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Großsegler:
Die 'Fridtjof Nansen'

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Die 'Fridtjof Nansen' ist ein 1919 auf der Werft Kalundbørg Shibsvareft erbauter Frachtmotorsegler. Das wird Schiff auf den Namen Edith getauft. 1991 wurde das Schiff in Wolgast restauriert und zum Dreimasttoppsegelschoner umgebaut. 1922 erfolgt der Kauf durch die Reederei P.F. Cleeman in Aabenraa (Dänemark), für die sie unter dem Namen Frederik Fischer fährt.
1927 gelangt das Schiff nach Deutschland. Unter dem neuen Eigner, Kapitän M. P. F. Leistikow trägt es den Namen "Gertrud II" mit Heimathafen Arnis. Von Leistikow wird das Schiff 1934 an Kapitän H. F. P. Morgenroth verkauft.

Ab 1938 fährt das Schiff unter Kapitän Hinnerk C. Jungclaus dreiundvierzig Jahre meist unter Maschinenkraft als Kümo über die Ostsee; die Reisen führen von Mecklenburg und Pommern nach Ostpreußen, Schweden, Norwegen und Finnland.
Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges liegt das Schiff in Greifswald. 1944 wird es für Flüchtlingstransporte eingesetzt und rettet über 500 Flüchtlingen das Leben.

1952 wird das Schiff auf 43,33 m verlängert. Bis 1953 fährt es Koks und Briketts von Stralsund zu dänischen Häfen, danach dient es dem Transport von Futterkartoffeln und Getreide. 1981 wird es an den neuen Eigner Kapitän Hanns Temme verkauft, unter dem es weitere fünf Jahre lang Ernteprodukte transportiert. 1986 wird das Schiff als Lagerschiff in Arnis an der Schlei aufgelegt.

1991 erfolgt im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme auf der Wolgaster Peene-Werft der Umbau zum Dreimast-Großtoppsegelschoner. Am 25. März 1992 wird das Schiff auf der Peene-Werft von der Enkelin des norwegischen Forschers Fridtjof Nansen, Margret Greve, auf den Namen Fridtjof Nansen getauft.

1992/93 macht das Schiff nach seiner Taufe und einer Probefahrt in der Ostsee seine erste lange Reise nach dem Umbau. Die Reise führt das Schiff von Deutschland aus über Frankreich bis in die Karibik. Von dort aus geht es zurück über die Azoren bis nach Island, wo das Schiff dann als internationales Jugendcamp der ICE-SAIL-Expedition von Arved Fuchs für Jugendliche aus 26 Ländern eingesetzt wird.

1993/94: Im Winterhalbjahr ist das Schiff sieben Monate mit dem High-Seas High-School (Pilotprojekt) unterwegs. In diesem Zeitraum fährt das Schiff von Deutschland aus durch den Englischen Kanal in Richtung Karibik. Von dort aus geht es durch den Panama-Kanal in den pazifischen Ozean nach Ecuador. Die nächste Etappe führt das Schiff dann mit den Schülern und einer internationalen archäologischen Gruppe zu den Galápagos-Inseln und von dort aus nach Costa Rica. Nach einem Zwischenstopp in Kuba geht es wieder über Bermudas und die Azoren zurück nach Deutschland.

1997 erhält das Schiff zur Kieler Woche eine Galionsfigur am Bug des Schiffes. Die Galionsfigur stellt einen Inuit-Jäger mit einer Knochenharpune dar und wurde aus einem Ulmenstamm gefertigt. Im Sommer nahm das Schiff am Tall Ships' Race von Aberdeen über Trondheim und Stavanger nach Göteborg teil.

ARD und ARTE zeigten im Sommer 2005 die Fridtjof Nansen in einer sechsteiligen Fernsehreportage mit dem Titel "Windstärke 8 – Das Auswandererschiff 1855". Für die Reality-TV-Serie waren vor allem Anpassungen der Inneneinrichtung nötig. Moderne Einrichtungen wurden entweder entfernt oder – sofern isb. für Sicherheitsauflagen notwendig – optisch versteckt. Auch der moderne Name wurde vorübergehend geändert; in der Serie fuhr das Schiff unter zeitgenössischen Schiffsnamen nachempfundenen Namen Bremen.

Die 'Nansen' bietet heute auf großer Fahrt 30, bei Tagesfahrten 50 Mitseglern Platz.
Dass alle 'an einem Tampen ziehen müssen', ist mit ein Ziel, das der Verein 'Segelschiff F. Nansen' Jugendlichen auf dem Schiff vermitteln will. Gegründet wurde der Verein , um ein Projekt der Erlebnispädagogik umzusetzen, für das sich der Eigner des Schiffes, Hans Thimme besonders engagiert.

Wer auf der 'Fridtjof Nansen' mitsegelt, wird sofort in das Bordleben integriert. So gehen ganze Schulklassen mit dem majestätischen Traditionssegler zum Teil für mehrere Monate auf große Reise. Jugendliche aller Nationen erleben an Bord Teamgeist und was es heißt, für das Schiff und andere Menschen Verantwortung zu übernehmen.




Daten:
Kapitän: Jürgen Lemke
Länge über alles: 52 m
Masthöhe: 36 m
Segelfläche: 850 qm
Heimathafen: Wolgast
Typ, Rumpf: Dreimast-Großtoppsegelschoner, Stahlrumpf
Segelzeichen/ TS-Nummer: TS G 486
Betreiber: Traditionssegler Fridtjof Nansen e.V.
Baujahr, -ort: 1919, Kalundborg / Dänemark
Umbau: 1991 / 1992 in Wolgast
Lüa x B x Tg:* 52,00 m x 6,80 m x 3,20 m
Masthöhe: 32,00 m
Maschine: Callesen Vierzylinder Diesel 191 kW


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Die 'Fridtjof Nansen' (Bild VollwertBIT)  Großbild klick!












Segelplan der 'Fridtjof Nansen'   Großbild klick!












'Fridtjof Nansen' auf hoher See (Bild nnu)  Großbild klick!





















'Fridtjof Nansen' unter Maschine (Bild nnu)nbsp; Großbild klick!

















Galionsfigur (Bild Hartmann Design)   Großbild klick!


Weblinks:
Die 'Fridtjof Nansen' in Wikipedia
Segelschiffstypen in Wikipedia
Homepage der 'Fridtjof Nansen'
Wer war Fridtjof Nansen?
Reisen der 'Fridtjof Nansen'

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Schlagwörter: Fridtjof Nansen, ex Edith, ex Gertrud II, Dreimasttoppsegelschoner, Arved Fuchs, Großsegler, Segelschiffe, Segelschulschiff, Bilder, Geschichte, technische Daten, Film, Filmschiff, Galionsfigur

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