EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Törnbericht von Christian Schuster:
Lili Marleen uf'm Atlantik


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'Lili Marleen' im Nord-Ostsee-Kanal
(Bild: tilod)   Großbild klick!
am 20.4.96 war es dann soweit....mit dem Zug nach Frankfurt, mit dem Flieger nach Porto (Portugal) umsteigen in Flieger nach Ponta del Garda (Azoren/Portugal). Im Landeanflug war das Schiffchen schon zu sehen und gegen 19.00 Uhr waren wir an Bord.

Die Lili Marleen ist eine Barkentine mit 1200 qm Segelfläche und mit 76 m Lüa ein nettes Schiffchen... ein Großsegler meine ich. Barkentine heißt, daß der Fockmast rah - und der Groß- und Besanmast gaffelgetakelt sind. Dazu noch 4 Vorstagsegel am Klüverbaum (Bugspriet) und....2 Großstagsegel......so. (Mal bei ESYS unter Großsegler nachschauen, vielleicht ist da ein Bildchen. Beste Segler-Site !!!! (http//www.esys.org/index.html)
Geriggt wurde die Lilli Marleen von NAVCON Naval Consulting in Wolgast

Das Schiff gehört der Reederei Deilmann , Baujahr 9/94 und wird als Kreuzfahrtsegler benutzt. 25 Kabinen für 50 Passagiere....alles ganz fein und Futter bis zum Abwinken....

Von der Karibik kommend und in das Mittelmeer segelnd (motoren) wurde der Törn als Traineeprogramm angeboten, um eine bessere Auslastung zu bekommen. Dabei gab es schon die ersten Ungereimtheiten....
Wer den Prospekt hatte und auch Trainee sein wollte, war dafür nicht vorgesehen (und erhielt auch nicht den Rabatt) und wer keinen Prospekt hatte war als Trainee gemeldet und kannte auch die Zielhafen Lissabon und Cadiz.
Die Ersteren wurden dann als Trainee auch erfolreich abgewimmelt und die gemeldeten Trainees konnten dann auch absagen wenn sie wollten...
(der Rabatt blieb unberührt)
Die knapp angeheuerte 'Stammbesatzung' war dann auch begeistert, einen mit anfassen zu lassen. Will heißen, daß Segelsetz- und bergemanöver nur Mast fur Mast gefahren werden konnten und dann auch noch der Schiffsarzt, Oberzahlmeister und Musiker mit anfassen mußten.....(Man hatte ja nicht mit echten segelbegeisterten und egagierten Trainees gerechnet...) Zum Klar-Schiff-machen und als Unterhaltung für Ausguck und Brücke zwischen 0.00 und 6.00 Uhr war man gern gesehen, aber beim Nagel belegen und an den Winden wurde man mehr oder weniger ausgebremst...
Nach anfänglichen Prostesten der Mannschaft wurde dann auch ein Lektor für die theoretische Ausbildung mitgeführt..(Fregattenkapitän a.D.), der sich redlich mühte seine Vorgaben zu erfüllen...wobei sich jeder mehr Großsegler-spezifisches gewünscht hatte.
So jetzt genug gemeckert....

Wir (ich) hatten Pech. Es wehte selten der Wind wie erwartet und dann auch nur schwach, also nie mehr als 5-6 Bft. was einmal für 7,5 Knoten gereicht hat.
Dafür hatten wir immer Sonne aber zwischen 16 - 20 Grad C.
Nach meinem Gefühl sind wir mindestens 2/3 der Strecke mit Maschine gelaufen, was auch wegen der Termine bei einem Kreuzfahrtschiff wohl nötig war.

Auf dem Atlantik hatten wir nur 3 Meter Welle mit 30 Meter Wellenlänge....was ein tolles Rollen ergibt. Ich war den 1.Tag KO, bei den Meisten hat es länger gedauert.

Wenn aber der Kahn bei leichtem achterlichen Wind so mit 4-6-Knoten durch die See plätschert und man in der Sonne in die Takelage schaut, ist es schon toll !

Auf See bin ich immer müde und hungrig, was mir auch 5 Kilo mehr beschert hat. Jeden Abend ein 5-Gänge-Menu vom Feinsten....wenig aber doch zu viel. Als Trainee konnte man sich dann zum Mannschaftsessen flüchten.....

Kapitän v.Schnurbein, der 2.Offizier und der Bootsmann sind lange auf der Gorch Fock gesegelt und waren glatt unterfordert. Dennoch gab der Käpt'n immer ein nettes Briefing.....

Ich fand am besten: - Nachts Ausguck auf der Back und am Radar (besonders in den Seetrennungsgebieten vor Lissabon, Cap St.Vinzet, Cadiz und in der Straße von Gibraltar.
- Segelmanöver (Setzen, Bergen und Brassen) - Hafenmanöver

Vor Lissabon rauschte hinter uns eine Spanische Fregatte vorbei und bei Tanger in der Nacht ein Spanischer Zerstörer ( mit spärlichster Beleuchtung und als Silouette im Mondlicht). Da sind die alten Mariner gehüpft und haben auch gleich alles gewußt. Da war cool.

Cadiz war wirklich nett und in Malaga war dann alles vorbei.....wobei kurz vom Einlaufen das beste Segeln war ( in einer Regengewitterfront) wo es unter Segeln sogar ein bißchen Lage gab. In Cadiz kam das Fernsehen und beim Auslaufen wurde schon getutet (mit den großen Kreuzfahrtschiffen) und in Malaga sind wir fast unter Segel eingelaufen.

So, das war mein 1. kurzer Reisebericht.... Wer mehr wissen mochte, muß sich melden...

Gruß Euer Icke



Weblinks:
Mit der "Lili Marleen" im Persischen Golf


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