb. Der 35m hohe Ziegelbau ruht auf einem achteckigem Granitsockel. Die Leuchteinrichtung besteht aus zwei Spezialglühlampen von je 75V/1.000 W, deren Licht durch Spiegel und Fresnellinsen noch in einer Entfernung von 22 Seemeilen sichtbar ist. Der gesamte Apparat wird durch ein Drehwerk bewegt; es bewirkt alle 17,1 Sekunden ein für Arkona international festgelegtes Orientierungslicht, das aus einer Gruppe von drei Blitzen besteht. Die Höhe des Feuers über dem Meeresspiegel beträgt 75 Meter. Die technische Einrichtung des Leuchtfeuers wurde 1996 erneuert und ist zu besichtigen.
Das Licht auf dem 19,3 m hohen Turm erzeugte ein Festfeuer aus 17 Rüböllampen. Parabolische Scheinwerferspiegel ermöglichten eine Sichtweite von 8 Seemeilen (1 Seemeile = 1,852 km) und die genaue Einhaltung eines Leuchtwinkels von 2700 über dem Seehorizont.
Die Räume in dem dreigeschossigen Turm wurden als Dienst- und Lagerräume genutzt. Das Lampenöl war im Keller untergebracht. Nach 75 Jahren Betriebsdauer entsprach das alte Leuchtfeuer nicht mehr den Anforderungen des weiterentwickelten Systems der Leuchtfeuerkennzeichnung. Die verschiedenen Gefahrenpunkte für die Schiffahrt machten auch unterscheidbare Lichtsignale an Stelle von Leuchtfeuern notwendig.
Die technische Einrichtung blieb nach ihrem Ausbau verschollen.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Turm bis 1990 zur Überwachung der Seegrenze genutzt. Der Schinkelturm wurde nach aufwendigen Restaurationsmaßnahmen seit dem 11.06.1993 wieder für die Öffentlichkeit freigegeben.
Die Geschichte des Leuchtturmes auf Kap Arkona ist eng mit dem Leben des Leuchtturmwärters Schilling und seiner Familie verbunden. Anfangs lebte der Leuchtturmwärter allein auf Kap Arkona. Große Ansprüche durfte er nicht stellen, er lebte im Leuchtturm. Schilling kaufte später den umliegenden Acker von Arkona und Putgarten, baute sich Wirtschaftsgebäude und sein Sohn kümmerte sich dann um die Kontrolle des Flutmessers sowie die Land und Forstwirtschaft. Die Scheune wurde zu einem Logishaus umgebaut, in dem im Sommer oft 40 - 50 Personen nächtliche Unterkunft fanden. Vater Schilling war ein Rügener Original mit einem derben Humor, der weithin bekannt war. Man rühmte seine Originalität und seinen Wagemut, denn manchem Seemann hat er Rettung gebracht. Eng verbunden ist der Name des Leuchtturmwärters mit der Einrichtung der ersten Seenotrettungstation an der deutschen Ostseeküste. Bei einer Rettungsfahrt verlor er seinen Sohn. Auch barg er oft Strandgut - für sich und andere. Viel Dankbarkeit hat die Familie Schilling für ihren Wagemut erfahren.



windsack
Vor dem Kap Arkona liegen einige gefährliche Untiefen.
Das Klima von Kap Arkona entspricht dem nordmecklenburgischen Küstenklima. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 7,9 °C. Die Niederschläge betragen relativ geringe 521 mm im Jahr. Die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit liegt durch die Meereslage sehr hoch.
Durch den Kapeffekt kann es bei Ost- oder Westwindlagen bei Kap Arkona zu einer erheblichen Verstärkung der Windes kommen.



Weblinks:
Kap Arkona in Wikipedia
Webcam Kap Arkona
Bilderseite Kap Arkona
Aktueller Wind Kap Arkona

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Luftbild Kap Arkona (Bild: picture fan)  Großbild klick!














Peilturm
Peilturm Kap Arkona (Bild: Dishayloo)  Großbild klick!
























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Kreidefelsen Kap Arkona
(Bild: Felix König)  Großbild klick!











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Schinkel Leuchtturm Kap Arkona (Bild: Alma)  Großbild klick!




















Abstand halten: Große Felsen liegen im Wasser
(Bild: Mask McQuaid)  Großbild klick!
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