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Großsegler:
Die 'Seute Deern'

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Es gibt zwei Segelschiffe namens 'Seute Deern': Dieser Artikel behandelt die Gaffelketsch 'Seute Deern'.
Für das Museumsschiff siehe 'Seute Deern' (1919).

Die Seute Deern II (plattdeutsch für „Süßes Mädchen“) – ursprünglich Havet, später Noona Dan, heute meist einfach Seute Deern genannt – ist eine Gaffel-Ketsch (Zweimaster), die ursprünglich als Frachtsegelschiff gebaut wurde.

1961/1962 segelte sie als dänisches Forschungsschiff Noona Dan einmal um die Welt und wurde Namensgeber für die mit ihr durchgeführte Noona-Dan-Expedition im Pazifik. In den folgenden Jahren wurde sie als letztes Vollzeit-Segelschulschiff der deutschen Handelsmarine eingesetzt.

Heute besegelt das Schiff unter der Flagge des Vereins Clipper DJS vor allem die deutsche und dänische Ostsee. Neuerdings wurden ihre traditionell lohfarbenen Segel durch weiße Segel ersetzt.

1939 – gebaut aus Eiche als „Havet“ auf der Werft Ring-Andersen in Svendborg, Dänemark, für Kapitän Karl M. Lorentzen aus Vindeby auf Taasinge. Der Rumpf vom Eigner gezeichnet als Mischung aus Marstal-Schoner und Thurö-Schoner mit rundem Steven und elliptischen Heck. Bis 1956 als Frachtsegler
1956 – Verkauf an Reederei J. Lauritzen, Kopenhagen, als Ausbildungsschiff für die Seefahrtsschule in Svendborg
1958 – Umbau und Umbenennung in „Noona Dan“
bis 1960 – Forschungsaufgaben vor Grönland
bis 1961 – Umbau für Expedition in die Inselwelten des Südpazifik und des Indischen Ozeans. Einbau von Dunkelkammer, Labor, größerer Kombüse, größeres Steuerhaus, Kühlcontainer im Laderaum und moderner Navigationsinstrumente
Ende 1962 – Rückkehr nach Dänemark in die Werft Ring-Andersen ohne weitere Verwendung 1963 – Verkauf je zur Hälfte an den Deutschen Schulschiff-Verein und die Stiftung Pamir-Passat, Überführung nach Travemünde, später nach Bremen in die Lürssen-Werft, Umbau zur Ausbildung von 24 Seemannsschülern
1964 – Taufe zu „Seute Deern“, Taufpatin Frau von Rantzau, Reederei John T. Essberger. Erinnerung an ehemaliges hölzernes Schulschiff der Reederei (Bark „Brandi“, Schiffahrtsmuseum Bremerhaven) 1967 – Charter durch Norddeutschen Lloyd, Bremen, als Ausbildungsschiff für angehende Offiziere
1969 – letzte Reise bis Weihnachten unter der Flagge des Norddeutschen Lloyd nach Stockholm und zurück nach Travemünde
bis 1972 – Änderung der Ausbildungsordnung zu einem Minimum an praktischer Ausbildung für Studium des A5 und A6-Patents, keine Verwendung für „Seute Deern“, längsseits „Schulschiff Deutschland“, Einbau fester Kojen
1972 – Teilnahme an der Zubringer-Regatta anlässlich der Olympischen Spiele in Kiel, Regatta Cowes-Skagen-Malmö, Windjammer-Parade vor Kiel
1973 – neu gegründeter Verein Clipper DJS e.V. (aus Seglern der Regatten 1972) chartert „Seute Deern“
1974 – Teilnahme Operation Sail Kopenhagen – Danzig
1975 – Windjammertreffen, Regatta Korsör – Svendborg
1976 – Bundespräsident Walter Scheel an Bord während Kieler Woche
bis 1990 – Segeltörns in der Ostsee sowie teilweise in der Wintersaison zu den kanarischen Inseln, Teilnahme an den „Cutty Sark Tall Ships´ Races“ (heute „Tall Ships´ Races“)
2004 - Gewinn des „Florence Cup“ für den 3. Platz über beide Regatta-Etappen der „Tall Ships´ Races“ in der Klasse B für Traditionssegler.

Seit Juli 1973 chartert der Verein daraufhin die Seute Deern für seine Segelfahrten. Von dieser Zeit an wird die Seute Deern vom Frühjahr bis zum Herbst für Fahrten mit zahlenden – vor allem jungen – Gästen benutzt. Von 1979/1980 bis 1990 wurde das Schiff außerdem alle zwei Jahre im Winter auf die kanarischen Inseln überführt, ansonsten wird es von April bis Oktober vor allem auf der deutschen und dänischen Ostsee eingesetzt.

Im Jahr 2000 kaufte der Verein Clipper DJS anteilig die Seute Deern: Sie gehört seither einer Eigentümergemeinschaft von Clipper DJS und der Stiftung für Ausbildungsschiffe. Laut Vertrag wird das Schiff 2010 vollständig in das Eigentum des Vereins übergehen.

Wiederholt hat die Seute Deern an Großsegler-Veranstaltungen wie den Tall Ships' Races (früher Cutty Sark Tall Ships' Races) teilgenommen. 2003 errang das Schiff auf dieser Windjammer-Regatta vom polnischen Gdingen zum finnischen Turku und von Riga (Lettland) nach Travemünde den Florence Cup – den Preis für das beste Schiff seiner Größenklasse (sog. Klasse B: Schiffe zwischen 30,5 und 46,5 Meter Länge) auf beiden Teilstrecken.

Im Laufe der letzten Jahre ist die Seute Deern mit modernen Navigationsinstrumenten einschließlich Computer ausgestattet worden. Äußerlich bewahrt sie noch weitgehend das Bildeines traditionellen, in Holz gebauten Seglers.

Schiffsdaten
Typ Gaffel-Ketsch
Rufzeichen DDGU (seit 1963)
MMSI-Nummer 211302890
Heimathafen Travemünde
Schiffsrumpf Holz
Vermessung ursprünglich 97 Bruttoregistertonnen (BRT)
ab 1963: 105 BRT
Länge über alles (Lüa) 36 m
Breite 7,15 m
Tiefgang 3,4 m
Höhe Großmast 26 m
Segelfläche 332 m²
Maschine („Motor“) Alpha-Diesel 124 kW
Segel* 9; gesetzt werden in der Regel bis zu 7 (2 Gaffelsegel, 4 Vorsegel, 1 Topsegel)
Besatzung heute 30 Kojenplätze, davon meist 6 Mann Stammbesatzung (Kapitän, 3 Steuerleute, 1 Maschinist, 1 Koch)



Weblinks:
Die Seute Deern (II) in Wikipedia
Segelschiffstypen in Wikipedia

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Seute Deern unter Segeln*   Großbild klick!












Vorschiff der Seute Deern  Großbild klick!











Messe der Seute Deern  Großbild klick!











Kartentisch der Seute Deern  Großbild klick!


















Maschinenraum   Großbild klick!
















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