Neustadt in Holstein ist eine Hafenstadt in Wagrien an der
Lübecker Bucht (Ostsee), 32 km nördlich von Lübeck. In der Nähe liegende Orte sind an der Lübecker Bucht im Süden Sierksdorf und Scharbeutz, im Osten
Grömitz.
Bereits zur Hansezeit stellte der Hafen von Neustadt einen wichtigen Anlaufhafen für holländische und dänische Schiffe dar. Schiffe der Hanse (universos mercatores de hansa Theutonicorum) liefen den Neustädter Hafen nur sehr selten an, weil Neustadt nicht zur Hanse gehörte, aber lübsches Recht hatte. Dieses machte die Stadt für holländische Kauffahrer und auch für die Vitalienbrüder um so interessanter, weil sie keine Stapelrechte beachten mussten.
Vor Neustadt wurde am 3. Mai 1945 die Cap Arcona und die kleinere Thielbek mit Häftlingen des KZ Neuengamme von alliierten Flugzeugen versenkt, eine der drei schwersten Katastrophen der Seefahrt in der Geschichte.
Die Stadt hat Handels-, Marine- und Yachthafen und ist Sitz der Bundespolizei See (
Küstenwache - die gleichnamige deutsche Fernsehserie entsteht hier). Außerdem befindet sich in Neustadt eine SAR-Schule der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Neustadt in Holstein ist Sitz der Reederei Peter Deilmann und damit unter anderem Heimathafen des Hochsee-Kreuzfahrtschiffes MS Deutschland und weiterer Fluss-Kreuzfahrtschiffe.
Neustadt verfügt über einen flexiblen Seehafen. Für Wassersportler bieten der kommunale Jachthafen sowie zwei weitere Marinas mehr als 1500 Liegeplätze. Entlang des Hafens wurde die Promenade am unteren Jungfernstieg 2006 ausgebaut; der Jachthafen wurde erheblich erweitert.
Tourismus und Unterkünfte: Neustadt ist staatlich anerkanntes Seebad, der Tourismus nutzt die Sandstrände in den Ortsteilen Pelzerhaken und Rettin und den Hansa-Park (Vergnügungspark) im Nachbarort Sierksdorf. Neustadt profitiert durch seine Lage an der Ostseeküste vom Tourismus. Rund um die Ortschaft gibt es gut ausgebaute Campingplätze und Stellplätze für Wohnmobile. Das Angebot an Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels ist reichlich.
Marinas in Neustadt
Die Hafenanlagen der Bundesmarine und der Bundespolizei dürfen von der Sportschiffahrt nicht genutzt werden, allerdings gibt es genügend andere Liegemöglichkeiten für Gastboote.
1. Der Yachthafen des Neustädter Segelvereines mit ca. 2,2 m Wassertiefe. Hier liegen Gastboote in idyllischer Lage. Der Liegeplatz wird mit dem Hafenmeister abgesprochen
2. Eine große Anzahl von Gästeplätzen findet man an den Yachtbrücken im östlichen Teil des Hafens. Hier weist einem der Hafenmeister ebenfalls den Platz zu. Die Wassertiefe beträgt 3 - 4 m
3. Große Yachten können nach Absprache mit dem Hafenmeister vor der Straßenbrücke am Ostufer festmachen. Hier liegt man sehr zentral, aber durch den Autoverkehr ist der Platz recht laut
4. Die große Marina der Ancora-Werft und der Anleger der Kunya-Werft am Nordwestufer der Neustädter Bucht ca. 2 km außerhalb von Neustadt bieten Gastliegern reichlich Platz auf Wassertiefen zwischen 2,5 - 3,5 m. Der Liegeplatz muß mit dem Werftbüro abgesprochen werden.
Navigation: Die Ansteuerung des Neustädter Hafens ist Tag und Nacht unproblematisch. Die großen Sendemasten der Bundespolizei sind hervorragende Landmarken. Von der Tonne Neustadt 1 (Q.G) ein gut betonntes Fahrwasser (nachts 2Oc.4s.) zur Einfahrt des Hafens. Hier kann vor allem im nördlichen Teil - je nach Windrichtung - leichter Strom stehen.
Zur Ancora- und Kunya-Werft biegt man bei der Tonne 10/Wiek 2 in das Nebenfahrwasser mit 304° ein (nachts 2Oc(3)). Eine private Baggerrinne mit 3,5 m Wassertiefe für zur Marina der Ancora-Werft.
Versorgung / Sonstiges: Die kleine Stadt bietet alle Möglichkeiten der Versorgung (auch Zollstelle und Schiffsausrüster). Die Werften führen Reparaturen aus und Diesel ist an der Bunkerstation der Ancora-Werft erhältlich.
Die Ostsee zählt auf Grund der guten Windverhältnisse zu den besten Segelrevieren der Welt. Fast immer herrschen hier optimale Windverhältnisse, Flauten und schwere Stürme sind selten, und bei frischem Wind bieten die engen Gewässer immer wieder Schutz vor hohem Seegang. Stabile Hochdrucklagen bringen mäßige bis starke Ostwinde. Das ist nicht typisch, kommt aber vor. Typisch ist der schnelle Wechsel zwischen Hoch und Tief, Tröge, Frontendurchgänge, Rückseitenwetter und typisch ist auch, dass fast immer ein Segelwind weht. Der Wetterbericht wird mehrfach täglich gesendet und ist spannend. Bei der Routenplanung spielt die Wetterentwicklung eben eine große Rolle.
Besonders durchziehende Tiefdruckgebiete sorgen immer wieder für beste Winde aus westlichen Richtungen. Im Sommer wechseln diese aber auch oft mit ausgiebigen Ostwindperioden, wenn sich Hochdruckgebiete über Osteuropa festsetzen.