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Neueste Nachrichten von der 'Gorch Fock'



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NEU: Leserbriefe zur "Gorch-Fock"-Affaire       Pressekommentare



v.l.n.r.: Kapitän zur See Michael Brühn, Flottillenadmiral Thomas Josef Ernst, Kapitän zur See Helge Risch. Flottillenadmiral Ernst besiegelt die Kommandoübergabe (Bild: 2012 Bundeswehr / Ann-Kathrin Fischer)   Großbild klick!
Segelschulschiff „Gorch Fock“ unter neuem Kommando
(26.08.12) Am 24. August hat der Kommandeur der Marineschule Mürwik, Flottillenadmiral Thomas Josef Ernst, das Kommando über das Segelschulschiff „Gorch Fock“ an Kapitän zur See Helge Risch übergeben. Sein Vorgänger, Kapitän zur See Michael Brühn hatte das Schiff die letzten eineinhalb Jahre geführt. Die Kommandoübergabe fand in kleinem Rahmen auf dem Gelände der „EW Elsflether Werft AG“ statt, da der Dreimaster dort seit Jahresbeginn zu Instandsetzungsarbeiten liegt.

Kapitän zur See Risch gehört der Marine seit 1983 an. Er wurde in verschiedenen nautischen und operativen Funktionen auf Zerstörern und Fregatten eingesetzt. Darüber hinaus fuhr Risch zunächst als Segeloffizier und später als Erster Offizier an Bord der „Gorch Fock“.

Von 2006 bis 2008 war er Kommandant der Fregatte „Hamburg“. Ferner diente Risch mehrfach in operativen Stabsverwendungen, so 2008 bis 2010 beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr und seit 2010 bei der NATO in Norfolk/Virgina (USA).

„Ich bin stolz, ab heute Teil dieser Besatzung zu sein“, sagte Risch bei der Amtseinführung. „Unsere gemeinsame Anstrengung muss sich nun darauf konzentrieren, unser Schiff wieder in Fahrt zu bringen. Dabei ist eines allerdings klar: Ein einfaches Zurück in die alten Pfade kann und wird es nicht geben“, sagte der neue Kommandant weiter.

Flottillenadmiral Ernst unterstrich die Bedeutung der Ausbildung auf dem Segelschulschiff: „Bereits Kaiser Wilhelm II. hielt 1910 für die Kadetten fest: „Es kommt auf die Persönlichkeit, den Charakter in erster Linie, an. Ihre Charakterbildung zu fördern, ist die wichtigste Aufgabe ihrer Vorgesetzten.“ Das ist auch heute noch die wichtigste Aufgabe der Gorch Fock.“
Voraussichtlich Ende September wird das Segelschulschiff wieder in seinen Heimathafen Kiel zurückkehren. Nach anschließender „Einfahrzeit“ mit der Stammbesatzung und Verlegung zum Jahresende in südlichere Gewässer ist Anfang 2013 die seemännische Grundausbildung der Offizieranwärter der Crew VII/12 geplant.
Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine



Gofo auf der Kieler Förde (Bild: Felix König)   Großbild klick!
"Gorch Fock": Neues Ausbildungskonzept
(15.02.12) Das neue Ausbildungskonzept der Marine für den Offiziersnachwuchs auf der "Gorch Fock" ist fertig. Nach Informationen eines Radiosenders ist nur noch die Unterschrift des Verteidigungsministers notwendig. Ab Juli 2012 sollen dann die Kadetten nach diesem Modell geschult werden. Wie bisher absolvieren sie erst die militärische Grundausbildung, dann den nautischen und seemännischen Teil.

Das Entern wird wie bei der italienischen Marine an einem neuen Übungsmast in der Marineschule Flensburg geübt, um sich später sicherer im Rigg bewegen zu können. Die Kadetten sollen so schrittweise an die Lebensumstände an Bord der Dreimastbark herangeführt werden. Die erste Ausbildungsreise für Anfang nächsten Jahres geplant.

Wenn das Wetter wieder besser wird, geht es mit dem Bau des etwa 30 Meter hohen Übungsmastes weiter. Die Fundamente stehen bereits. Bis Mai 2012 sollte der Mast stehen, so ein Sprecher des Marineamtes in Rostock am Dienstag. Die 'Gorch Fock' wird gegenwärtig in Elsfleth bei Bremen gewartet und runderneuert. Unter anderem müssen Rostschäden im Unterwasserbereich beseitigt werden.
Quelle: Matti Waack (Presse- und Informationszentrum Marine)



Brandschutzübung (Bild: Mattin Waack/Presse- und Informationszentrum Marine)   Großbild klick!
Ausbildungswoche auf der GORCH FOCK
(05.10.11) Befehle zum Auslauf-Manöver wurden gerufen und die Crew der GORCH FOCK zog schwere Taue über das Deck. Die See ist ruhig als die schwimmende Kadettenschule der Marine am 26. September den Kieler Marinestützpunkt in Richtung Kieler Bucht verließ.

Die Stammbesatzung der GORCH FOCK soll in Not- und Rollendienst auf den neuesten Stand gebracht werden, vorerst nur unter Motorkraft. Neben ausgedehnten und komplexen Brandabwehrübungen standen die Leckabwehr sowie die Verletztenversorgung und -bergung an Bord auf dem Dienstplan. Segelsetzen darf das 1958 in Dienst gestellte Segelschulschiff erst dann wieder, wenn die letzten Veränderungen an Ausbildung und Material abgeschlossen sind.

Drei kurze Doppelklingelzeichen reichen, um die Besatzung der GORCH FOCK in Bewegung zu bringen. „FEUER, FEUER!“, hallt es aus den Unterkünften der Mannschaft. Was ist jetzt zu tun?
Jetzt heißt es nicht in Panik zu geraten, sondern sich strikt an den Rollenplan zu halten. Für alle Arten von Szenarien, die trainiert werden, steht ein Rollenplan fest. Dieser dient dazu, dass jedes Besatzungsmitglied weiß, was es bei einem Feuer oder in einer anderen Notsituation durchzuführen hat.
„Feuer im Schiff, Feuer im Schiff! Es brennt in Fünf Papa Null!“, tönt es durch die Schiffslautsprecheranlage. Fest eingeteilte Rondengänger laufen das Schiff ab um eventuelle Schäden am oder im Schiff sofort melden und Erstmaßnahmen ergreifen zu können. Gleichzeitig werden, mit den in jedem Raum angebrachten Feuerlöschern, Sofortmaßnahmen eingeleitet.

Vom Gefechtsstand, der die Basis in einem solchen Notfall bildet, werden, über die Gruppenstände in Feuerwehranzügen gekleidete Brandabwehrtrupps zur weiteren Bekämpfung entsandt.
Da die alleinige Bekämpfung des Feuers in den meisten Fällen nicht ausreicht, müssen Maßnahmen zur Kühlung der angrenzenden Wände, sowie nachdem das Feuer gelöscht ist, ein Abzug der heißen Rauchgase eingeleitet werden.

Selbst besondere Hindernisse wie verletzte Brandabwehrsoldaten oder defekte Atemschutzgeräte und Atemschutznotfälle werden von der Besatzung in Rekordzeit bewältigt.

Anfängliche Unsicherheiten im Ablauf der Übungen wurden mithilfe der eingeschifften Ausbilder des Einsatzausbildungszentrums Schadensabwehr der Marine in Neustadt schnell beseitigt, sodass zum Ende der Ausbildungsreise alle Handgriffe perfekt saßen.
Ausbilder Hauptbootsmann René Förster lobte die Besatzung der GORCH FOCK als „sehr motivierte, engagierte Mannschaft…“, die „…alle Anforderungen, die an sie gestellt werden, bestens umsetzt.“ Höhepunkt der Übungsfahrt war der simulierte Abtransport von Verletzten mit einem Hubschrauber des Typs SEA KING des Marinefliegergeschwaders 5 in Kiel, bei dem Soldaten vom Achterdeck auf- und abgewinscht wurden.

Fünf Tage hochwertige Ausbildung auf völlig ruhiger See lässt die Besatzung hoffen, dass die Zukunft der GORCH FOCK in ähnlicher Weise verlaufen wird.
Quelle: Matti Waack (Presse- und Informationszentrum Marine)



Segelausbildung der Kadetten (Bild: Bundeswehr)
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Gorch Fock: Ausbildung der Crew VII/2011
(10.09.11) Die Entscheidung der Marine, den lehrgangsgebundenen Ausbildungsbetrieb an Bord des Segelschulschiffes GORCH FOCK erst dann wieder aufzunehmen, wenn umfassende Arbeiten an einem neuen Ausbildungs- und Sicherheitskonzept abgeschlossen sind, führte für die Kadetten der Crew VII/ 2011 in der Konsequenz zum Ausfall des Ausbildungsmoduls „Seemännische Basis“ an Bord des Großseglers. Das daraufhin entwickelte Alternativprogramm wurde am 7. September durch den Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, gebilligt.

Bestimmende Elemente dieses für die Crew VII/ 2011 nun entschiedenen Ausbildungsprogramms sind die deutliche Verlängerung des Bordpraktikums im Einsatz- und Ausbildungsverband (EAV) der Deutschen Marine, eine erweiterte praktische Ausbildung in der Schiffsicherung (Brand- und Leckabwehr) sowie erstmalig eine Marineausbildungsreise.


„Dies alles kann die Ausbildung auf der GORCH FOCK nicht ersetzen. Unter den gegebenen Umständen erhalten wir einen bestmöglichen Kompromiss, mit dem wir Teile unserer Ausbildungsziele dennoch erreichen können und der für die betroffenen Offizieranwärter eine attraktive Alternative darstellt“, so der Amtschef des Marineamtes, Konteradmiral Dr. Horst-Dieter Kolletschke.

Fester Bestandteil der Offizierausbildung bleibt - wie auch bisher - die Einschiffung im EAV, damit die Kadetten erste Erfahrungen auf einem Kriegsschiff sammeln und den Bordbetrieb in den verschiedenen Hauptabschnitten in der Praxis kennenlernen und erleben können. Für die Crew VII/ 2011 wird dieses Praktikum auf acht Wochen verlängert. Dadurch wird eine Vertiefung und Festigung der praktischen Ausbildungsanteile in der Flotte erreicht.

Begleitend und zielführend für diesen Ausbildungsabschnitt wird die praxisorientierte Schiffsicherungsausbildung, zu der vor allem Brand- und Leckabwehr gehören, am Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr (EAZS) der Marine in Neustadt intensiviert.

In Modulen von jeweils zwei Wochen pro Gruppe werden die Kadetten Ausbildungseinrichtungen und Stützpunkte der Marine besuchen. Dies beinhaltet praktische Anteile, wie zum Beispiel das Überwinden von Geländehindernissen mit Waffe und Kampfgepäck, aber auch Unterrichtungen, wie beispielsweise zum „Überleben im Felde“ auf einem Truppenübungsplatz.

Besuche im Ausbildungszentrum Uboote (AZU), auf einem Minenjagdboot und im Marinefliegergeschwader 5 ermöglichen darüber hinaus Einblicke in das zukünftige Berufsfeld.

Die GORCH FOCK wird während dieses Ausbildungsabschnittes im Hafen als Unterbringungs- und Ausbildungsplattform für die Kadetten genutzt. Dadurch werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen an Bord persönlich erfahren. Auch die Stammbesatzung des Schiffes wird so schrittweise wieder an die Ausbildung der Offizieranwärter herangeführt. Die Unterrichtung der theoretischen Inhalte der Seemännischen Basisausbildung wird unverändert beibehalten und findet an Bord der GORCH FOCK statt.

In der Offizierausbildung setzt die Marine traditionell Dienstsegelboote ein, um die theoretische Ausbildung in Seemannschaft, Navigation und Wetterkunde durch praktische Fertigkeiten und Erfahrungen beim Segeln weiter zu entwickeln und zu ergänzen. Auch die im vergangenen Juli in die Marine eingetretenen Offizieranwärter der Crew VII/ 2011 werden diese Ausbildung durchlaufen. Das Segeln auf diesen kleinen Booten vermittelt den Kadetten neben den konkreten praktischen Ausbildungsanteilen das Erlebnis und den persönlichen Eindruck der ganz besonderen Anforderungen des Lebens und Arbeitens an Bord in einer kleinen, unbedingt aufeinander angewiesenen Gemeinschaft.

„Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an dem neuen Ausbildungs- und Sicherheitskonzept für unser Schulschiff“, so Konteradmiral Dr. Kolletschke. „Es ist uns dabei besonders wichtig, den zweiten Schritt nicht vor dem ersten zu machen. Sicherheit bleibt oberstes Gebot. Schon für die nächste Crew werden wir dauerhaft alle Voraussetzungen geschaffen haben, um die traditionelle seemännische Basisausbildung unter Segeln auf unserer Bark wieder aufzunehmen.“
Quelle: Bundeswehr / Björn Wilke



Arbeiten im Rigg (Bild: Wikipedia, Felix König)   Großbild klick!
Frische Offiziersanwärter können nicht auf die 'Gorch Fock'
(03.08.11) Das in den letzten Monaten in die Schlagzeilen geratene Schulschiff der Deutschen Marina 'Gorch Fock' darf weiter Dienst als Schulschiff tun, aber zuvor muss die Ausbildung der Offiziersanwärter an Bord von Grund auf verbessert werden. Erst 2012 wird die 'Gorch Fock' wieder auf See gehen. Mehr als fünfzig Jahre hinweg war die 'Gorch Fock' das Aushängeschild der Deutschen Marine.
So lange das neue Ausbildungskonzept nicht fertig ist, bleibt die 'Gorch Fock' im Hafen. Für den frischen Offiziersjahrgang, entfällt deshalb die für 2012 vorgesehene seemännische Grundausbildung auf der 'Gorch Fock': Der Lehrgang wurde abgesagt.
Ersatzweise wird die Crew auf dem Einsatz-Ausbildungsverband der Marine zugeteilt. Zukünftige Kadetten sollen vor der Ausbildung auf der Gorch Fock das Aufentern an Übungsmasten, die an Land stehen, exerzieren.
Im Einsatz-Ausbildungsverband werden naturgemäß nicht alle Ausbildungsziele, die auf ansonsten auf einem Segelschulschiff möglich sind, erreicht werden.
Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine



Kapitän Michael Brühn  
"Gorch Fock": Niemand reißt sich um den Kapitänsjob
(09.07.11) Früher, ja früher da war alles anders: Der Posten eines Kapitäns auf der 'Gorch Fock' war hochbegehrt. Man war ständig in den Medien präsent, hatte die Gastgeberrolle bei glänzenden Gesellschaften auf dem eleganten Schiff und die Mädels bekamen glitzernde Augen. Nicht zuletzt war es ein Posten mit hohem Prestige, nicht zu vergleichen mit dem Kommando auf einem popeligen Zerstörer. Dazu kam, das er die DIE Leiterstufe zu einer weiteren erfolgreichen und sicheren Karriere in der Marine war.

Aber nun reiben sich Beobachter verwundert die Augen: Nachdem der glücklose Kapitän Norbert Schatz nun offiziell verzichtet hat, findet die Deutsche Marine keinen neuen Kapitän.
Unglücklicherweise gibt es einige Anforderungen an den Posten: Der neue Kommantant muss bereits als Offizier in verantwortlicher Position auf dem Schulschiff gefahren sein. Außerdem muss er die Leistungsnachweise „Motor“ und „Segel“ erfüllt haben, das Kommandanten-Patent besitzen und mindestens Fregattenkapitän sein. Nur eine Handvoll Offiziere in der Deutschen Marine erfüllen diese Bedingungen und die drängen nicht gerade nach dem Posten: Unvergessen ist die Ablösung von Kapitän Schatz durch den damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und wie Schatz in Argentinien in Zivil von Bord gehen musste. Viele Offiziere sind schlichtweg sauer.
Die Kollegen tuscheln: naja, hat den Posten mit dem eingebauten Schleudersitz deswegen bekommen, weil ihn sonst niemand haben wollte

Die Kandidaten sind sich bewußt, dass der neue Kapitän ständig kritisch von den Medien beobachtet werden wird: Fehler darf er sich keinesfalls erlauben. In ihrer Verzweifung denkt die Marine derzeit darüber nach, den früheren Kapitän Michael Brühn (08/2001-02/2006) zu reaktivieren, hat er doch die 'Gorch Fock' aus Südamerika zurückgeholt ...
Quelle: Peter O. Walter



Gofo auf der Kieler Förde (Bild: Felix König)   Großbild klick!
"Gorch Fock" bleibt in Dienst
(07.07.11) Die Ausbildung auf der 'Gorch Fock wird weitergeführt, und zwar mit einem neuem Ausbildungskonzept und einem neuen Kapitän. Im Abschlussbericht des Verteidigungsministeriums, den Marine-Inspekteur Axel Schimpf dem Verteidigungsausschuss vorstellte, wird der Fortbestand des Schiffes befürwortet. Auch der Verteidigungsausschuss des Bundestags unterstützte den Fortbestand des Dreimasters als Segelschulschiff der Marine.
Quelle: Peter O. Walter



Segelvorausbildung (Bild: Felix Koenig)   Großbild klick!
"Gorch Fock" mit blauem Auge davongekommen
(02.07.11) In einem persönlichen Gespräch mit dem Marine-Inspekteur hat Kapitän zur See Norbert Schatz in der Absicht, dem Schiff einen unbelasteten Neuanfang zu erleichtern gebeten, nicht wieder auf das Schiff zurückkehren. Offizierskollegen schildern Schatz als einen erfahrenen Seemann und "ausgesprochen guten Segler". Kapitän Schatz werden "schwere Versäumnisse" bei der Führung seines Kommandos vorgeworfen: Vor allem wird das Fehlen konkreter Vorschriften bezüglich der Segelvorausbildung bemängelt: Während der Segelvorausbildung, die noch im Hafen Stattfindet, entern die Kadetten zum ersten Mal ins Rigg und über Segel setzen und bergen. Laut Marineinspekteur Axel Schimpf habe Kapitän Schatz "nicht für widerspruchsfreie, verlässliche und klare Vorgaben an Bord gesorgt".

Kritisiert wird vor allem das Fehlen klarer Kommunikationswege über das Verhalten von Kadetten bei Angst oder Unsicherheit.

Trotz ernst zu nehmender Mängel bei den täglichen Dienstabläufen soll die "Gorch Fock" Ausbildungsschiff der Deutschen Marine bleiben. Das betont der Bericht des Ministeriums zur Gorch-Fock-Affäre: "Die "Gorch Fock" wird auch weiterhin ihren Auftrag als Segelschulschiff der Deutschen Marine erfüllen."
Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine

Kommentar von ESYS:
Auch in der Deutschen Marine wird das Rad nicht immer wieder von Neuem erfunden, auch nicht bei einem Wechsel des Kommandanten. In der Regel werden bestehende Befehlsstrukturen übermommen, weil sie wohl über Jahre hinweg funktioniert und sich bewährt haben. So kann man Kapitän Schatz nicht vorwerfen bei der Organisation der Segelvorausbildung geschlampt zu haben, er hat Bestehendes übernommen. Vielmehr herrschten diese "unklaren Kommunikationswege" schon seit Jahrzehnten, weil sie immer wieder übernommen wurden. Bei der Marine Bestehendes in Frage zu stellen, gilt nicht eben als karrierefördernd. Wohl aber müsste man dem Führungsstab der Marine, dem die Befehlsstrukturen sehr woh bekannt waren, mangelnde Aufsicht vorwerfen. Schließlich muss ja jede Kommandorolle auf jedem Schiff der Deutschen Marine von oben abgesegnet werden ...
Peter O. Walter



"Gorch Fock": Staatsanwalt schließt die Akte
(10.06.11) Die Staatsanwaltschaft in Kiel teilte am 8.6. mit, dass die Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung eingestellt worden seien. Die Staatanwaltschaft: "Zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für strafrechtlich zu bewertendes Fehlverhalten haben sich weder gegen Verantwortliche der Schiffsführung, Mitglieder der Besatzung oder sonstige Angehörige der Marine ergeben." Der Todessturz der Offizieranwärterin Sarah Lena Seele aus der Takelage der "Gorch Fock" war ein Unfall. Die Kieler Staatanwälte kritisierten aber Probleme bei der angeblich zu knapp bemessenen Ausbildung.

Damit ist aber erst der strafrechtiche Teil ad Acta gelegt: Wie geht es weiter mit Kapitän Norbert Schatz? Wie geht es weiter mit der "Gorch Fock" und wie mit der Ausbildung?

Das Ergebnis einer marineinternen Havarieverhandlung steht noch aus ...
Quelle: Peter O. Walter



Alexander von Humboldt (Bild: Dzoker)   Großbild klick!
Kieler Woche: "Alexander von Humboldt" statt "Gorch Fock"
Wie die Stadt Kiel mitteilt, wird das Segelschulschiff „Gorch Fock“ dieses Jahr nicht an der Windjammerparade bei der Kieler Woche teilnehmen. Die Ursache: Da das Ermittlungsverfahren nach dem tödlichen Sturz einer Offiziersanwärterin im November 2010 noch nicht abgeschlossen sei, sehe die Marine von einer Ausfahrt des Schiffes ab.

Die Windjammerparade gilt als Höhepunkt der Kieler Woche und findet in diesem Jahr am 25. Juni statt. Etwa 100 Großsegler und Traditionssschiffe nehmen an der Parade teil. Nun soll die Parade vom Segelschiff „Alexander von Humboldt“ angeführt werden.

Beim „Open Ship“, einem Besichtigungstag von Schiffen, wird die „Gorch Fock“ allerdings vor Ort sein.
Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine



Eagle unter Vollzeug  
(Bild: United States Coast Guard)   Großbild klick!
Gorch-Fock-Schwesterschiff "Eagle" in Hamburg
(04.06.11) In Hamburg ist am gestrigen Freitag die "Eagle", das Segeschulschiff der US-Coastguard eingelaufen. Die "Eagle" ist ein Schwesterschiff der "Gorch Fock" und wurde 1936 bei Blohm + Voss gebaut.

Obwohl die USCGC Eagle unter amerkanischer Flagge Hamburg schon vor Jahren einmal im Rahmen einer Windjammer-Regatta besucht hatte, ist es wie eine Heimkehr nach 75 Jahren. Die "Eagle" lief 1936 als "Horst Wessel", benannt nach dem SA-Sturmführer, auf Steinwerder vom Stapel. Der letzte Kommandant, Kapitänleutnant Schnibbe, blieb auch nach dem Kriegsende auf dem Schiff und überführte es 1946 als Reparationsleistung in die Vereinigten Staaten.

Seither fährt die Horst Wessel unter dem Namen Eagle (Adler) etwa drei Monate im Jahr unter der Regie der United States Coast Guard und liegt sonst meist im neuen Heimathafen New London (Connecticut). Auf dem Dreimaster werden seit 60 Jahren Kadetten ausgebildet. Die Hamburg-Visite ist Teil einer Reise anläßlich des 75. Schiffsgeburtstags. Am Wochenende kann die "Eagle" an den Landungsbrücken besichtigt werden.
Quelle: Peter O. Walter



Gorch Fock / Kapitän Schatz: keine Überforderung der Kadetten
(16.05.11) Kapitän Norbert Schatz hat nach Informationen eines Nachrichtenmagazins bereits gegen Ende März über die Zwischenfälle ausgesagt. Die Staatanwaltschaft befragte ihn 4 Stunden zu allen Vorgangen auf der "Gorch Fock", auch zu der umstrittenen Ausbildung von Kadetten. Nach Informationen des Magazins konnte Schatz "keine Anhaltspunkte für eine Überforderung der Offiziersanwärter beim Aufentern" erkennen.

Die Kadettin Sarah Seele war im November 2010 aus dem Rigg auf das Deck des Schulschiffs gestürzt. Schatz war während des Unfalls vorübergehend nicht an Bord. Die Staatsanwaltschaft Kiel befragte laut "Focus" überraschend am Freitag erneut Besatzungsmitglieder der "Gorch Fock".

Eigentlich wollte der zuständige Staatsanwalt dem Magazin zufolge schon vor einem Monat entscheiden, ob die Vorermittlungen zum Tod der Kadettin Sarah Seele eingestellt werden. Auf Druck von oben musste er den Termin jedoch wiederholt verschieben.
Quelle: FC



"Gorch Fock": Triumphaler Empfang in Kiel
(07.05.11) Das Segelschulschiff wurde gestern beim Einlaufen in Kiel begeistert begrüßt. Zweitausend Menschen auf der Mole winken mit Blumen Taschentüchern, Transparenten und Stofftieren. Trotz der ungkläreten Vorfälle an Bord ist die Begeisterung groß, als die "Gorch Fock" in den Marinestützpunkt einläuft. Begleitet wird das Segelschulschiff von einer Armada von Privatyachten, Motorbooten und Ausflugsdampfern. Zwei Feuerlöschboote spritzen hohe Fontänen zur Begrüßung; über der Dreimastbark, die mit gerefften Segeln und Motorkraft einläuft, kreisen Flugzeuge und Hubschrauber.

Zur Begrüßung hat die Marine nur Angehörige und Freunde der Crew in den Stützpunkt gelassen. Daher haben sich außerhalb des militärischen Geländes am Ufer viele Schaulustige verammelt, welche die Ankunft ebenfalls miterleben wollen. Die Angehörigen tragen teilweise T-Shirts mit "Gorch Fock"-Bildern oder bunte Papierfähnchen mit der Aufschrift: "Die ,Gorch Fock' muss bleiben." Vornamen werden gerufen, Tränen fließen, Fotoapparate klicken. Er sei überwältigt von dem Empfang, betont Marine-Inspekteur Axel Schimpf. Der Admiral zeigt sich Hoffungsvoll, dass die "Gorch Fock" langfristig im Dienst bleibt. Admiral Schimpf schließt nicht aus, dass Schatz bald wieder das Kommando über den Segler übernimmt. "Ich habe mehrfach lange mit ihm gesprochen. Er weiß, dass es noch ein paar Tage dauert, bis die Untersuchungsberichte vorliegen."
Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine



"Gorch Fock" in Warteposition
(05.05.11) Vom Großen Belt kommend hat das Segelschulschiff „Gorch Fock“ hat die Kieler Bucht erreicht. Die Dreimastbark steuerte die Strander Bucht an, wo sie gegen 12 Uhr vor Anker ging. Großreinschiff ist angesagt. An Bord des Schiffes ist der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf. Er hatte der Crew am Mittwoch die Glückwünsche des Verteidigungsministers für die bei der Reise erbrachten Leistungen überbracht. Am heutigen Freitag gegen 10 Uhr wird die Gofo in Kiel erwartet.
Quelle: Peter O. Walter



Simon Bolivar: Kommt es zur Begegnung?
(Bild: United States Coast Guard)   Großbild klick!
"Gorch Fock": Begegnung mit "Simon Bolivar"?
(03.05.11) Am kommenden Freitag, den 6. Mai 2011 um 10 Uhr, kehrt die "Gorch Fock" in ihren Heimathafen Kiel zurück. Damit beendet das Segelschulschiff der Marine seine 156./157. Auslandsausbildungsreise. Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, sowie zahlreiche Angehörige und Freunde werden die "Gorch Fock" und ihre 181 Besatzungsangehörigen beim Einlaufen in den Marinestützpunkt Kiel begrüßen.
Am Sonntag noch wor die "Gorch Fock" im Skagerrak weit hoch in Richtung Oslo Fjord gefahren und hat dann gewendet in Richtung Kattegat.
Das Segelschulschiff aus Venezuela "Simon Bolivar" ist auf der Rückfahrt von St. Petersburg und befindet sich jetzt bei Simrishamn (Schweden). Die Bark will am 16.5. 06.00 Uhr (UTC) in Cadiz(Spanien) sein und fährt dann nach Venezuela (La Guaira) zurück.
Vielleicht gibt es eine Begegnung der beiden Barken im Kattegat, Oeresund oder Großen Belt.
Quelle: Deutsche Marine / Köhn



"Gorch Fock" auf der Kieler Förde 2006
(Bild: Felic König)   Großbild klick!
"Gorch Fock" muss nochmal Diesel bunkern
(28.04.11) Auf der Rückreise von Südamerika und Kap Hoorn muss die "Gorch Fock" noch einen zusätzlichen Tankstopp ein. Nach Angaben der Marine hat auf dem Weg zwischen Azoren und Ärmelkanal starker Wind gegenan sehr viel Treibstoff verbraucht. Bis die diplomatische Genehmigung für den Tankstopp in dem holländischen Marinehafen den Helder vorliegt, nutzt die Besatzung die Chance zur Ausbildung vor der Normandie: Am Dienstag wurde zum Beispiel ein "Mann über Bord-Manöver" gefahren (etwa 10 nautische Meilen auf Gegenkurs). Am Mittwoch stand Kreuzen am Wind auf dem Programm.

Am Freitag in Den Helder wird die "Gorch Fock" letztmalig Diesel aufnehmen, bevor sie über die Nordsee und die Deutsche Bucht Richtung Skagen segelt und dort am Mittwoch den Skagerrak erreicht.

Am Freitag nächster Woche wird die "Gorch Fock" dann im Heimathafen Kiel erwartet. Viele Angehörige und Freunde werden dort sein - und wegen der Vorkommnisse der letzten Monate viele Journalisten und Kamerateams. Marine-Inspekteur Axel Schimpf wird die Besatzung begrüßen. Ob die "Gorch Fock", wie eigentlich geplant an der Kieler Woche Ende Juni teilnehmen wird, ist noch offen.
Quelle: Peter O. Walter



"Gorch Fock" jetzt im Ärmelkanal
(28.04.11) Das Schulschiff und Vorzeigeschiff der Deutschen Marine, die "Gorch Fock" nähert sich deutschen Gewässern. Gestern, am 26. April erreichte sie die Straße von Dover, die schmalste Stelle des Ärmelkanals. Siw wird dann die Nordsee und die Deutsche Bucht durchfahren und durch den Nord-Ostsee-Kanal ihren Heimathafen Kiel erreichen, wo sie am 6. Mai festmachen wird. Am gestrigen Dienstag wurde zum Beispiel ein "Mann über Bord-Manöver" gefahren (etwa 10 nautische Meilen auf Gegenkurs). Heute hat die Bark gekreuzt. Das Schiff hat noch etwas Zeit, denn die Ankunft in Kiel ist erst für den 6.5. 10.00 Uhr Ortszeit vorgesehen.
Trotz der zweifelhaften Vorkommnisse um den Tod einer Kadettin halten die Kieler Bürger zu "ihrer" Gorch Fock und wollen ihr einen würdigen Empfang bereiten. Kurz nach der Ankunft wird es für das Publikum Gelegenheit für eine Besichtigung geben.
Quelle: Alfred Köhn



Besichtigung der 'Gorch Fock' (Bild: KarleHorn)   Großbild klick!
Gorch Fock: Vorbereitungen zum Empfang
(21.04.11) Die Kieler Bürger halten zu ihrem berühmten Schulschiff und werden es am 6. Mai 2011 herzlich im Heimathafen willkommen heißen. Gorch Fock-Freunde, welche das Segelschiff bei seiner Rückkehr aus nächster Nähe erleben wollen, können dies bei einer Begleitfahrt auf dem Haikutter Gefion tun. Der Traditionssegler fährt der Gorch Fock ab 7.00 Uhr entgegen und begleitet sie auf der Innenförde bis zum Tirpitzhafen. Dort haben die Gäste der Gefion eine der raren Gelegenheiten, die Gorch Fock zu besichtigen. Tickets für diese exklusiven Einblicke gibt es bei der Tourist-Information Kiel.
Quelle: bw



"Gorch Fock" auf direktem Weg nach Kiel
(18.04.11) Das Segelschulschiff "Gorch Fock" der Deutschen Marine hat um 16.00 Uhr (Ortszeit) in Ponta Delgada auf den Azoren abgelegt und ist jetzt diektem Weg nach Kiel. Die reine Luftlinie beträgt 1800 Seemeilen. Am 6.5.2011 um 10 Uhr vormittags soll das Schiff dann nach ETA (12 Uhr Ortszeit) in Kiel einlaufen.
Quelle: Alfred Köhn



"Gorch Fock" auf den Azoren angelangt
15.04.11: Die Dreimastbark "Gorch Fock" hat heute im Hafen von Ponta Delgada auf den Azoren angelegt. Wahrscheinlich bleibt sie dort bis zum 18.4. und wird noch einmal Proviant und Treibstoff ausgerüstet.
Am 6.5.2011 10 Uhr soll das Schiff dann nach ETA (12 Uhr Ortszeit) in Kiel einlaufen.
Quelle: Alfred Köhn



Kapitän Norbert Schatz   Großbild klick!
"Gorch Fock"-Kapitän: Zukunft weiter unklar
(13.04.2011) Ob Kapitän Schatz noch einmal das Ruder auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" übernimmt, ist unklar. Etwa zweieinhalb Monate nach der Suspendierung von Norbert Schatz, der in Zetel in Friesland lebt, ist noch immer unsicher, ob Kommandant seinen Dienst auf dem Segelschulschiff wieder aufnehmen kann. Das Verteidigungsministerium wolle erst das Ergebnis der Ermittlungen abwarten und dem Verteidigungsausschuss dann einen Bericht vorlegen.
Frühestens nach der Rückkehr der "Gorch Fock" in ihren Heimathafen Kiel sei es möglich, die Ermittlungen abzuschließen. In der Zwischenzeit ist Schatz beim Marineamt in Rostock beschäftigt. Ende Februar hatte die Bundesmarine einen Untersuchungsbericht vorgelegt, der Kapitän Schatz entlastet. Davon hatte sich der Verteidigungsausschuss überraschend distanziert und eine Debatte darüber vertagt.
Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine



'Gorch Fock': Übungsmasten für Kadetten?
(01.04.11) Hellmut Königshaus, der Wehrbeauftragte, hat ein sicheres Ausbildungskonzept für das Segelschulschiff «Gorch Fock» gefordert. Man müsse sich ein Beispiel an anderen Nationen nehmen, sagte er vor seinem Antrittsbesuch bei der Marine in Kiel. Bei der Marine in Italien werden seit Jahren Übungsmasten mit Fangnetzen eingesetzt. Tödliche Unfälle wie auf der «Gorch Fock» habe es dort noch nie gegeben, sagte der Wehbeauftragte.
Unveständlich sei auch, warum die Schwimmwesten nicht mit Alarmgebern ausgestattet seien, die beim Sturz ins Salzwasser ein Signal gäben.
Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine



Santo Domingo in der Domrep   Großbild klick!
Gorch Fock in Santo Domingo
(26.03.11) Auf dem Weg zurück nach Deutschland hat die 'Gorch Fock' am gestrigen Freitag am Terminak 'Don Diego' in Santo Domingo fest.

Santo Domingo (kurz: San Domingo) liegt in der Karibik. Sie liegt an der Flußmündung des Rio Ozama an der Südostküste der Insel Hispaniola und ist die Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Mit fast drei Millionen Einwohnern ist Santo Domingo die größte Metropole des Landes. Wer moechte kann die Bark der Deutschen Marine am Terminal "Don Diego" im Hafen von Santo Domingo besuchen.

Von San Domingo nach Kiel sind es noch 4019 Seemeilen (Luftlinie). Wie die Marineführung mitteilte, wird die 'Gorch Fock' nach derzeitigen Planungen am 6.Mai 2011 um 10.00 Uhr am Tirpitzhafen in Kiel festmachen.
Quelle: Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine



'Gorch Fock': Untersuchungsbericht - Entlastung ja oder nein??
(11.03.11) Der „Gorch-Fock“-Untersuchungsbericht der Marine entlastet den suspendierten Kapitän des Segelschulschiffs nach Informationen eines Massenblattes nicht. Der inzwischen zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte Kapitän Norbert Schatz bis zum Ende der Untersuchungen das Kommando entzogen.
Das renomiertes Wochenmagazin hatte von einer Entlastung des Kapitäns berichtet. Nach „Bild“-Angaben werden in dem Bericht Ausbildungsdefizite beklagt. Offiziersanwärter seien auf ihre Aufgaben teilweise mangelhaft vorbereitet worden, schrieb die Zeitung.
Die Untersuchungskommission der Marine hatte den bislang geheimen Bericht am Dienstag an Marineinspekteur Axel Schimpf übergeben. Dieser will ihn am 16. März dem Verteidigungsausschuss des Bundestages vorlegen.
Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine



'Gorch Fock' unter Maschine   Großbild klick!
Gorch Fock im Panamakanal
(10.03.11) Gestern erhielten wir die Nachricht: Die "Gorch Fock" fährt gerade auf die Reede von Panama-City (Balboa) zu und muß dann dort bis zur Schleusung ankern. Die Ankunft in Santo Domingo (Dominikanische Repubblik) ist für den 19.3.2011 17.00 Uhr UTC vorgesehen. Quelle: Alfred Köhn

Nach vier Wochen Arbeit hat die Untersuchungskommission der Marine ihren Bericht am abgeliefert. Am Dienstag übergab Admiral Kolletschke in Berlin den Bericht an den Inspekteur der Marine und den Generalinspekteur der Bundeswehr. In Kürze wird der Bericht auch dem Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestags, Hellmut Königshaus und dem Verteidigungsausschuss des Bundestages übergeben.
Nach Insider-Informationen beinhaltet der Bericht keine belastenden Aussagen zum Führungsstil des Kommandanten Norbert Schatz. Offiziell gibt es zum Inhalt weder bei Marine noch Verteidigungsministerium eine Aussage. Die Rehabilitierung des Kommandanten hängt auch vom des Prüfverfahrens durch die Kieler Staatsanwaltschaft ab, das noch im März abgeschlossen werden soll.
Ob die „Gorch Fock“ eine Zukunft hat, sollte eine Kommission aus Experten von Marine, Politik und ehemaligen Soldaten klären. Diese Kommission wurde bislang aber weder zusammengestellt noch wurde ein Zeitplan für ihre Arbeit bekannt.
Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine



Lage von Callao   Großbild klick!
Verwirrung: 'Gorch Fock' besucht nun doch Peru
(01.03.11) Die "Gorch Fock" ist entgegen anderslautender Meldungen am Sonntagabend deutscher Zeit nun doch im peruanischen Hafen Callao eingelaufen. Das sagte ein Sprecher der Marine in Glücksburg am Montag.

Er widersprach damit Aussagen der staatlichen Hafenbehörden in Peru, wonach der Besuch in Callao am Sonnabend ohne Begründung abgesagt worden sein solle.

Es gebe eine Einlaufmeldung des Schiffes vom Sonntag um 13.40 Uhr Ortszeit (17.40 Uhr deutscher Zeit), so der Sprecher. Das Schiff liegt jetzt im Hafen von Callao, damit Vorräte und Verpflegung beschafft werden können. Das Segelschulschiff wird Anfang Mai in Kiel erwartet.

Zuvor hatte die staatliche Hafenbehörde verlauten lassen, die deutsche Dreimastbark habe ihren geplanten Besuch abgesagt. Ob sich die Besatzung kurzfristig umentschieden hat oder es sich von Anfang an um eine Falschmeldung handelte, ist nicht bekannt.
Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine




Unter vollen Segeln vorbei an Peru ...
(Bild: Deutsche Marine)   Großbild klick!
"Gorch Fock": Besuch in Peru überraschend abgesagt
(28.02.11) Das deutsche Segelschulschiff hat auf seiner Heimfahrt nach Deutschland einen geplanten Besuch in Peru abgesagt. Das Schiff sei ursprünglich am Sonntag (27. Febr. 2011) um 03.00 Uhr Ortszeit (09.00 Uhr MEZ) in Callao nahe der Hauptstadt Lima erwartet worden, sagte der Wachhabende der staatlichen Hafenbehörde. Am Vortag sei jedoch eine Nachricht von der „Gorch Fock“ empfangen worden, dass der Besuch gestrichen sei und der Hafen nicht angelaufen werde. Eine Begründung sei nicht genannt worden.Anfang Mai soll das Schiff in Deutschland eintreffen.

Zu den Ermittlungen gegen den Kapitän zur See Norbert Schatz dringen sind abgeschlossen. Der vom Verteidigungsminister abgesetzte «Gorch Fock»-Kapitän Norbert Schatz wird nach «Focus»-Angaben im Untersuchungsbericht der Marine entlastet. Ein «disziplinarrechtlich relevantes Fehlverhalten» des Kapitäns sei «nicht zu erkennen», schreibt das Magazin. In Marinekreisen werde erwartet, dass Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) den von ihm suspendierten Kapitän rehabilitiert.
Quelle: Peter O. Walter



Gofo wieder unterwegs ...   Großbild klick!
"Gorch Fock" wieder unterwegs
(16.02.11) Nach Abschluss der Untersuchungen auf der „Gorch Fock“ hat das Segelschulschiff am Dienstag den Hafen Valparaiso in Chile verlassen und die Heimreise fortgesetzt. „Das Schiff hat Chile gegen Mittag (Ortszeit) verlassen“, sagte Gastón Fereira von der chilenischen Marine. Die nächste Station ist Callao in Peru nahe der Hauptstadt Lima, wo das Schiff in etwa zwei Wochen eintreffen dürfte. Runde 1.300 Seemeilen liegen vor der "Gorch Fock", die Bedingungen sind 'tricky', weil sie auf dem letzten Teil schon den Doldrums, der unberechenbaren Flautenzone am Äquator nahe kommen wird. Ob Verteidigungsminister zu Guttenberg dem Schiff seinen grundsätzlich angekündigten Besuch dort oder erst auf späteren Stationen der Reise abstatten würde, war zunächst unbekannt.

Nach Callao soll die „Gorch Fock“ nach der Durchquerung des Panama-Kanals durch die Karibik und über den Atlantik zurück nach Deutschland segeln. Voraussichtliche Stationen sind dabei noch die Dominikanische Republik und die Azoren. Ende April oder Anfang Mai wird die „Gorch Fock“ in Kiel zurückerwartet.
Quelle: Peter O. Walter



Marineschule Mürwik (Bild: Flor!an)   Großbild klick!
Zu Guttenberg fliegt zur "Gorch Fock"
(15.02.11) Der Verteidigungsminister versucht, das Vertrauen der Marinesoldaten zurückzugewinnen, nachdem die Suspendierung von "Gorch Fock"-Kapitän Norbert Schatz für Misstimmung in der Bundeswehr gesorgt hatte.

Gestern reiste Verteidigungsminister zu Guttenberg zu den Marinestandorten an der Marineschule Mürwik und Plön und nahm sich viel Zeit zu einem offenen Gespräch. Guttenberg sprach in der Aula des Flensburger Kasernengeländes über das Thema «Ausbildung, Erziehung, Fürsorge» und diskutierte anschließend - hinter verschlossenen Türen - eine Stunde lang mit den 300 Soldaten, darunter 60 Offiziersanwärter. Einige von ihnen waren im November vergangenen Jahres an Bord, als die 25-jährige Kadettin tödlich verunglückte. Die Soldaten honorierten ausdrücklich die Entscheidung des Guttenbergs, in die "Höhle des Löwen" gegangen zu sein.

Nach Informationen will er nun auch nicht warten, bis die "Gorch Fock" Ende April oder Anfang Mai im Heimathafen Kiel eintrifft, sondern ihr schon bald entgegenfliegen.

Erst jetzt wurde bekannt, dass Guttenberg Ende vergangener Woche auch persönlich mit der Mutter der Kadettin telefoniert hat. Dabei entschuldigte er sich für die Informationspannen nach dem Unglück.
'Gorch Fock' im Militärhafen von Valparaiso   Großbild klick!
"Gorch Fock"in Valparaiso : Miese Stimmung an Bord
Isoliert von Besuchern liegt die "Gorch Fock" im militärischen Teil des Hafens von Valparaiso am Kai. Von der lockeren Stimmung, als das Schiff bei seinen Stationen in Montevideo und Buenos Aires offen für Besucher war, ist nichts mehr zu sehen. Der Stolz der deutschen Marine gibt sich zugeknöpft. Die chilenische Militärpolizei kontrolliert jeden, der auch nur in die Nähe des Segelschulsschiffes möchte. Pressevertreter sind unerwünscht. Die Einheimischen, die am Hafen neugierig auf die Dreimast-Bark blicken, haben aus der Zeitung erfahren, was es mit dem deutschen Schiff an der Pier auf sich hat. Sie haben der "Gorch Fock" schon einen Namen gegeben: "El buque de la tortura" – Das Folterschiff.

Die Stimmung der Besatzung passt zu diesem Namen. Ernst gehen die Marine-Soldaten von Bord, kaum einer will etwas sagen. Admiral Horts Dieter Kolletschke, soll der Crew empfohlen haben, sich nicht zu äußern. Aber einige tun es doch und bringen die Situation an Bord auf den Punkt. "Scheiße" sei die Stimmung an Bord, sagt einer. Aber exakter will er nicht äußern.

Zwei Wochen lang hat die Untersuchungskommission jedes Besatzungsmitglied zu den angeblichen Fällen der Drangsalierung von Kadetten und der sexuellen Nötigung befragt. Admiral Kolletschke lehnt es ab, Interviews zu geben. Er wolle nicht falsch zitiert werden, erklärte er und verwies darauf, dass der Untersuchungsbericht in einigen Tagen veröffentlicht werde. Alle Mitglieder der Besatzung wurden befragt. Es sei eine sachliche Befragung gewesen, meint ein junger Gefreiter: "Wir wurden wirklich alle gefragt, alle 200 Mann an Deck." Mit der Untersuchungskommission würden sie gut zusammen arbeiten. "Ab und zu muss man in die Kammer zur Befragung, das war's dann auch. Da gibt man seine Antworten. Man ist nach 20 Minuten, halbe Stunde wieder draußen. Dann geht's weiter mit dem Tagesdienst."
Quelle: JS



Hafen Valparaiso (Bild: Pablo Trincado)   Großbild klick!
"Gorch Fock"in Valparaiso : Untersuchung an Bord abgeschlossen
(12.02.11) Die Untersuchungskommission an Bord der "Gorch Fock" hat nach zwei Wochen ihre Arbeit vor Ort beendet. Das Team unter Leitung von Admiral Horst-Dieter Kolletschke hat die Untersuchungen an Bord abgeschlossen, so das Pressezentrum der Marine in Glücksburg am Freitag. Die Kommission wird von Chile aus nach Deutschland zurückreisen und Marineinspekteur Axel Schimpf über die Ergebnisse informieren. Die "Gorch Fock" war am Freitag in den Hafen der chilenischen Stadt Valparaiso eingelaufen.

Valparaíso ist eine chilenische Hafenstadt mit etwa 278.000 Einwohnern. Die Stadt liegt an einer nach Norden offenen Bucht des Pazifiks. Der Hafen ist einer der größten des Landes. Der Charakter der Stadt gilt als weltberühmt und ist Inhalt zahlreicher literarischer, musikalischer und künstlerischer Interpretationen. Die Stadt gilt als kulturelle Hauptstadt Chiles. Im Juli 2003 wurde das historische Zentrum mit seiner Architektur aus dem 19. und 20. Jahrhundert von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Der Wehrbeauftragte berichtete dem Verteidigungsausschuss von schwierigen Befragungen auf dem Dreimaster. Demnach sind die Ermittler zunächst auf eisiges Schweigen der Stammbesatzung gestoßen. Erst nach einem Drei-Stunden-Gespräch mit dem suspendierten Kommandanten Norbert Schatz seien die Soldaten aufgetaut. "Sie haben auch bestätigt, dass es auch offenbar eine unterschiedliche Vorstellung gab, was eigentlich freiwillig ist", so Königshaus. Der Wehrbeauftragte zweifelt, ob alle Offizieranwärter wussten, dass keiner zum Aufentern gezwungen werden kann. Es bestehen auch Zweifel, ob sieben Mal Aufentern kurz hintereinander angemessen waren.
Quelle: DC



Chemische Formel Formaldehyd   Großbild klick!
Leiche der Kadettin war mit Formalin präpariert
(11.02.11) Der Streit um das Gewicht der am 7. November vergangenen Jahres auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ tödlich verunglückten Offiziersanwärterin Sarah Lena S. ist zu Ende: Wie man aus Marinekreisen erfuhr, wurde die Leiche von Sarah Lena im Krankenhaus der Hafenstadt mit 20 Kilo Formaldehyd versehen. Damit werden Leichen präpariert. Diese Präparierung hätten die brasilianischen Ärzte vorgenommen, um die Leiche für den Flug in die Heimat transportfähig zu machen. Das Flugzeug habe über keine Tiefkühleinrichtung verfügt, war zu erfahren.

Der Name Formaldehyd leitet sich vom lateinischen Namen für Ameise ab, von „formica“. Denn das Aldehyd kann durch Oxidation in Ameisensäure überführt werden. Formaldehyd ist als „krebserregend für den Menschen“ eingestuft, kommt aber in Säugetierzellen beim normalen Stoffwechsel als Zwischenprodukt vor.

Formaldehyd kann benutzt werden, um Leichen zu konservieren. Dafür wird eine vier- bis achtprozentige wässrige Lösung verwendet, die als Formalin bezeichnet wird.

Unverständlich ist, dass die obduzierenden Rechtsmediziner das nicht sofort diagnostiziert haben: Formalin hat einen charakteristischen stechenden Geruch und der wird normalerweise sofort bemerkt.
Rechtsmediziner Prof. Dr. Jochen Wilske: "Dass eine Leiche mit Formalin präpariert ist, bemerkt man bei einer Obduktion SOFORT: Man nimmt gleich bei der Öffnung der Leiche den typischen stechenden Geruch wahr. Und nicht nur das: Blut ist z.B. schwarz verfärbt. Zwanzig Liter Formalin jedoch sind einigermaßen unüblich, die gebräuchliche Menge sind um die fünf Liter."
Quelle: FC



Streit um Gewicht und Tests mit schwerem Atemschutz
(10.02.11) Ein Gewicht macht Schlagzeilen. Wie schwer war die an Bord der „Gorch Fock“ verunglückte Kadettin am Tag des Todessturzes im November 2010? Vizeadmiral Axel Schimpf bestätigte dabei die Gewichtsangabe von 83 Kilogramm. Diese Gewichtsangabe stehe in dem Bericht, der sich auf Angaben der Kieler Rechtsmedizin stütze.

In Kiel war der Leichnam nach seiner Rückführung aus Brasilien im November im Auftrag der Staatsanwaltschaft obduziert worden. Schimpf könne sich dieses Gewicht auch nicht erklären und verwies auf die noch laufenden Ermittlungen.

Nach Presse-Recherchen besteht die Möglichkeit, dass durch die intensivmedizinische Behandlung der jungen Frau eine Zunahme des Gewichts entstanden sein könnte. Möglicherwiese kann ein Gutachten nähere Erkenntnisse über Einflüsse auf die Gewichtsveränderung des Leichnams der Kadettin zwischen dem Todestag und der Obduktion in Kiel bringen.

In einem Interview am Tag der Vereidigung im August vorigen Jahres hat die junge Frau nach einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ selbst eingeräumt, 15 Kilogramm Übergewicht zu haben. Eine Untersuchung aber ergab, dass sie für den Borddienst auf Einheiten der Marine geeignet war.

Dass die Belastungen im Dienst an Deck eines Schiffes besondere körperliche Fähigkeiten erfordert, weiß man bei der Marine genau. Für die „Verwendungsreihe 11 – Decksdienst“ wird deshalb neben der allgemeinen „Bordverwendungsfähigkeit“ zusätzlich „Widerstandskraft bei den auftretenden besonderen seemännischen Anforderungen“ verlangt, denn „Seefahrt bedeutet außergewöhnliche Belastung“. Diese Erkenntnis galt bereits für die Kaiserliche Marine anno 1871.

Schwerer Atemschutz bei der Münchner Feuerwehr
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Trotzdem gibt es bei der Bundeswehr bis dato keine exakte Vorschrift, wie die spezielle Belastbarkeit für den Decksdienst festzustellen ist. Nicht einmal die allgemeine „Bordverwendungsfähigkeit“ ist exakt definiert. In der Regel behelfen sich die Bundeswehrmediziner, indem sie eine allgemeine Tauglichkeitsuntersuchung nach „BA 90/5“ durchführen und zusätzlich die Fähigkeit zum Tragen von schwerem Atemschutz nach „G 26.3“ testen. Diese arbeitsmedizinische Untersuchung gilt als extremster Test für körperliche Belastungsfähikeit. An den hohen Standards beim Belastungs-EKG und dem strikten Ausschluss von Übergewicht ist schon so manch gestandener Feuerwehrmann(!) gescheitert.

Ob die tödlich verunglückte Kadettin den Fitnesstest nach G 26.3 bestanden hat, darf bezweifelt werden. Neben dem anspruchsvollen Leistungstest auf dem Fahrradergometer ist Voraussetzung, dass der Body-Mass-Index (BMI) unter 30 liegt. Der BMI wird berechnet, indem man das Gewicht durch das Quadrat der Körpergröße teilt. Vorausgesetzt, die 83 Kilo stimmen, hätte die 1,58-Meter-große Sarah S. einen BMI von 33,2 gehabt. Gemäß den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation entspräche dies einer „behandlungsbedürftigen Fettsucht“. Ein BMI zwischen 25 und 30 gilt als „Übergewicht“, der Normalbereich für eine 25-jährige Frau liegt bei 20 bis 25.

Die „Gorch Fock“ hat, wie alle größeren Schiffe der Bundeswehr, einen gut ausgebildeten Schiffsarzt an Bord. Wenn die kurz vor dem Unfall eingeschiffte Sarah S. tatsächlich stark übergewichtig war, hätte ihr eine Standarduntersuchung mit Waage und Meterstab das Leben retten können. Doch dafür gab es keine Vorschrift, denn die „Belegart 90/5“ wird im Regelfall nur alle drei Jahre ausgefüllt. Warum das so ist, wird nicht der suspendierte Kommandant der 'Gorch Fock' Norbert Schatz, sondern die oberste Führung der Bundeswehr erklären müssen ...
Quelle: Peter O. Walter



Links 60 kg, recht 83 kg   Großbild klick!
Gorch Fock: Ja, was jetzt: 60 oder 83 Kilogramm??
(09.02.11) Man möchte meinen, es sei schon von der Optik her ein Leichtes, ob ein junger Mensch bei einer Körpergröße von 1,58 Meter 60 oder 83(!) Kilogramm wiegt. Sogar das scheint bei den Ermittlungen zur "Gorch Fock"-Afaire ein Problem zu sein.

Die im November auf der „Gorch Fock“ tödlich verunglückte Kadettin soll nicht übergewichtig gewesen sein. Die junge Frau habe nicht 83, sondern gut 60 Kilo gewogen, so der Anwalt der Mutter Thomas Kock am Dienstag. Der Jurist vertritt die Mutter der verunglückten Kadettin.

„Ich platze vor Wut. Ein angebliches Gewicht von 83 Kilo ist völlig an den Haaren herbeigezogen“, sagte die Mutter der Kadettin einer Zeitung in Hameln. Eine Woche vor dem Unfall war ihre Tochter noch zu Hause in Bodenwerder gewesen, betonte Angelika S. in dem Bericht. Ihr als Mutter hätte es auffallen müssen, wenn sie so zugenommen hätte. „Ich kenne doch mein Kind. Sie war ganz normal bei ihrem Besuch. Sarah war topfit und sportlich. Sie hat immer um die 55 bis 58 Kilo gewogen.“ Wo die falsche Gewichtsangabe herkomme, sei unklar, sagte der Hamelner Jurist Thomas Kock einer Nachrichtenagentur am Dienstag.

Das Sensationsblatt zitiert aus einem Bericht der Marine. Demnach soll S. zum Zeitpunkt des Unfalls in einem schlechten körperlichen Fitnesszustand gewesen sein. "Weiterhin ist festzustellen, dass S. aufgrund ihres Körpergewichts am Unfalltag zusätzlich nicht borddienstverwendungsfähig gewesen wäre. Die Obduktion ergab ein Körpergewicht, welches in Relation zur Körpergröße eine Borddienstverwendungsfähigkeit ausgeschlossen hätte." Nach Informationen der Senstionszeitung hatte die Kadettin am Unfalltag bei einer Größe von 1,58 Meter 83 Kilogramm gewogen.
Quelle: Peter O. Walter



Kommandant Schatz   Großbild klick!
Widersprüchliche Meldungen: "Schatz wieder einsetzen" und "Komminikationsprobleme"
(08.02.11) RP-online (Rheinische Post): "Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg muss den vorübergehend suspendierten Kapitän des in Verruf geratenen Bundeswehr-Segelschulschiffs "Gorch Fock" höchstwahrscheinlich wieder auf seinem Posten einsetzen. Erste Befragungen der Besatzung und ehemaliger Kadetten hätten "keine Anzeichen für ein disziplinarrechtliches Fehlverhalten" ergeben, sagte ein Mitglied der Ermittlerkommission unserer Zeitung. Kommende Woche wollen die Experten einen Zwischenbericht vorlegen.

Die Marineexperten befragen sowohl die Besatzung auf der "Gorch Fock" vor der chilenischen Küste sowie frühere Offiziersanwärter in der Marineschule Mürwik. Bisher unterstütze "eine große Mehrheit" den Kapitän."

Dagegen schreibt das Presseportal PR-SOZIAL: Kurz vor dem tödlichen Unglück auf der Gorch Fock im November 2010 hat es an Bord des Schiffes offenbar massive Schlampereien und Kommunikationsprobleme gegeben. Wie die “B...-Zeitung” (Dienstagausgabe) unter Berufung auf einen Ermittlungsbericht der Marine berichtet, hat es vor Beginn der Segelvorausbildung durch die Verantwortlichen keine konkrete Einweisung für die Ausbilder gegeben, was sie in Bezug auf eventuelle Unsicherheiten von Lehrgangsteilnehmern zu melden hätten. Der Unteroffizier, der zum Unfallzeitpunkt auf der so genannten Bramsailing auf der Gorch Fock stand, kam erst am 5. November 2010 an Bord.

In dem Bericht heißt es laut “B...-Zeitung” wörtlich: “Eine Einweisung in seine Pflichten, Aufgaben, speziell während der Segelvorausbildung in der Takelage, hat nicht stattgefunden, da man der Meinung war, dass er wissen müsste, was er zu tun und zu lassen hat.”
Eine Einweisung des zuständigen Unteroffiziers als Gesamtverantwortlicher der Segelvorausbildung hat ebenfalls nicht stattgefunden. In dem Bericht heißt es weiter: “Seine Funktion als Verantwortlicher für die Ausbildung an Deck ist er nach eigenen Angaben nur zu ca. 50 bis 70 Prozent nachgekommen, da er noch andere Aufgaben innerhalb des Schiffes zu erledigen hatte.
Auch kurz vor dem Unglück hat es an Bord offenbar massive Kommunikationsprobleme gegeben. In dem Bericht heißt es weiter, dass einem Ausbilder aufgefallen sei, dass die kurz danach verunglückte Soldatin Probleme mit der Übung hatte. Wörtlich: “Er hatte, wie er beschreibt, ein ungutes Bauchgefühl. Dieses wurde durch den Ausbilder nicht an den verantwortlichen Wachführer an Deck kommuniziert, sondern nur an einen erfahrenen Unteroffizier ohne Begründung weitergegeben.” Die an Bord des Segelschulschiffs ums Leben gekommene Kadettin Sarah Lena Seele war offenbar zum Unfallzeitpunkt nicht diensttauglich. Laut Obduktion habe die 25-Jährige, die nur 1,58 Meter groß war, 83 Kilogramm gewogen. Sie wäre nicht "dienstverwendungsfähig gewesen", heißt es im Untersuchungsergebnis.
Quelle: RP, PPS

Diese Pressemeldungen im Original





'Gorch Fock': Erster Offizier geht in Elternzeit - lange vorher bekannt
(07.02.11) Die vom Admiral Kolletschke geleitete Untersuchungskommission wird am 12. Februar im Hafen Valparaiso/Chile von Bord gehen und dann nach Deutschland zurückfliegen. Vorher und bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, werden keine Resutate bekanntgegeben.
Der vorübergehend suspendierte Kapitän Norbert Schatz und sein Erster Offizier sind inzwischen in Deutschland.
(Kommentar von ESYS: Der erste Offizier auf der 'Gorch Fock ist für die Ausbildung der Kadetten zuständig und deren Disziplinarvorgestzter.)

Ich habe mit Kapitän zur See Schatz mehrmals telefoniert“, sagte Schimpf vor Pressevertretern in Mürwik. Der Erste Offizier, Korvettenkapitän Markus Hey, ist aus privaten Gründen nach Deutschland zurückgekehrt. Dies sei auch bereits lange vor dem Bekanntwerden der Vorwürfe der Offizieranwärter geplant, heißt es bei der Marine. Der Grund: Er geht in Elternzeit.
Quelle: FC



„Gorch Fock“: Kommandant Schatz und Erster Offizier verweigern Aussage
(06.02.11) Die Aufklärung der angeblichen Missstände auf der „Gorch Fock“ kommt nur recht zögerlich voran, weil die wichtigsten Zeugen nicht aussagen wollen. Das schreibt das Nachrichtenmagazin „Focus“ am Samstag.
Die zur Untersuchung der Vorwürfe eingerichtete Marinekommission befragte befragte inzwischen einen Großteil der Stammcrew. Dabei verweigerte der erste Offizier Markus Hey die Aussage. Heys Rechtsanwalt Jörgen Breckwoldt sagte gegenüber dem „Focus“: „Wir wissen noch nicht einmal, was den Verantwortlichen der Gorch Fock überhaupt vorgeworfen wird.“ Auch der abberufene Kapitän Norbert Schatz wollte sich ebenfalls nicht zu den Vorwürfen äußern.
Quelle: Focus

Kommentar von ESYS: Die (vorläufige) Verweigerung der Aussage ist eine bewährte Strategie von Anwälten, die auf diese Weise Ihren juristisch meist unkundigen Mandanten vor unüberlegten Äußerungen abhalten wollen. Gute Taktik, aber nicht sehr vertrauensbildend, auf negative Kommentare der Presse kann mann warten ...



Mehrfache Telefonate vor Suspendierung
(04.02.11) Admiral Axel Schimpf hat in der "Gorch Fock"-Affaire Berichte über eine fehlende Anhörung des früheren Kapitäns Norbert Schatz zurückgewiesen. „Ich habe selber mit ihm mehrfach telefoniert“, so Schimpf in Glücksburg Mit Kapitän zur See Norbert Schatz sei vor dessen Suspendierung ausführlich gesprochen worden. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte den Kommandanten vor knapp zwei Wochen nach Bekanntwerden der Vorfälle auf der „Gorch Fock“ von seinen Aufgaben entbunden.

Laut Schimpf sei die Suspendierung von Schatz aus Fürsorgepflicht notwendig gewesen. „Er ist auf einem guten Kurs, auch ganz persönlich“, sagte Schimpf. Der Marineinspekteur wies zudem Berichte zurück, wonach der mittlerweile nach Deutschland zurückgekehrte Schatz juristische Schritte prüfe. „Er prüft keine Klage.“

Inzwischen mehren sich die positive Stimmen und Leserbriefe von ehemaligen Kadetten, die auf der 'Gorch Fock' ausgebildet wurden. Eine typische Stellungnahme:
Klaus Rahe fuhr 1962 als Offizieranwärter auf dem Segelschulschiff Gorch Fock."Man muss mit relativ wenig Schlaf auskommen, aber das hängt mit den vier Wachschichten zusammen. Alle drei Tage sind aber acht Stunden Schlaf drin. In der Hängematte schläft man wie in den Armen von Morpheus ...
Es war die schönste Zeit meines Lebens. Die aktuell entbrannte Diskussion um unser Schiff diskutieren wir unter Kameraden allerdings mit einiger Verständnislosigkeit. Unsere Crew IV 62 bildet eine lebenslange Kameradschaft."


Christian Wahmhoff aus Fürstenau, einer der Kadetten berichtet: "... diese Wahrheit hat wenig mit dem zu tun, was im politischen Berlin diskutiert wird. Sicher. Es gehe streng auf dem Schulschiff zu. Jeder müsse ran. Aber ansonsten? Den Kapitän Norbert Schatz habe er als fürsorglich erlebt, als einen Mann, der sich nicht zu schade sei, mit der Mannschaft kräftig anzupacken. Ein Seemann durch und durch. Auch die Geschichten, dass Kadetten gezwungen worden seien, hoch in die Takelage zu klettern, seien ... fremd. Als er sich einmal vor einer „Klettertour“ nicht gut gefühlt habe, sei er in keiner Weise bedrängt worden, dennoch aufzusteigen. Vielmehr habe der Kapitän ... Verständnis gezeigt. Als Norbert Schatz plötzlich von seinen Pflichten entbunden worden sei, sei er – ebenso wie andere – schockiert gewesen."

Kapitän Immo v. Schnurrbein
Auch unter Kapitän zur See Immo v. Schnurbein (April 86 - Dezember 92) war es zu einem tödlichen Unfall gekommen. Auch hier hatten die Kadetten Probleme gleich wieder aufzuentern. "Schnurre" betonte die Freiwilligkeit und enterte als Erster auf. Nicht umsonst hatte Schnurrbein hohens Ansehen nicht nur bei der Stammbesatzung sondern auch bei den Kadetten.

Kommentar von ESYS: "Es scheint recht seltsam, wenn man diese und die vorherigen widersprüchliche Aussagen liest. Unterstellt man, dass diese Aussagen alle zureffen, läßt die scheinbar widersprüchliche Lage nur einen Schluss zu: Das Klima an Bord kann extrem wechseln und ist abhängig von den Offizieren und der Stammcrew. Und noch interessanter: Es scheint an Bord auch verschiedene "Klimazonen" zu geben, die Stimmung in einer Mastcrew kann - und auch das hängt mit den Ausbildern zusammen - kann sich von einen anderen unterscheiden!"
Peter O. Walter



Kommandant Schatz   Großbild klick!
"Gorch Fock": Kapitän Schatz in Deutschland zurück
(02.02.11) Der von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vorläufig suspendierte Kommandant der «Gorch Fock», Norbert Schatz, ist seit Mittwochmittag wieder in Deutschland. Schatz kam in Frankfurt aus Buenos Aires mit dem Flugzeug. Bis auf weiteres werde Schatz der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stehen.

Schatz sei in den Amtsbereich des Marineamts kommandiert, das neben dem Hauptsitz in Rostock weitere Standorte in Deutschland hat. Er wisse, wo Schatz derzeit sei, wolle dies aber nicht sagen, erklärte Winkler. Der Presseoffizier der Marine in Kiel war zusammen mit Winkler aus Argentinien nach Deutschland geflogen.

Unterdessen betonte Admiral Axel Schimpf, dass Schatz «nach wie vor der Kommandant der "Gorch Fock" ist. Er ist lediglich bis zum Abschluss der Ermittlungen in den Amtsbereich des Marineamts kommandiert», schrieb der Vize-Admiral in seinem auf der Homepage der Marine veröffentlichten «zweiten Inspekteurbrief» zur «Gorch Fock». Kapitän zur See Michael Brühn führe das Kommando für die Rückreise des Segelschulschiffs; er sei «der Abwesenheitsvertreter» von Schatz.

In Ushuaia war der suspendierte Kommandant Schatz kurz vor dem Ablegen mit militärischen Ehren verabschiedet worden. Schatz genoss unter der Stammbesatzung hohes Ansehen.

Kommentar von ESYS: Der Satz "Schatz genoss unter der Stammbesatzung hohes Ansehen." ist hochinteressant. Liest man zwischen den Zeilen so fehlt hier etwas und auch dem Fehlenden kann man Informationen entnehmen: Den Satz ist nur so zu deuten, dass Schatz bei den Kadetten kein hohes Ansehen genoss, und das war nicht bei allen Kommandanten so ...
Quelle: WO



'Sagres' unter Vollzeug   Großbild klick!
Es geht auch anders: Die "Sagres"
Das portugiesische Segelschulschiff "Sagres" ist der "Gorch Fock" sehr ähnlich, kein Wunder, entstammt sie doch derselben Baureihe und ist eines ihrer Schwesterschiffe. Doch die Ausbildung der Kadetten folgt anderen Leitlinien als auf dem deutschen Schulschiff.

Auch Portugals Marine nutzt ihr Schiff, um angehende Offiziere zu schulen. Kapitän Mendes hat keinen Zweifel daran, dass die Ausbildung auf der "Sagres" ein Schlüsselerlebnis für portugiesische Kadetten ist: "Offiziere, die auf einem Segelschiff lernen, sind besser qualifiziert. Sie lernen auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren, haben bessere Führungsqualitäten und wissen die Kraft von Wind und Meer einzuschätzen. Das sind Dinge, die ihnen auf allen Positionen in der Marine weiterhelfen werden."

Ähnlich wie bei der "Gorch Fock" nutzt auch die portugiesische Marine der "Sagres" zu diplomatischen Missionen. Die ehemalige Seefahrernation Portugal scheut keine Kosten, dass die repräsentativen Aufgaben des Schulschiffes jederzeit zu erfüllen sind. Die "Sagres" unterhält deshalb eine Stammcrew von 139 Mann, das sind 54 feste Crewmitglieder mehr als auf der "Gorch Fock". Die "Sagres" ist damit unabhängig vom Einsatz der Kadetten voll funktionsfähig. Im Ernstfall übernehmen die Profis. Der Druck auf die Kadetten ist so insbesondere in Extremsituationen nicht unerträglich hoch.

Trotzdem kam es auf einer Ausbildungsfahrt der "Sagres" vor zehn Jahren bei den Azoren zu einem tödliche Unfall: Ein Matrose fiel bei einer Routineaufgabe von einem Mast mit dem Rücken auf die Reling und dann ins Meer. Der Tod des Besatzungsmitglieds hinterließ tiefe Spuren. Bootsmann Carmo Meireles erinnert sich: "Die Stimmung und die Moral der Mannschaft waren auf dem Nullpunkt. Einige Kadetten weinten und mussten vom Schiffsarzt betreut werden. Der Kapitän sagte, dass niemand mehr in die Takelage hinaufsteigen müsste, der sich nicht wohl fühlen würde." Alle offiziellen Termine wurden abgesagt. Das Schiff kehrte nach Lissabon zurück, gefahren von der Stammcrew.

Die große Besatzung der "Sagres" erlaubt es Kapitän Mendes, auf die individuellen Stärken und Schwächen der Kadetten einzugehen, ohne die Manövrierfähigkeit des Schiffes zu gefährden: "Alle Kadetten gehen in die Takelage. Sie werden an den ersten Ausbildungstagen begleitet und ihnen werden die Sicherheitsvorkehrungen erklärt. Um Unfälle zu vermeiden, muss man jedoch genau beobachten, wie sich die Kadetten beim Aufsteigen in den Mast verhalten. Denn viele wollen ihre Ängste nicht zugeben und bringen sich und damit die Mannschaft in Schwierigkeiten. Wenn ich sehe, dass sich jemand in der Höhe nicht wohl fühlt, dann setze ich ihn am Fock- oder Kreuzmast ein, wo sie nicht in die Takelage steigen müssen." Kapitän Mendes glaubt, dass das deutsche Schwesterschiff "Gorch Fock" vor allem aus finanziellen Gründen mit einer kleineren Stammannschaft fährt. Doch diese Einschätzung ist wohl etwas einseitig. Denn je größer die Stammbesatzung, desto kleiner der Anteil der Kadetten. Die "Sagres" bildet pro Fahrt maximal 63 Kadetten aus, also nur knapp die Hälfte der Offiziersanwärter, die auf der "Gorch Fock" geschult werden. Nationen mit einer größeren Truppenstärke wie Deutschland oder die USA sind auf mehr Ausbildungsplätze angewiesen.

"Gorch Fock"_Schwesterschiff "Eagle"   Großbild klick!
Auf dem Segelschulschiff "Eagle" (US-Coastguard) sind teilweise sogar bis zu 150 Kadetten an Board. Einige von ihnen sind schon das dritte Mal dabei und können wichtige Funktionen in der Mannschaft übernehmen. "Die Kadetten aus dem Abschlussjahrgang, die mehr Verantwortung auf dem Schiff übernehmen, werden von der Marine nach bestimmten Kriterien ausgewählt," sagte der Erste Offizier der "Eagle", Kapitänleutnant Jorge Martinez. So hat die "Eagle" während der Ausbildungsfahrten zwar eine ähnlich große professionelle Besatzung wie die "Gorch Fock". Da Kadetten mit unterschiedlichem Erfahrungshintergrund an Bord sind, kann im Notfall jedoch die Last von den Schultern der Neulinge genommen werden.
Quelle: TW



Gorch Fock auf der Rückseite des 10-Mark-Scheins
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"Gorch Fock" ohne Kapitän Schatz auf dem Heimweg
(01.02.11) Knapp zehntausend Seemeilen muss die deutsche Dreimastbark zurücklegen, bis sie mit etwa 200 Mann Crew ihren Heimathafen Kiel erreicht hat. Vermutlich in der ersten Maihälfte wird sie dort festmachen. Ob sie anschließend wieder zur Ausbildung der Seeoffiziere eingesetzt wird, ist bisher nicht entschieden.

Als Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland soll die „Gorch Fock“ vorerst nicht mehr auftreten. Sämtliche geplanten Repräsentationsauftritte sind gestrichen. Nur zum Bunkern von Verpflegung, Treibstoff und Wasser wird sie Häfen in Chile, Peru, der Dominikanischen Republik und in Portugal anlaufen. Begonnen hat die Heimreise am Sonntag im Hafen von Ushuaia an der Südspitze Argentiniens.

Ushuaia wird in der Geschichte des Schiffes jetzt einen denkwürdigen Platz einnehmen. Hier hat der suspendierte Kommandant Norbert Schatz die Bark verlassen, in Zivil und sichtlich von Trauer geprägt – während das Nebelhorn tutet und die Besatzung mit dem üblichen militärischen Zeremoniell Abschied nimmt. In der Takelage hängt ein weithin sichtbares Transparent, mit dem die Mannschaft ihre Sympathie für Schatz zum Ausdruck bringt. „Ein Kommandant, eine Besatzung, ein Schiff“, ist da zu lesen. Vier Matrosen achten darauf, dass die Parole den Fernsehteams, die das Auslaufen der „Gorch Fock“ verfolgen, nicht verborgen bleibt.

Michael Brühn, ein ehemaliger Kommandant der „Gorch Fock“ und Vorgänger von Schatz, soll das Schiff nach Kiel zurückbringen. Da es im Südatlantik derzeit sehr stürmisch ist, hat er sich für eine Route entlang der südamerikanischen Westküste entschieden. „Im Pazifik sind die Wind- und Strömungsverhältnisse günstiger“, heißt es auch im Verteidigungsministerium in Berlin.

Valparaiso in Chile ist nächste Ziel des Großseglers. Dort soll das Untersuchungsteam von Bord gehen. Der suspendierte Kommandant Schatz, seit 2006 auf der „Gorch Fock“, wird Mitte dieser Woche in Deutschland zurück erwartet. Er soll vorerst im Marineamt in Rostock arbeiten, hofft aber, seinen bisherigen Dienstposten auf der „Gorch Fock“ bald wieder einnehmen zu dürfen.
Quelle: WO



Ablegen in Ushuaia   Großbild klick!
"Gorch Fock" wieder unterwegs
(31.01.11) Die nachhause beorderte "Gorch Fock" ist auf dem Weg nach Deutschland. Die Dreimastbark legte in Ushuaia/Argentinien ab. In Ushuaia war der von Guttenberg suspendierte bisherige Kommandant Norbert Schatz kurz vor dem Ablegen mit militärischen Ehren verabschiedet worden. Er verließ das Schiff in Zivil. Viele der Stammbesatzung winkten ihm zum Abschied vom Schiff aus zu. Schatz genoss unter der Stammbesatzung hohes Ansehen. Er wird in den kommenden Tagen in Deutschland zurückerwartet.

Unter dem neuen Kommandanten Michael Brühn legte das Schiff am Sonntag ab. Mit an Bord ist eine Ermittlungskommission. Sie sollen die Berichte über Missstände bei der Ausbildung und Schikane-Vorwürfe von Offiziersanwärtern gegen die Stammbesatzung untersuchen. Die "Gorch Fock" wird Ende April zurück im Heimathafen Kiel erwartet.

Die "Gorch Fock" wird wahrscheinlich dem weiteren Verlauf des ursprünglich geplanten Törns folgen. Sie wird also westlich von Südamerika durch den Pazfik segeln, dann durch den Panamakanal und dann mit Zwischenstationen ostwärts durch die Karibik in Richtung Europa und den Heimathafen Kiel.

Nach Angaben der Marine legte das Segelschulschiff der Bundeswehr unter dem Befehl des kurzfristig eingeflogenen Kommandanten Michael Brühn am gestrigen Sonntag um 19 Uhr MEZ (14.00 Uhr Ortszeit) im argentinischen Hafen Ushuaia ab. Der ursprünglich geplanten Hafen Purto Montt in Chile wird nicht angelaufen, dafür aber Valparaiso in Chile. Ebenso soll der Stopp in Trujillo / Venezuela ausfallen, dafür wird Callao in Peru angefahren werden. Die Ankunft der "Gorch Fock" wird dann Ende Mai bis Anfang Juni erwartet.
Quelle: Peter O. Walter



Solidarität der Crew   Großbild klick!
Kommentar: War die Entbindung von Kommandant Schatz richtig? ESYS meint: JA.
(30.01.11) Die Entscheidung von Verteidigungsminister zu Guttenberg hat viel mehr Konsequenzen als als gemeinhin vermutet. Alle Welt spricht von einer ehrenrührigen Absetzung des Kapitäns, ohne Anhörung noch dazu!! Kapitän zur See Norbert Schatz ist damit zu einem "Opfer" Guttenbergs geworden, dem viel moralische Unterstützung zuteil wird.
Und alle Welt stürzt sich jetzt auf Guttenberg und die Opposition und die Zeitung mit vier Buchstaben heult auf ...

Die Alternative zur Entbindung des Kommandanten wäre gewesen ihn im Amt zu belassen, mit dem korrekten Hinweis, erst BEIDE Seiten zu hören. Keineswegs wäre die Kritik nun geringer ausgefallen, ganz im Gegenteil: Sie hätte sich neben Guttenberg auch auf Kommandant Schatz fokussiert und eine verheerende Gerüchteküche geschaffen.
Keineswegs hätte die Opposition nun Guttenberg gestreichelt ("Hast du gut gemacht. Braver Bubi."), sonder wäre wegen "eklatanter Führungsschwäche und Handlungsunfähigkeit" über ihn hergestürzt, und unsere berüchtigte Zeitung ebenso.

Kapitän zur See Schatz kann entspannt sein. Alle Sympathie gilt ihm als Bauernopfer von Guttenberg. In diesem Sinne hat der Verteidigungsminister den Kapitän tatsächlich aus der Schusslinie genommen.
Quelle: Peter O. Walter



Die Unteruchungskommission geht an Bord   Großbild klick!
Guttenberg will Stilllegung vermeiden, zehnköpfiges Ermittlungkommission an Bord
(29.01.11) Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will eine Stilllegung des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ trotz des Wirbels um ungeklärte Todesfälle möglichst vermeiden. „Es wäre wunderbar, wenn die ´Gorch Fock´ weiter segeln könnte“, sagte er am Freitag in Berlin.

Unterdessen geht eine Kommission der Marine an Bord des Segelschulschiffs den Vorwürfen gegen Offiziere des Schiffes nach, wonach auf Kadetten an Bord übermäßiger Druck ausgeübt worden sein soll. Das Untersuchungsteam an Bord des Schiffes besteht aus rund zehn Personen. Neben drei Rechtsberatern sowie Mitarbeitern aus dem Büro des Wehrbeauftragten zählt dazu auch der Havariebeauftragte der Marine, Michael Brühn. Er soll das Schiff zurück nach Deutschland bringen. Der 55-Jährige war von August 2001 bis Februar 2006 selbst Kommandant des Schiffes. Vor einer Woche hatte Guttenberg Schatz abgesetzt und das Schiff zurück in seinen Heimathafen Kiel beordert. Ein zweites Untersuchungsteam soll an der Marineschule Mürwik in Flensburg die im Raum stehenden Vorwürfe prüfen.

Trotz der ungeklärten Vorwürfe will die Mehrheit der Deutschen, dass das Segelschulschiff „Gorch Fock“ weiterhin als Ausbildungsschiff fungiert. Nach der Emnid-Erhebung sprachen sich 51 Prozent der Bundesbürger dafür aus, die „Gorch Fock“ weiter zu betreiben. 37 Prozent sind für einen Verkauf des Schiffes.
Die Absetzung des Kapitäns der „Gorch Fock“ durch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg halten 60 Prozent der Bundesbürger für richtig. 31 Prozent sind der Meinung, Guttenberg habe falsch gehandelt.

In der Zwischenzeit gibt es einen Brief der Stammbesatzung, welcher in der Presse als "angeblicher Brief der Stammbesatzung" bezeichnet wird: "... In Salvador war eine Besatzungsfeier auf der Pier geplant. Diese wurde natürlich abgesagt. Vielmehr hat der Offizierslehrgang am letzten Tag in Salvador für die Besatzung und die Ausbilder ein Bier ausgegeben, um gemeinsam die Geschehnisse zu besprechen und die gute/richtige Reaktion der Schiffsführung auf diesen Unfall zu würdigen. Dies alles geschah im Gedenken an unsere verstorbene Kameradin und war vom Lehrgang gewünscht und initiiert."

"... Die Ausbilder an Deck haben Weisung, bei Erkenntnissen, die eine vorübergehende Einschränkung der Entertauglichkeit nahe legen, die betroffenen Soldaten beim Schiffsarzt vorstellig werden zu lassen. Ein Entern allein auf freiwilliger Basis hat an Bord der Gorch Fock bis zum Unfall am 07.11.2010 nicht stattgefunden. Vielmehr waren alle Kadetten, die die genannten Voraussetzungen erfüllten, gehalten, an den Enterübungen teilzunehmen. Soldaten, die sich bei den Enterübungen schwer taten wurden unter besonderer Aufsicht weiter am Topp bzw. durch einen Ausbilder individuell am Besanmast ausgebildet und dabei behutsam an das Lehrgangsziel herangeführt."

Konteradmiral Dr.-Ing. Horst-Dieter Kolletschke erklärte unterdessen, er sei zuversichtlich, dass die Untersuchung zu einem guten Ende kommen werde. Er habe nur den Auftrag, die Vorwürfe nach dem tödlichen Unfall einer 25 Jahre alten Kadettin im November zu klären, nicht aber den Unfall selbst. Die Kommission werde etwa 14 Tage auf der "Gorch Fock" bleiben und erst im nächsten Hafen im Valparaiso (Chile) von Bord gehen. Nach der Befragung der Stammbesatzung sollten auch alle Kadetten in Deutschland noch einmal angehört werden. Das Segelschulschiff werde dann durch den Panama-Kanal in die Karibik fahren und von dort aus nach Deutschland zurückkehren, wo es Ende April oder Anfang Mai eintreffen werde.
Quelle: BU



"Gorch Fock": Untersuchungskommission eingetroffen und eine Pferdestory
(28.01.11) Auf der "Gorch Fock" ist am Donnerstag ein hochkarätiges Team von Experten eingetroffen, das die jüngst bekannt gewordenen Vorfälle auf dem Segelschulschiff der Deutschen Marine aufklären soll. Die Delegation unter der Leitung des Marineamts-Chefs Horst-Dieter Kolletschke werde Freitagfrüh ihre Arbeit auf der Dreimastbark im argentinischen Hafen Ushuaia aufnehmen, sagte ein Marine-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. In dem Untersuchungsteam sind neben Kolletschke auch Juristen des Verteidigungsministeriums und des Marineamts sowie Mitarbeiter des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus (FDP) vertreten. Für Freitag (14.00 Uhr Ortszeit) ist ein Presse-Statement angekündigt.

Derweilen setzt in den deutschen Medien eine regelrechte Hysterie ein: Der "wasserskifahrende Kapitän" hätte 2004 nur ein müdes Lächeln erzeugt. Eines aber haben die Medien noch nicht entdeckt, wir von ESYS aber wissen es: Im Jahr 1976 kam der damalige Kommandant Freiherr von Stackelberg mit einem Pferd an Bord geritten ...
Quelle: Peter O. Walter



Gorch Fock - Frauen hart am Wind   Großbild klick!
"Gorch Fock": Viel mehr Todesfälle!
(26.01.11) Immer wieder wird zitiert: "In der 52-jährigen Dienstzeit der "Gorch Fock" sind bislang sechs Menschen im Dienst gestorben, davon alleine vier in den vergangenen zwölf Jahren."
Das stimmt nicht!!!

Hubert Reikow, Oberleutnant zur See, war am 1. April 1959 das erste Opfer auf dem Segelschulschiff der Marine. Erst im Dezember 1958 war das Schiff in Dienst gestellt worden. Unteroffizier Ryszewski: "Ich habe zwölf Unfälle seit 1958 dokumentiert. Bei meiner Reise 1963 kam beim Sturz aus dem Großmast ein Obergefreiter ums Leben".

Die Süddeutsche Zetung: "Danach weigern sich einzelne Soldaten in die Wanten zu klettern. Sie sollen gehörig Druck bekommen haben, es doch zu tun. Ihnen soll mit dem Ende ihrer Offizierskarriere gedroht worden sein. Einige sprechen von Meuterei. Derweil soll der Kommandant des Schiffes, der inzwischen abberufene Kapitän Norbert Schatz, auf dem Achterdeck in Badehose gesichtet worden sein. Von Trauer keine Spur."

"Derweil" ist das Schlüsselwort: Unwürdig und nur auf Effekt bedacht für eine eigentlich renommierte Zeitung wie die Süddeutsche, einen Zusammenhang zwischen einer Badehose und der Trauer um die Kadettin herzustellen ...

Nach Angaben des Wehrbeauftragten gab es 2010 in der Bundeswehr drei gravierende Fälle von sexueller Belästigung. Dabei sei eine Soldatin bedrängt worden, eine andere sei von einem Kameraden in den Schwitzkasten genommen und Richtung Hose gedrückt worden, im dritten Fall sei zwei Soldatinnen "Poklatschen" angedroht worden.
Quelle: Peter O. Walter



Morgenappell   Großbild klick!
"Gorch Fock": Schon wieder neue Sauereien
(25.01.11) Die Recherchen des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus haben neue erschreckende Fakten zutage gefördert. Die ersten aber nicht letzten Erinnerungen an die Alkohol-Exzesse der Besatzung datieren vom Start des dritten Törns der Offiziersanwärter. Diese waren am späten Abend des 5. November 2010 auf der Gorch Fock in Salvador de Bahia eingetroffen. In der folgenden Nacht, hätte die Stammbesatzung heftig gefeiert. Zu später Stunde sei dann ein Ausbilder in den Schlafraum gestolpert und habe gelallt, "dass er Offiziersanwärter hasse und sie töten würde". Der Vorfall, der sich in der Nacht vor dem tödlichen Sturz der Offiziersanwärterin Sarah Lena S. ereignete, ist kein Einzelfall. Die Offiziersanwärter mussten dann das Erbrochene der Betrunkenen von Deck schrubben.

Kommandant Norbert Schatz, mittlerweile abgesetzt, sei "besonders häufig in Badehose gesehen worden", ansonsten habe er nur Pflichttermine wahrgenommen.

Ein Kadett erhob bei den Gesprächen mit dem Königshaus-Team auch den Vorwurf der sexuellen Nötigung in der Dusche gegen die Stammbesatzung. Im Bericht bleibt es nicht bei diesem Vorwurf: Demnach hätten die Besatzungsmitglieder ihm gedroht, sie seien Mitglieder des "Aryan Brotherhood". Diese rassistisch ausgerichtete Gruppe hat in den USA ein Netzwerk in Gefängnissen und ist für Morde, Erpressung und illegalen Drogenhandel in den Knästen verantwortlich. Nach einer Meldung durch den Soldaten ließ Kommandant Schatz die gesamte Mannschaft an Deck antreten. Ob es zu einer strafrechtlichen Verfolgung der Tat kam, ist nicht klar.
Quelle: Der Wehrbeauftragte



Warten auf das Urteil ...   Großbild klick!
Gorch Fock: Was kommt NOCH alles??
(24.01.11) Die Vorgehensweise von Verteidigungsminister Zu Guttenberg den Kommandaten der Gorch Fock ohne Anhörung (!) zu entlassen gibt Raum für weitere Vermutungen, die auch der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus teilt: Er könne nur vermuten, dass Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg neue Informationen bekommen habe und dass in der Folge weitere Missstände aufgedeckt würden. Sexueller Missbrauch, unmenschliche Behandlung und Diebstahl stehen im Raum ...

Am vergangenen Samstag vertrat sich Kapitän zur See Norbert Schatz gemeinsam mit Teilen seiner Crew für ein paar Stunden die Beine bei einem Landgang in Ushuaia in Südargentinien. Marine-Angehörige, die ihn lange kennen und am Pier begrüßt haben, beschreiben den Ex-Kommandanten im Gespräch mit der Presse als "um Jahre gealtert" und "wie versteinert".

Weitere Informationen zum Aufentern:
Wer nicht in den Mast will, darf ohne Nachteile befürchten zu müssen an Deck bleiben, so die Lage nach Vorschrift. Der Bordbefehl Nummer 25 beinhaltet vor jedem Aufentern eine Sicherheitsbelehrung und zwei Fragen:
- Fühlt sich jeder in der Lage zu entern?
- Gibt es Krankheiten oder Gebrechen, nimmt jemand Medikamente?
Der Wachoffizier soll auch auf Probleme wie Höhenangst achten.

Presseschau vom 24.01.2011:
Die Süddeutsche Zeitung titelt: "Guttenberg opfert "Gorch-Fock"-Kapitän" und - auf Seite drei: "Das Albtraumschiff, ... jetzt schlingert ein Mythos ..."
Baseler Zeitung: "Von Gott und der Welt verlassen» – Leben auf der «Gorch Fock"
RP ONLINE: "Norbert Schatz – Kapitän im Zwielicht"
Finacial Times Deutschland: "Guttenberg takelt "Gorch Fock" ab"
Hamburger Abendblatt: "Was ist ein Menschenleben wert?"
Thüringer Allgemeine: "Mobbing Dick: Der Verteidigungsminister beendet die Karriere des Kommandanten der Gorch Fock."
BERLINER MORGENPOST: "Guttenberg ist auf dem richtigen Weg"
Der Spiegel: "Guttenbergs Schnellschuss schockt Marineoffiziere"
Quelle: Peter O. Walter



Abgesetzt: Kapitän zur See Norbert K. Schatz   Großbild klick!
Norbert Schatz: Kapitän der "Gorch Fock" und Seemann alter Schule
(23.01.11) Kapitän zur See Norbert K. Schatz, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der mit seiner Familie in Wilhelmshaven wohnende Offizier ist zwölfter Kommandant des Segelschulschiffes.
Es ist nicht seine erste Tätigkeit auf der GORCH FOCK; von 1997 bis 1999 war er als Erster Offizier eingesetzt, zuvor war Schatz bereits als Segeloffizier sowie als Divisionsoffizier (DO) dort tätig.
Seine ersten Führungspositionen als Offizier waren auf den Fregatten EMDEN und LÜBECK. Des Weiteren prägt seine Karriere die Funktion als Inspektionschef an der Marineküstendienstschule in Glücksstadt. Er war außerdem auf weiteren Fregatten eingesetzt, unter anderem als Kommandant der Fregatte BAYERN. In seiner letzen Verwendung hat er am Taktikzentrum der Marine in Bremerhaven maßgeblich die Geschicke der taktischen Ausbildung für das Personal der Marine mitbestimmt.

Jetzt reist eine Sonderkommission in den Süden Argentiniens. Es geht um die Zustände auf der "Gorch Fock". Für Kapitän Norbert Schatz wird es die peinlichste Prüfung in seiner Karriere.

Vor Weihnachten stand Deutschlands berühmteste Dreimastbark im Hafen von Buenos Aires, der Kommandantwar Gastgeber der Prominez. Argentiniens Sommersonne schien auf den weißen Schiffsrumpf, Kapitän Norbert Schatz trug seine weiße Galauniform und war guter Dinge. Trotz allem.

Hinter ihm lag ein tödlicher Unfall, der im fernen Deutschland nun, mehr als zwei Monate später, hohe Wellen schlägt. Vor ihm lag Kap Hoorn, wo es stürmisch werden kann. Zum ersten Mal in 52 Jahren sollte die legendäre Bark die berüchtigte Meerespassage bezwingen und dann den Pazifik hinaufsegeln. Durch den Panama-Kanal würde es dann zurückgehen nach Kiel, wo das Abenteuer vor vielen Monaten begonnen hatte. Es war als längste Reise dieses Schulschiffes der Marine geplant, ein Härtetest. Doch jetzt wurden Schatz und sein Team zurück nach Ushuaia auf Feuerland beordert.

Auf der Zwischenetappe in Salvador an Brasiliens Küste war im November eine 25-jährige Kadettin vom Mittelmast auf das Deck gestürzt und gestorben. "Ein Unfall", sagte Schatz, ein drahtiger Mann von 53 Jahren. Es war in einem halben Jahrhundert der sechste Tod an Bord der Gorch Fock, die 34 Mal die Erde umrundet hat. Diesmal brach die Bundeswehr die Ausbildung ab, wegen Vorwürfen von Streit und meutereiartigen Zuständen reist eine Untersuchungskommission in den argentinischen Süden. Für den Kapitän Schatz wird es die unangenehmste Prüfung seiner Karriere.

Die hatte 1976 auf dieser schwimmenden Botschaft begonnen. Wer bei der Marine ein höheres Amt anstrebt, der musste bisher ein paar Wochen lang auf die Gorch Fock, wo die 24 Segel noch von Hand gesetzt werden, und Anfänger in Hängematten schlafen. Schatz erzählte von prägenden Erinnerungen, der Enge, der Kälte, dem Wind. Er ist in Freiburg geboren und am Bodensee aufgewachsen, weit entfernt vom Meer, heute lebt die Familie in der Nähe von Wilhelmshaven. "Risiken auf hoher See kann man nie ausschließen"

Nach seinem Einstand absolvierte Schatz den Offizierskurs in Flensburg und studierte an der Universität der Bundeswehr, er trägt das Ehrenkreuz der Armee, die Einsatzmedaille der Operationen Enduring Freedom und Active Endeavour. Der Marathonläufer und Bergsteiger war im Verteidigungsministerium im Einsatz, an der Marineakademie und auf mehreren Fregatten. Die Bayern führte er bis 2003, das Ehepaar Stoiber war zu Gast. 2006 übernahm der erfahrene Seefahrer die Gorch Fock, auf der er bereits jahrelang Lehrgänge geleitet hatte. Den Ausbildungsbeginn auf der Gorch Fock hält der Vater zweier Kinder für pädagogisch sinnvoll. "Damit jeder weiß, worauf er sich eingelassen hat." Die Risiken auf hoher See könne man nie ausschließen, man werde aber weiter versuchen, sie zu minimieren. Er habe allerdings den Eindruck, dass manche Bewerber Anforderungen wie dem Aufstieg in die Takelage nicht mehr gewachsen seien. "Ich bin als Kind auf dem Kirschbaum der Nachbarn geklettert, heute sitzen Jugendliche vor dem Computer. Vielleicht sollte man die Kandidaten erst mal zehn Klimmzüge machen lassen, viele schaffen das nicht." Ermittler wollen nun mit ihm, anderen Befehlshabern und Matrosen reden.
Quelle: Peter O. Walter



"Gorch Fock": Kapitän abgesetzt, Schiff zurück nach Deutschland
(22.01.11) Rigorose Konsequenzen aus den Vorkommnissen auf der "Gorch Fock": Kapitän zur See Norbert K. Schatz ist abgesetzt, das Schulschiff muss sofort nach Deutschland zurückkehren. Entsprechende Presseberichte bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin in der Nacht zum Samstag.

Verteidigungsminister Guttenberg: "Ich habe den Inspekteur der Marine angewiesen, den Kommandanten des Schiffes von der Führung des Schiffes zu entbinden".
Nach der Ankunft im Heimathafen Kiel solle die 'Gorch Fock' auch bis auf weiteres nicht mehr auslaufen. Die „Gorch Fock“ werde aus der Fahrbereitschaft genommen, „bis eine noch einzusetzende Kommission auch unter Mitwirkung von Abgeordneten des Deutschen Bundestags beurteilt hat, inwieweit die „Gorch Fock“ als Ausbildungsschiff und Botschafterin Deutschlands auf den Weltmeeren Zukunft hat“, so Vetreidigungsminister Guttenberg.

Die Absetzung von Kapitän Schatz löste in hohen Bundeswehrkreisen Irritationen aus: Den ganzen Freitag lang war Verteidigungsminister Guttenberg den vielen Gerüchten über Vorkommnisse auf der "Gorch Fock" entgegengetreten. Vorverurteilungen, sagte er immer wieder, dürfe es nicht geben. Einen Tag später setzt er Kapitän Schatz ab ...

Nach Informationen der Presse herrscht bei der Stammbesatzung nach der Absetzung des beliebten Kommandanten eine katastrophale Stimmung. Die Besatzungsmitglieder seien völlig entsetzt, viele weinen.

Nach Medieninformationen wird die „Gorch Fock“, die derzeit vor Feuerland liegt, voraussichtlich am 4. Februar aus Ushuaia (Argentinien) auslaufen und auf direktem Weg nach Kiel zurückkehren. Das Kommando solle dann der Vorgänger von Schatz, Michael Brühn, haben. Brühn sei auch Mitglied der Untersuchungskommission, die am kommenden Donnerstag in Ushuaia erwartet wird.

Faschingsheier am 11.11.   Großbild klick!
Neue Fakten:
Besonders geschmacklos: Nur einen Tag nach der Gedenkfeier für die tödlich verunglückte Offiziersanwärterin, am 11. November, feierte die Stammbesatzung in der Unteroffiziersmesse der 'Gorch Fock' Karneval – launig mit Hüten, bunten Perücken und Bier. Und der Offiziersanwärter berichtet von einer weiteren, noch bizarreren Party: „Teile der Stammbesatzung legten Geld in einen Topf. Wer die hässlichste Offiziersanwärterin knallt, der bekommt das Geld. Der Topf wurde unmittelbar nach dem Unfall geknackt. Auch da wurde dann gefeiert. Wie mit Sarahs Tod umgegangen wurde, finde ich unmenschlich!“

Der Offiziersanwärter beschreibt gegenüber der Presse auch eine Szene in einem der Lehrräume kurz nach dem Unfall: „Einer der Ausbilder sagte: ‚Hier wird seit über fünfzig Jahren ausgebildet und solche Unfälle hat es früher nicht gegeben. Das liegt daran, dass heute viel mehr minderwertiges Menschenmaterial an Bord ist.‘“

Am folgenden hält Kommandant Norbert Schatz eine Ansprache und verkündet, dass Sarah S. tot ist: "Wir haben die Rede als unpassend empfunden", so ein namentlich nicht genannter Offiziersanwärter. Und weiter: "Der Kapitän sagte sinngemäß: ‚Flugzeuge stürzen ab, Autos verunglücken, und auch hier passieren Unfälle.‘ Eine Kameradin brach weinend zusammen. Da sagte einer der Offiziere zu ihr: ‚Was stellen Sie sich so an? Das ist hier kein Kinderspielplatz.‘"
Quelle: Peter O. Walter



Maschinenprobleme auf der 'Gorch Fock'
(21.01.11) Wie erst jetzt bekannt wurde, hatte die 'Gorch Fock' bei der Rundung von Kap Horn Probleme mit der Hauptmaschine (Deutz, 6 Zylinder, 1.660 PS). Um segeln zu können musste die Gofo nach dem Verlassen der Maqellanstraße erst mal ins offene Meer hinaus motoren um das nächst Kap mit einem Sicherheitsabstand unter Segeln passieren zu können.
Natürlich war der Seegang chaotisch, die Schiffsbewegungen heftig. Unter diesen Bedingungen aber wirbelten Schwebstoffe im Dieseltank auf und drohten die Filter dicht zu machen. Die Hauptmaschine der Gofo war dicht daran. Immer wieder kommt in dem Geschaukel das Heck der "Gorch Fock" dermaßen weit aus dem Wasser, dass die Schraube durch Luft dreht und nicht durch Wasser. Dann heult "Johann" auf und dem Chefingenieur ist nicht wohl dabei. Man bedenke: Wir noch nicht auf dem offenen Meer.
Die Folge, die Gottseidank nicht eintrat, wäre ein Absterben der Hauptmaschine gewesen, weil sie nicht mehr genügend Diesel bekommen hätte.
Doppelte Dieselfilter zum Umschalten auf einer Segelyacht   Großbild klick!
Dieses Problem ist in der Schifffahrt allgemein bekannt. Unter normalen Umständen, also bei ruhiger See, läuft die Maschine ohne irgendwelche Leistungseinbußen. In starkem Seegang aber wirbelt der Dieselschlamm, der sich im Laufe der Zeit am Boden des Tanks bildet, hoch, wird angesaugt und setzt dann die Filter zu. Dieser Prozess geht langsam vor sich: Die Anzeichen sind, dass der Maschinist immer mehr Gas geben muss um die Leistung zu halten. Irgendwann ist dann aber Schluss und die Maschine stibt ab.
Erst nach einer gewissen Zeit kann wieder gestartet werden, die Maschine läuft aber nur für kurze Zeit.

Technische Maßnahmen:
1) Abhilfe schafft ein sogenannter Tagestank. In diesen kleineren Tank wird Diesel gepumpt sobald das Schiff einige Zeit ruhig gelegen hat. Der Treibstoff für den laufenden Betrieb wird aus diesem Tagestank entnommen.
2) Filterwechsel. Das hat aber - wenn nur ein Filter vorhanden ist - zur Folge, dass die Maschine für die Zeit des Wechsels ausfällt und dann entlüftet werden muss.
3) Einbau eines zweiten Filters, auf den umgeschaltet werden kann. Siehe Bild rechts (Filter einer Segelyacht), die Filter der Gofo muss man sich aber mit einem Durchmesser von eta 60 Zentimetern vorstellen.
4) Tank reinigen, dann hat man das Problem für eine gute Zeit vom Hals.
5) Volltanken: Bei vollem Tank schwappt der Treibstoff nicht umher, es werden also keine Schwebstoffe aufgewirbelt.
Quelle: Peter O. Walter



"Gorck Fock": Untersuchungsteam der Marine unterwegs - Gofo kehrt nach Ushuaia zurück
(20.01.11) Nach den Vorwürfen der Meuterei gegen vier Offiziersanwärter der "Gorch Fock" soll so schnell wie möglich eine Untersuchungskommision der Marine an Bord gehen. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Donnerstag in Berlin. Die "Gorch Fock", die sich derzeit auf einer Reise um die Südspitze Südamerikas befindet, kehrt deshalb gerade zurück zu ihrem vorherigen Anlaufhafen Ushuaia im argentinischen Teil von Feuerland. Die Dreimastbark wird voraussichtlich am Donnerstagabend gegen 18 Uhr deutscher Zeit ankommen. Wann die Untersuchungskommission an Bord gehen wird, war zunächst unklar. Quelle: Achim Winkler (Presse- und Informationszentrum Marine)



Zitate von einem Marineoffizier, der 2004 seine Ausbildung als Kadette auf der "Gorch Fock" absolvierte:
"Die Stammbesatzung, viele in Rängen unter mir, verhielt sich überwiegend respektlos. Gleich zu Beginn der Ausbildung waren die Lager klar: Offiziersanwärter auf der einen, Stammbesatzung und Schiffsführung auf der anderen Seite. Wer sich über die gesamte Ausbildungszeit unterwarf und spurte, konnte dann und wann die Grenzen zur Besatzung überwinden. Wer sich jedoch nicht unterwürfig verhielt, wurde – wie in meinem Fall –, gern mit scharfem Ton und Blick in die hohen Masten vermittelt: „Pass bloß auf, da oben sind wir allein!“, hieß es dann drohend. Hier gab es kein Miteinander ..."
"Bei uns kam großer Ärger auf, weil wir nachweisbar und wiederholt von der Stammbesatzung beklaut wurden ..."
"Wenn wir nachts während unserer Seewache müde wurden, ließ man uns zum „Wachwerden“ übungsweise auf- und abentern ..."
"Auf keinem anderen Schiff in der Marine geht man nachts auf hoher See so unbedacht ans Werk ..."
"Mir ist nach vielen Jahren als Zeitsoldat und Offizier nicht bekannt, dass dort Soldaten an Bord von Fregatten oder Versorgern ihren Tod fanden. Ferner schwebt mir kein anderer Ort vor, an dem so viele Marinesoldaten starben wie auf der „Fock“, einem Ausbildungsschiff!"

Quelle: Welt-online



Aufentern ins Rigg   Großbild klick!
Meuterei auf der "Gorch Fock" nach Tod von Kadettin?
(19.01.11) Auf der "Gorch Fock" ist es nach dem tödlichen Sturz einer Offiziersanwärterin aus der Takelage vor gut zwei Monaten zu einer Meuterei gekommen. Ein Sprecher des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus (FDP) bestätigte einen Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung", die aus einem Brief von Königshaus an Verteidigungsausschuss und Bundesverteidigungsministerium zitiert. Dem zufolge "wollten unmittelbar nach dem schmerzhaften Verlust der Kameradin viele nicht mehr aufentern, andere wollten nicht mit der 'Gorch Fock' weiterfahren".

Dem Brief zufolge kam es zu einer Diskussion mit den Vorgesetzten, inwieweit der Unfalltod auf dem Ausbildungsschiff mit dem Tod eines im Einsatz Gefallenen vergleichbar sei. Den aufbegehrenden Offiziersanwärtern sei daraufhin "mangelnde Zusammenarbeit mit der Schiffsführung" unterstellt worden, sie sollten "wegen Meuterei zurück nach Deutschland geflogen werden".

In dem Brief des Wehrbeauftragten Könighaus ist demnach auch von schwerem Druck der Ausbilder hinsichtlich des Aufenterns die Rede. Das Klettern in die Masten gilt auf der "Gorch Fock" als freiwillig. Die Praxis sieht jedoch anders aus: Demnach seien die Kadetten gedrängt worden, in die Masten zu klettern. Es seien Sätze wie "Wenn Sie nicht hochgehen, fliegen Sie morgen nach Hause" und "Wenn Sie das nicht schaffen, wie wollen Sie dann Menschen führen?" gefallen, berichteten die Soldaten dem Ermittler von Königshaus. Während der Arbeit in der Takelage seien sie von den Ausbildern angeschrien worden: "Geben Sie Gas, stellen Sie sich nicht so an!"

Das Büro des Wehrbeauftragten habe nach dem tödlichen Unfall an Bord des Schiffes zum einen von Amts wegen Nachforschungen angestellt und habe zum anderen Eingaben von Mitgliedern der betroffenen Crew erhalten, sagte der Sprecher in Berlin. Königshaus bittet der Zeitung zufolge den Inspekteur der Marine auch in einem Fall sexueller Belästigung an Bord der "Gorch Fock" um Überprüfung.

Das Dossier des Wehberauftragten war nach Informationen der Presse am Mittwoch Thema im geheim tagenden Verteidigungsausschuss des Bundestages. Dabei kamen weitere Details ans Licht. So hätte Sarah Lena Seele gar nicht aufentern dürfen: Sie unterschritt mit 1,59 Metern die erforderliche Mindestgröße, um sich in der Takelage sicher bewegen zu können. Befremdlich ist auch, dass zwei Tage nach ihrem Tod Teile der Besatzung an Bord eine Karnevalsfeier abhielten. Man befand sich ja vor Brasilien.

Dass auf der Gorch Fock besondere Sitten herrschen, scheint der Bundeswehr keineswegs unbekannt zu sein. In einem Werbefilm der Truppe heißt es ganz freimütig, an die Zustände dort „muss man sich gewöhnen“.
Quelle: MZ



Panorama Beagle-Kanal von oberhalb Puerto Williams gesehen   (Bild: Maelcum)


Der Beagle-Kanal (Bild: NordNordWest)   Großbild klick!
Gorch Fock ankert vor Ushuaia
(16.01.11) Die „Gorch Fock” hat erstmals Kap Hoorn umsegelt und ist am Samstagabend nahe dem argentinischen Ushuaia vor Anker gegangen. Am Sonntag soll das Segelschulschiff der Deutschen Marine dann in den Hafen der südlichsten Stadt der Welt einlaufen, wie Fregattenkapitän Achim Winkler von Bord des Schiffes berichtete. In Ushuaia im Beagle-Kanal, Ausgangspunkt für Kreuzfahrten in die Antarktis, will die „Gorch Fock” unter anderem Treibstoff und Verpflegung bunkern, sowie der Besatzung zwei Tage Pause gegönnt, bevor sie am Dienstag die Reise fortsetzt.

Der Beagle-Kanal ist eine natürliche Wasserstraße im Süden Feuerlands (Südamerika). Sie verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. Sein östlicher Teil ist seit 1881 ein Teil der Grenze zwischen Argentinien und Chile. Der Kanal hat seinen Namen nach dem Forschungsschiff HMS Beagle, mit dem Robert FitzRoy die Wasserstraße 1831 entdeckte.

An seinem nördlichen Ufer befindet sich Ushuaia, das als Ausgangspunkt für Kreuzfahrten in die Antarktis. Am südlichen Küstenverlauf liegt die Stadt Puerto Williams, die südlichste Stadt der Welt, die auch als chilenischer Militärstützpunkt fungiert. Der Verlauf der chilenisch-argentinischen Grenze war im Bereich des Beagle-Kanals lage Zeit umstritten und wurde erst 1978 durch Vermittlung von Papst Johannes Paul II. beigelegt.
Quelle: Achim Winkler (Presse- und Informationszentrum Marine)



Normalwetter ...   Großbild klick!
Geschafft: "Gorch Fock" hat Kap Hoorn umrundet
(15.01.11) Das Segelschulschiff „Gorch Fock“ hat Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas umrundet. Es ist der Höhepunkt auf der Südamerikareise des Segelschulschiffes der Deutschen Marine.

Dabei kreuzte die Bark am Freitag zwischen 13.30 und 14 Uhr (MEZ) bis auf eine Meile an die felsige Insel heran, die bei Seefahrern seit Jahrhunderten als besonders berüchtigt gilt. Der Wind blies am Freitag mit 7 Beaufort und kam achterlich, so dass die Passage auch im Abstand von einer Meile gefahrlos möglich war. Auch der Seegang hatte sich ein rechtzeitig ein wenig beruhigt, wie von Bord berichtet wird.

Eher selten: Gutes Wetter am Kap   Großbild klick!
Bereits gut zwei Stunden vor der Passage war das Kap in Sicht gekommen. Die Sicht war sehr gut und stellenweise kam dabei sogar die Sonne hervor. Die gesamte Besatzung hat die Vorbeifahrt verfolgt – es soll ein echtes Erlebnis für alle gewesen sein, so Fregattenkapitän Achim Winkler von Bord. Die Annäherung der „Gorch Fock“ an Kap Hoorn hat ein Seemann des Rohöltankers „Noemi“ mit seinem Handy fotografiert. Die 229 Meter lange und 32,2 Meter breite „Noemi“ überholte die Barkk dabei. Die Besatzungen der beiden Schiffe tauschten Grüße und Bilder per Email aus.

Nach der Vorbeifahrt am Kap kam die GORCH FOCK relativ schnell unter Landabdeckung und der Seegang wurde erheblich ruhiger. Bis zum Abend schlief dann sogar der Wind fast ein und das, als immer rau beschriebene Seegebiet zeigte sich von einer freundlicheren Seite. Gute Aussichten für den folgenden Hafenaufenthalt in Ushuaia, der zu Argentinien gehörigen südlichsten Stadt der Welt.

Mit jeder Seemeile nach Norden wird die GORCH FOCK ihrer Heimat wieder näher kommen. Das auf etwa 56 Grad südlicher Breite liegende Kap Hoorn stellt den am weitesten entfernten Punkt der gesamten Reise dar, rund 15.000 Kilometer Luftlinie vom Heimathafen Kiel entfernt. Zurückgelegt hat das Schiff seit Auslaufen aus Kiel am 20. August 2010 bereits rund 16.000 Seemeilen, was etwa 30.000 Kilometern entspricht - ziemlich genau 90 Prozent davon unter Segeln. nach oben
Die Route der 'Gorch Fock'   Großbild klick!
Die „Gorch Fock“ ist jetzt nordwärts auf dem Weg zum Hafen Ushuaia. Dort soll die „Gorch Fock“ am Sonntag festmachen.

Kommentar von ESYS: "Die Rundung von Kap Hoorn gilt seit jeher als Meisterleistung der Kapitäne. Freilich kann man Kap Hoorn auf zwei Weisen runden: Von Ost nach West - das ist die extrem schwierige Passage - und von West nach Ost, also mit vergleichsweise gut zu beherrschenden achterlichen Winden.
Nun kam ja bekanntlich die 'Gorch Fock' von Osten, hatte also die extrem schwierige Ost-West-Rundung mit Kreuzen gegen den Sturm vor sich.
Aber dazu kam es nicht: Tatsächlich rundete die Gofo den berüchtigten Felsen von West nach Ost, also "Kap-Hoorn-light".
Wie das geht?
Ganz einfach: Durch die Magellan-Straße motoren, hier sind die westlichen Winde und vor allem der Seegang nicht so chaotisch und dann mit achterlichem Wind um das Kap brausen.
Wohlgemerkt: Hier soll nicht die Leistung der Crew geschmälert werden, die ist immer noch excellent, denn auch in der Magellanstraße herrschen Bedingungen, die nicht jedermanns Sache ist ...
Quelle: Achim Winkler (Presse- und Informationszentrum Marine)



Wie erwartet: Schietwetter in der Magellanstraße
(Bild: Yvonne Knoll)   Großbild klick!
'Gorch Fock' durchquert Magellan-Straße
(14.01.11) Mit viel Spannung wurde sie erwartet, die Durchfahrt durch die Magellan-Straße. Diese rund 320 Seemeilen - oder knapp 600 Kilometer - lange Durchfahrt führt vom Atlantik auf die andere Seite Südamerikas, in den Pazifik. Mit der Einfahrt am Montag, dem 10. Januar 2011, war es dann tatsächlich soweit. Leider gestaltete sich der Wind sehr widerspenstig und blies den ganzen Tag mit 10 Beaufort aus der Straße heraus, so dass das Schiff ziemlich zu kämpfen hatte.

Weit im Inneren wurde die Windsituation dann deutlich besser und am folgenden Tag war es nur noch schwachwindig. Dafür aber war der Himmel mit Wolken verhangen und es regnete. Schade, denn Viele an Bord hatten sich schon früh morgens mit Kameras bewaffnet und machten nun etwas enttäuschte Gesichter.

Dennoch war die Kulisse, welche die raue Natur hier bietet, ausgesprochen beeindruckend. Skurrile Felsformationen links und rechts vom Schiff, dahinter vielfach schneebedeckte hohe Berge. Mancher fühlte sich an die norwegischen Fjorde erinnert. Ein paar Finnwale zogen nicht weit entfernt vom Schiff ihre Bahnen.

Leider hielt die Wettersituation den gesamten Tag keine Besserung parat. Im Gegenteil ließ eine vom Bordmeteorologen in Aussicht gestellte Aufhellung sehr auf sich warten. Stattdessen briste es am Nachmittag zunehmend wieder auf. So musste auch der Plan, ein Beiboot auszusetzen, um Bilder vom Schiff vor der felsigen Kulisse zu machen, letzten Endes wieder fallen gelassen werden.

Magellanstraße wie ein norwegischer Fjord
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Das Wetter an diesem Ende der Welt ist dafür bekannt, unberechenbar und meistens sehr rau zu sein. Insofern war niemand aus der Besatzung der GORCH FOCK wirklich überrascht. Beeindruckende Bilder von einer atemberaubenden Landschaft nimmt dennoch jeder mit, diese Passage wird in Erinnerung bleiben.

Zum westlichen, dem pazifischen Ausgang hin, wurde dann auch der Seegang wieder stärker, blies doch der Wind genau hinein. Auch das keine Überraschung. Schließlich herrscht hier eine sehr konstante Westwind-Strömung, die aktuell gute 8 Windstärken bereit hält.

Für das Segelschulschiff bedeutet dies, dass noch einige Stunden gegen Wind und Seegang angekämpft werden muss, bevor es soweit frei ist, dass Segel gesetzt und auf Südkurs abgefallen werden kann. Richtung: Kap Hoorn.
Quelle: Achim Winkler (Presse- und Informationszentrum Marine)



Der Lotsenkutter kämpft sich heran
(Bild: Bundeswehr / Yvonne Knoll)   Großbild klick!
'Gorch Fock': Einfahrt in die Magellan-Straße
(13.01.11) Mit Sonnenaufgang früh um 05:30 Uhr ist das Segelschulschiff GORCH FOCK am Montag, dem 10. Januar 2011, unter Segeln in den atlantikseitigen Eingang der Magellanstraße hinein gefahren. Relativ bald war der Wind zwar immer noch stark genug, aber hinsichtlich seiner Richtung leider nicht mehr segelbar, so dass die Segel zunächst einmal geborgen werden mussten und nun „Johann“, der Antriebsdiesel, auch mal wieder zum Zuge kommen darf.

Der Estrecho de Magallanes, so der originale spanische Name der Magellan-Straße, ist eine Passage, die sich von der atlantischen bis auf die pazifische Seite durchzieht. Nördlich liegt Patagonien, der südlichste Teil des südamerikanischen Festlandes, nach Süden erstreckt sich bis zur Südspitze, dem Kap Hoorn, eine weitläufige Welt aus vielen kleinen und einigen größeren Inseln. Die Größte ist die Isla Tierra del Fuego – Feuerland. Mit etwas Phantasie erinnert diese abgelegene Ecke der Welt hier und da an Norwegen.
Die Passage erstreckt sich über insgesamt etwa 320 Seemeilen, was knapp 600 Kilometern entspricht. Sie besteht aus einer Reihe von Engstellen, verläuft im westlichen Teil über eine längere Strecke in einem kanalähnlichen, aber natürlichen Fahrwasser, hat aber auch deutlich offenere Teile, in denen die GORCH FOCK mit etwas Glück sogar wird zeitweise segeln können. An der atlantischen Einfahrt werden knapp die argentinischen Hoheitsgewässer berührt, der gesamte Rest der Magellan-Straße ist von chilenischem Gebiet umgeben.

Kurz vor der Lotsenübernahme
(Bild: Bundeswehr / Yvonne Knoll)   Großbild klick!
Während der Einfahrt und nachdem die Segel geborgen wurden, briste der ohnehin recht starke Wind kräftig auf und kam genau von vorne, ein erster Düseneffekt machte sich bemerkbar und erreichte Windstärke 10. Im Laufe des Vormittags wurde für die Mittagszeit die Übernahme von zwei Lotsen, gestellt durch die Chilenische Marine, angekündigt, nachdem der Kontakt mit der entsprechenden Stelle über Funk planmäßig vonstatten ging. Es herrscht strahlender Sonnenschein, wenngleich die Wassertemperatur nur noch bei etwa 9° Celsius liegt und auch die Luft nicht sehr viel wärmer ist. Hinzu kommt durch den kräftigen Wind ein ordentlicher Chill-Faktor.

Während bis vor wenigen Tagen sommerliches Zeug getragen wurde, sind an Bord längst warme Unterwäsche, Seeparka und Pudelmütze angesagt. Auch die Tierwelt verändert sich und wird ausgesprochen interessant. Neben einer Gruppe kleiner Wale aus der Familie der zu den Delphinen gehörigen Schweinswale, die man in ihrer markanten schwarz-weißen Färbung nach allen an Bord vorliegenden Erkenntnissen nur in diesen Breiten antrifft, wurden auch bereits die ersten Pinguine ausgemacht.

Die zurückliegende Reiseetappe von Montevideo bis zum Eingang der Magellan-Straße stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen auf absehbar schwereres Wetter und stärkere Winde. Segel wurden repariert, andere ausgewechselt, Leinen und Blöcke wurden kontrolliert und teilweise nachgearbeitet. Des Weiteren wurde das Reffen geübt und die neue Segelcrew in die besonderen Aspekte des Segelns bei Starkwind eingewiesen. Die gesamte Besatzung war gut beschäftigt. Nebenbei hatte guter Wind für eine schnelle Reise gesorgt. Die Einfahrt in die Magellan-Straße wäre dadurch bereits am vergangenen Samstag möglich gewesen, war zwischenzeitlich aber auf den 10. Januar festgelegt worden. Die verbleibende Zeit wurde im Seegebiet zwischen der Einfahrt zur Magellan-Straße im Westen und den Falkland-Inseln im Osten mit wechselnden Kursen und diversen Segelmanövern verbracht, eine hervorragende Gelegenheit zum Zusammenwachsen der zumindest in Teilen recht neu formierten Segelwachen. Die jungen Kameraden mussten ganz schön „ran“ und waren dankbar für jede Pause.
Quelle: Achim Winkler (Presse- und Informationszentrum Marine)



Die Route der 'Gorch Fock'   Großbild klick!
'Gorch Fock' vor der Magellan-Straße
(11.01.11) Genau eine Woche nach Verlassen des Hafens der uruguayischen Hauptstadt Montevideo hat das Segelschulschiff GORCH FOCK den östlichen, den atlantischen Eingang des Estrecho de Magallanes, der Magellan-Straße erreicht. Sie ist damit ein gutes Stück früher dran, als ursprünglich kalkuliert war. Die guten Segelwinde und die daraus resultierenden hohen Schnitte der ersten Tage haben diese komfortable Situation ermöglicht. Abgesehen von zwei kurzen „Sprüngen“ unter Zuhilfenahme der Maschine, um jeweils aus der Flaute eines Hochs wieder in ein Windfeld zu gelangen, konnten die seit Montevideo zurückgelegten knapp 1.500 Seemeilen komplett gesegelt werden.

Der Plan sieht vor, am frühen Morgen des kommenden Montag, den 10. Januar 2011, in die Passage, die der in spanischen Diensten stehende portugiesische Seefahrer und Entdecker Fernando Magellan im Jahre 1520 fand, einzufahren. Dort werden zwei Soldaten der chilenischen Marine zusteigen, die als Lotsen fungieren und bis Ushuaia mitfahren werden.

Die Durchfahrt durch die sich über etwa 320 Seemeilen erstreckende Magellan-Straße wird dann gute zwei Tage in Anspruch nehmen. Die Kunst wird es sein, die Engstellen der Passage zeitlich so zu berechnen, dass die dort teilweise sehr starken Gezeitenströmungen nicht etwa hinderlich sind, sondern stattdessen ausgenutzt werden können. Ob und inwieweit Teile der Strecke auch gesegelt werden können, bleibt abzuwarten.

Durch die umgebenden Landmassen, teilweise hohen Felsen, sowie sich resultierenden Düseneffekten, werden die Winde in den seltensten Fällen so ausfallen, wie es die Großwetterlage eigentlich vorsieht. An Bord wird hinsichtlich des weiteren Verlaufs damit gerechnet, im Laufe des Mittwochs, den 12. Januar 2011, die Magellan-Straße auf der Pazifik-Seite wieder zu verlassen, um dann mit westlichen Winden die verbleibenden rund 400 Seemeilen bis Kap Hoorn an der chilenischen Küste entlang zu segeln und das Kap möglichst nah, auf jeden Fall aber in Sichtweite, zu passieren. Damit wird derzeit für das nächste Wochenende gerechnet, mit dem Einlaufen in Ushuaia am Sonntag, den 16. Januar 2011.

Ein früheres Einfahren in den Estrecho ist aus diplomatischen Gründen nicht möglich. Da die GORCH FOCK eine militärische Besatzung hat, fährt sie im Status eines Kriegsschiffes, auch wenn Kanonen an Bord fehlen. Jede Berührung der Hoheitsgewässer anderer Nationen muss diplomatisch angemeldet und genehmigt sein.

Für die Mannschaft der GORCH FOCK ist dieser Vorgang reine Routine. Die verbleibende Zeit wird im Seegebiet vor der Einfahrt mit Segelmanövern verbracht. Für die jungen Segeloffiziere und die Segelwachen, die ja in Teilen erst seit Buenos Aires kurz vor Weihnachten an Bord sind, ist dies eine willkommene Gelegenheit zum Üben.

Der vergangene Freitag, der 7. Januar, sowie große Teile der darauf folgenden Nacht war es an Bord des Segelschulschiffes ziemlich ungemütlich. Das ausgesprochen schöne Wetter der sommerlichen Südseite des Globus erfuhr eine Wetterstörung, die kurzzeitig Südpolarluft heranführte und damit kalte Luft, Feuchtigkeit sowie deutlich stärkeren Wind von acht Beaufort mit sich brachte.

Sturmfahrt, wenn auch bei weitem noch keine extreme, aber durchaus aber ein Vorgeschmack auf das, was mit großer Wahrscheinlichkeit noch zu erwarten ist. Mit dem stärker werdenden Wind gesellten sich, zu den das Schiff schon seit Tagen begleitenden Seevögeln ein paar weitere, deutlich größere - Albatrosse.

Diese größten aller Seevögel sind ausschließlich auf der Südhalbkugel anzutreffen. Sie sind elegante und majestätische Segler, an Land dafür aber eher unbeholfen. Es soll vorgekommen sein, dass Besatzungen früherer Segelschiffe mit einer speziellen Angel Albatrosse einfingen und an Bord setzten. Daraufhin wurden die Vögel dann seekrank.

Von den Seeleuten der Segelschiffe wird der Albatros seit jeher wegen seiner perfekten Segelfähigkeiten bewundert. Der Vogel, der ausgewachsen über bis zu dreieinhalb Meter Flügelspannweite verfügt, nutzt geschickt jede noch so kleine Windströmung und präsentiert damit trotz seiner Größe - oder vielleicht auch gerade deshalb - ein beeindruckend elegantes Flugbild.

Leider haben sich die Vögel bisher in gebührendem Abstand zum Schiff gehalten, so dass es noch nicht gelungen ist, ein Foto zu schießen. Der Sage nach lebt in jedem Albatros die Seele eines auf See gebliebenen Seemannes weiter, insofern ist der Albatros den Seeleuten quasi heilig. An dieser Stelle mag einem auch eine Erklärung dafür einfallen, warum den Bug der GORCH FOCK ein Albatros als Galionsfigur ziert.
Quelle: Achim Winkler (Presse- und Informationszentrum Marine)



Begegnung mit der AIDAcara
(Bild: vonne Knoll)   Großbild klick!
Begegnung im Südatlantik
(08.01.11) Im südlichen Atlantischen Ozean, in dem Seegebiet, welches das Segelschulschiff GORCH FOCK derzeit in Richtung Kap Hoorn befährt, sind Begegnungen mit anderen Schiffen selten. Seit fünf Tagen, die der Dreimaster nun seit Auslaufen aus Montevideo unterwegs ist, gab es nicht eine einzige solche Begegnung. Verwunderlich ist es nicht, gibt es doch in dieser Gegend keine größeren Häfen, die von Seeschiffen angelaufen werden. So ist man mit Ausnahme der Gesellschaft von Seevögeln und ab und zu ein paar Delphinen ziemlich allein in der Weite des Südatlantiks.

Es gibt aber Ausnahmen. Eine solche trug sich am Abend des Dreikönigstages, des 6. Januars 2011 zu. Am späten Nachmittag meldete der achtere Ausguck ein Fahrzeug, das sich bei näherem Hinsehen mit Fernglas als Kreuzfahrer einordnen ließ. Da dieses Schiff ungefähr Parallelkurs und etwa die doppelte Geschwindigkeit wie die mit rund sieben Knoten segelnde GORCH FOCK lief, war absehbar, dass es beim Überholen näher kommen wird.

Etwa eine Stunde später war es soweit. Die AIDAcara war für die Besatzung der GORCH FOCK kein unbekanntes Schiff. Das weiße Schiff mit der bekannten bunten Bemalung hatte schon in Montevideo einen Tag in Sichtweite des Segelschulschiffes gelegen. Nun traf man sich in See wieder. Die AIDAcara war mit dem Ziel Kap Hoorn und Punta Arenas in Chile als nächstem Hafen unterwegs.

Der Kapitän des Kreuzfahrers hatte sich vorher über Funk gemeldet und überholte das Segelschiff mit etwa einer Seemeile Abstand; natürlich nicht ohne den üblichen Austausch von Grüßen per Typhonsignal sowie vielen "„Zaungästen“" hüben wie drüben. Für die Passagiere der AIDAcara war es mit Sicherheit auch ein sehr willkommenes Schauspiel. Einen Großsegler unter Segeln bekommt man schließlich auch nicht jeden Tag zu sehen.
Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine



Unterwegs zur Magellanstraße
(07.01.11) Im Moment ist die Position der Gorch Fock der 43. Breitengrad rund 270 Seemeilen von der argentinischen Küste, Kurs Südwest in Richtung Magellanstrasse. Ein Südsturm ist angekündigt und könnte für die deutsche Bark zum Problem werden, es sei denn, sie hat es bis dahin in die Magallanstrasse geschafft, wo die Windverhältnisse gemäßigter sind. Bis dahin muss sie näher an die Küste heran und abwarten bis sich das Wetter ändert. Die Route über die Magellanstrasse in den Stillen Ozean, dann aus in östlicher Richtung das Kap zu umfahren verlängert die Reise um ca. 500 Seemeilen. Diese Option hat aber den Vorteil, Kap Hoorn mit achterlichem Wind zu passieren, statt gegenan kreuzen zu müssen.
Je weiter Dei 'Gorch Fock' südlicher vorankommt, desto kälter wird es. Die Temperaturen haben sich nach Auslaufen in Bahia (Brasilien) fast halbiert. Noch immer sitzen nicht alle Griffe der Wehrpflichtigen an Bord wie man es erwartet.
Die sechzig Matrosen, die in Montevideo an Bord gekommen sind, um die Stammbesatzung zu unterstützen, mussten sich vorher einen Belastungstest unterziehen, bevor sie in die Takelage durften. Zwanzig von Ihnen haben diesen Test allerdings nicht bestanden und bleiben somit an Deck.
Quelle: Peter O. Walter



Die Route der 'Gorch Fock'   Großbild klick!
'Gorch Fock' rundet Kap Hoorn
(04.01.11) Die 'Gorch Fock' hat Montevideo in Uruguay bei angenehmen 26 Grad hat wieder verlassen, um die Umrundung von Kap Hoorn, dem südlichsten Ziel dieser Reise anzusteuern.

Das deutsche Segelschulschiff wird zunächst die Magellanstrasse durchfahren um dann von Westen her Kap Hoorn zu umrunden. Nach der Umrundung des Kaps Hoorns segelt sie durch den Beagle Kanal direkt nach Ushuaia, dem südlichsten Hafen dieser Reise. Dort wird die Gorch Fock am 14. Januar erwartet.

Kap Hoorn liegt auf 55° 59' südlicher Breite und 67° 16' westlicher Länge. Die Landspitze liegt auf der zu Chile gehörenden Felseninsel Isla Hornos und ist der südlichste Punkt im Feuerlandarchipel. Der südlichste Punkt des amerikanischen Festlands ist Kap Froward auf der Brunswick-Halbinsel, etwa 260 km nördlicher. Die südlichsten geografisch zu Südamerika gehörenden Inseln sind die etwa 100 km weiter südwestlich gelegenen, ebenfalls zu Chile gehörenden Diego-Ramirez-Inseln.

Die Magellanstraße ist eine Meerenge mit zahllosen Inseln und Seitenkanälen zwischen dem südamerikanischen Festland und der Insel Feuerland. Sie verbindet zudem kurz vor dem südlichsten Ende von Südamerika den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean.
Quelle: Peter O. Walter



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