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Großsegler:
Die 'Seute Deern' (Bark, 1919)

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Es gibt zwei Segelschiffe namens 'Seute Deern': Dieser Artikel behandelt die Bark 'Seute Deern' (1919).
Für die Gaffelketsch 'Seute Deern' siehe Seute Deern (II).

1919 lief das Schiff als Bark auf der Gulfport Schiffswerft im US-Bundesstaat Mississippi als Viermast-Gaffelschoner Elisabeth Bandi vom Stapel. Es war aus frischem Sumpfkieferholz in Kraweelbauweise ohne Kupferbeschlag („Wurmhaut”) zusammengefügt, was in der Folgezeit zu extremen Problemen führte. Das Schiff war durch Verziehen des Rumpfes und Schiffsbohrwurmfraß dauernd undicht und musste stetig gelenzt sowie nach jeder Fahrt repariert werden.

1925 kam es durch Verkauf zu „Walter E. Reid” nach Bath in Maine. Bis 1931 transportierte das Schiff Holz unter US-amerikanischer Flagge, als es nach Europa an den finnischen Reeder William Uskanen aus Sotkoma verkauft wurde, der sie nun als Bandi ebenfalls im Holzhandel zwischen Finnland, Dänemark und England einsetzte.
Das kühle und salzarme Ostseewasser stoppte den Wurm- und Muschelfraß, so dass das Lenzen des Schiffes sich deutliche reduzierte (Holzschiffe mussten stets gelenzt werden).
1935 kam die Bandi an den Finnen Laiva Bandi als neuem Eigner, der das Schiff jedoch an die Maklerfirma „Yrjänen & Kumpp”, Raumo, zur Bereederung „verpachtete”.
Nach drei Jahren fand man keine ausreichende Ladung für den Segler mehr und verkaufte ihn am 7. November 1938 an den Hamburger Reeder John T. Essberger für 26.500 Reichsmark. Er ließ das Holzschiff Blohm + Voss (Hamburg) überholen und zu einer Bark mit Stahlrigg umbauen. Es entstand in halbjähriger Arbeit (16. Dezember 1938 – 15. Juni 1939) ein runderneuertes Schiff. Eine auffällige Neuerung an der Bark war eine überlebensgroße Galionsfigur – eine „Seute Deern”, die den Vorsteven schmückte und der Bark den Namen Seute Deern gab.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, den die Bark durch umsichtige Kapitäne überdauerte, wurde sie in der Ostsee und angrenzenden Gewässern als frachtfahrendes Ausbildungsschiff eingesetzt. Zu Kriegsende war sie in Lübeck.

Nach dem Krieg verholte die Bark im Juni 1946 mit Schlepperhilfe nach Travemünde zur Schlichting-Werft zwecks Umbaus in ein Hotelschiff. 1947 kam die Seute Deern im Schlepp nach Hamburg und lag als Hotel- und Restaurantschiff im Hafen am Liegeplatz der alten Fähre VII.
Wegen steigender Unrentabilität verkaufte die Reederei Essberger 1954 die Seute Deern für DM 40.000 nach Holland an Albert Jan Koerts, einen Amerikaner holländischer Herkunft. Er stiftete sie als schwimmende Jugendherberge seiner Heimatstadt Delfzijl unter dem Namen seines Vaters Pieter A. Koerts (Pieter-A.-Koerts-Stiftung).
Nach weiteren 10 Jahren wurde das Schiff wegen der hohen Unterhaltskosten erneut unrentabel und kam durch Verkauf für DM 33.440 wieder nach Deutschland. Neue Eignerin wurde 1964 die Emder Gastwirtin Erna Hardisty, neuer Heimathafen Emden. Das Schiff erhielt wieder seinen vorigen Namen Seute Deern. Erhebliche Ausbauarbeiten zum Gaststättenschiff standen an, zudem sank das wieder undichte Holzschiff an seinem Liegeplatz, womit alle Pläne zunichte wurden.
So gelangte es zu erneutem Verkauf 1965 an den Kaufmann Hans Richartz aus Helgoland für nunmehr DM 61.000. Ihm gelang es, nach Heben des Schiffes den Ausbau der Bark nach eigenen Plänen (Schröder-Werft Emden) zu einer schwimmenden Gaststätte zu gestalten. Am 22. Juni 1966 wurde die Bark zu ihrem neuen Liegeplatz im „Alten Hafen” von Bremerhaven verholt.

1972 erhielt das „Deutsche Schiffahrtsmuseum Bremerhaven” die Bark als Gründungsgeschenk von der Stadt Bremerhaven. Beide Städte des Landes, Bremerhaven und Bremen, ließen die Seute Deern erneut gründlich überholen. Damit reiht sie sich heute unter die weltweiten Museumsschiffe ein. Seit April 1983 zeichnet das Hotel Naber für den Restaurationsbetrieb verantwortlich. Weitere und umfangreiche Umbauarbeiten mussten vorgenommen werden, um die Seute Deern zu erhalten.

Die Bark liegt seitdem als Restaurant-, Museums- und Trauungsschiff in Bremerhaven vor dem Columbus Center vor Anker. Im Laufe der Zeit ist sie zu einem Wahrzeichen der Stadt Bremerhaven geworden.

Ein auffälliges Detail der Seute Deern, die Galionsfigur der Bark, ist auf einer deutschen Briefmarke erschienen. Die Dauerbriefmarke Seute Deern Bremerhaven wurde ab dem 6. März 2003, den das Deutsche Schiffahrtsmuseum zum Tag der Museumsschiffe erklärt hatte, zur Ausgabe freigegeben. Der Wert der Briefmarke beträgt 2,60 Euro und zeigt als Motiv die Galionsfigur.



Weblinks:
Die Seute Deern (1919) in Wikipedia
Restaurant Seute Deern
Segelschiffstypen in Wikipedia

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Schlagwörter: "Seute Deern, ex Elisabeth Bandi, Viermast-Gaffelschoner, 1919, Bark, Museumsschiff, Restaurantschiff, Bremerhaven, Großsegler, Segelschiffe,technische Daten, Geschichte, Bilder



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Seute Deern (Bild Vulkano)  Großbild klick!




















Mastfuß Seute Deern (Bild Vulkan)  Großbild klick!













Galionsfigur Seute Deern (Bild Vulkano)  Großbild klick!













Briefmarke Seute Deern (Bild Tmv23)  Großbild klick!


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