EUROPÄISCHES SEGELINFORMATIONSSYSTEM
America's Cup
Das Finale der Herausforderer: Das Louis Vuitton Cup Finale

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Last update: Freitag, 14. Februar 2003, 19:24 Uhr

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Alinghi gewinnt das Finale
Sonntag, 19. Januar 2003, 08:13 Uhr

Am Sonntag war die Mission America’s Cup für ORACLE BMW Racing beendet. Nach einem erneut hochdramatischen Rennen holte sich Alinghi Challenge den fünften Finalpunkt und steht damit als Sieger des Louis Vuitton Cups fest. Eine harte Strafe entschied letztlich die Wettfahrt, die mit zweistündiger Verzögerung bei acht Knoten Wind ausgetragen wurde. Das bis zum letzten Meter großartig kämpfende Team konnte diese Bürde nicht mehr kompensieren, kann Auckland aber erhobenen Hauptes verlassen. ORACLE BMW Racing hat Alinghi im Finale alles abverlangt.

Ohne die Leistung der Schweizer zu schmälern, war das Glück - ähnlich wie in der dritten Finalwettfahrt – wieder nicht auf der Seite von Skipper Chris Dickson und seiner Crew. Bereits das dritte Rennen hatte ORACLE BMW Racing nur aufgrund einer Strafe verloren. Die war zwar berechtigt, zuvor aber hätte Alinghi ebenfalls bestraft werden müssen. Am Sonntag sollte eine Strafe entscheidend sein, die bereits in der Vorstartphase ausgesprochen wurde.

Nach dem Dial-up, der mehrere Bootslängen über der Startlinie eingeleitet wurde, wendete ORACLE BMW Racing Steuermann Peter Holmberg. Er steuerte die USA-76, die im Dial-up unter der blauen Flagge Backbord querab der Alinghi gelegen hatte, zurück in die Box. Die Schweizer auf seinen Fersen halste Holmberg – die Protestflagge an Bord der Alinghi ging hoch. Das Heck der USA-76, die sich hätte freihalten müssen, sei der SUI-64 zu nahe gekommen. Dem stimmten die Schiedsrichter zu und bestraften ORACLE BMW Racing hart wegen Verletzung der Regel 10 (Backbordbug/Steuerbordbug).

Schließlich gingen die Yachten auf unterschiedlichem Bug ins Rennen, die USA-76 am Startmarkenende, Alinghi am Bootsende. Dicksons Entscheidung für die linke Seite sollte sich auszahlen, ORACLE BMW Racing gewann die Startkreuz und rundete die Luvtonne mit fünfzehn Sekunden Vorsprung.

Mit zwei brillanten Schein-Halsen, ganz kurz hintereinander ausgeführt, schickte das Team Alinghi auf die andere Kursseite und hatte sich deren Druck von hinten entledigt. Dickson & Co. segelten die Dreher gut aus und gewannen vor dem Wind weitere 13 Sekunden.

Auch auf der zweiten Kreuz war die USA-76 mit guter Geschwindigkeit unterwegs und baute die Führung sogar noch etwas aus. Doch im letzten Viertel der Bahn, als ORACLE BMW Racing sich für die linke Kursseite entschied und Alinghi nach rechts segeln ließ, schmolz der Vorsprung plötzlich dramatisch. Die Schweizer konnten direkt vor dem Bug der USA-76 auf Anliegerkurs wenden und hatten an der Luvtonne zehn Sekunden Vorsprung.

Beide Yachten segelten daraufhin ihren eigenen Vormwindgang, nach dessen Beendigung die SUI-64 die letzte Runde mit 24 Sekunden Vorsprung begann. Erbittert griff Holmberg auf der Kreuz seinen Gegner Russell Coutts an, der sich keine Blöße gab, so dass der Rückstand an der finalen Tonne exakt gleich geblieben war. Immer noch mit der Strafe im Gepäck hatte ORACLE BMW Racing eine fast unlösbare Aufgabe vor sich.

Von Resignation allerdings keine Spur: Das Team zeigt großartigen Kampfgeist und versuchte leidenschaftlich, seine letzte Chance zu nutzen. Nach drei Vierteln der Strecke war der Rückstand wett gemacht, die USA-76 überlief Alinghi in Luv. Einmal klar voraus, musste das Team versuchen, die Strafe zu eliminieren. Denn es war klar: Der Weg ins Ziel war zu kurz, um genug Vorsprung herauszusegeln. Also nahm Holmberg an der Anliegelinie Fahrt weg und versuchte, die Schweizer zu einer Strafe zu zwingen.

Dies misslang leider, zumal sich mittlerweile ein sehr großer Riss durch den Spinnaker der USA-76 zog. So konnte Alinghi wieder vorbeiziehen und letztlich mit einer guten Bootlänge Vorsprung gewinnen. Die tief enttäuschtes Crew von ORACLE BMW Racing ließ sich Zeit mit der Ausführung des Strafkringels, und es kam zum Zeitabstand im Ziel von 2:34 Minuten.

Die Wettfahrt war symptomatisch für die gesamte Serie. Ein glückloses ORACLE BMW Racing Team verlangte Alinghi in einem dramatischen Rennen alles ab, nur um nach einer starken Leistung und großem Kampf doch zu verlieren.
Morgen am Samstag ist ein Ruhetag, das nächste Rennen findet erst am Sonntag statt. Quelle: BMW

Knapper Sieg für Alinghi
Freitag, 17. Januar 2003, 07:23 Uhr

Wettervorhersage für
So. 19.1.
Schwacher Wind
Richtungen variabel
5 - 10 Kn.
Es war der bisher geringste Abstand, mit dem eine Yacht im Louis Vuitton Cup Finale 2003 ins Ziel kam. Und bereits zum vierten Mal war das die Alinghi. ORACLE BMW Racing verlor bei 12-14 Knoten Wind die fünfte Finalwettfahrt mit nur 13 Sekunden und geht mit einem Rückstand von 1:4 Siegen in den Ruhetag am Samstag.

Besonders bitter ist die Niederlage deshalb, weil ORACLE BMW Racing an den ersten drei Tonnen noch in Führung gelegen hatte und sich Hoffnungen auf den zweiten Sieg in Folge machen konnte. Es war bisher das erste Mal während der gesamten Finalserie, dass die USA-76 nach der ersten Kreuz den Bug vorn hatte.

Dazu war es auf eine Art und Weise gekommen, die nicht dem Muster der ersten vier Wettfahrten entsprach. Es begann schon damit, dass ORACLE BMW Racing Steuermann, im Vorstart einer der allerbesten seiner Zunft, ungewohnt sechs Sekunden nach Alinghi über die Startlinie segelte. Immerhin hatte er aber die rechte Kursseite. Die USA-76 war auf Steuerbordbug ins Rennen gegangen, die Schweizer auf Backbordbug.

Beide Boote wendeten schon bald und wechselten die Seiten, die SUI-64 mit einer Bootslänge Vorsprung. „Wir segeln unsere eigene Kreuz“, gab Skipper Chris Dickson die Marschroute aus, „oben an der Tonne wird der Wind auf der linken Seite besser sein.“ Russell Coutts sah das offenbar anders und segelte unbeeindruckt auf die rechte Kursseite zu, ehe er mit einem seitlichen Abstand von einem Kilometer ebenfalls auf Backbordbug wechselte.

An der Anliegelinie segelten Dickson & Co. die erst zweite und letzte Wende auf der Startkreuz und wurden für ihre Entscheidungen belohnt: 28 Sekunden Vorsprung an der Luv-Tonne.

Die Führung verteidigte ORACLE BMW Racing bis zur zweiten Wendemarke diszipliniert nach klassischem Muster und verlor nur eine einzige Sekunde. Wäre das auch auf der zweiten Amwindbahn gelungen, das Rennen hätte wohl einen anderen Ausgang genommen. So aber frischte der Wind auf, und Alinghi war in ihrem Element. Sie zwangen ORACLE BMW Racing ein Kreuzduell auf und gewannen bei jeder Wende, so dass die USA-76 am Ende der Bahn nur noch zehn Sekunden Vorsprung hatte.

Gleich zu Beginn der Vorwindbahn halsten die Yachten, und Alinghi war in einer starken Position in Luv. Schließlich gelang es den Schweizern kurz vor der Anliegelinie auf der - von oben gesehen -rechten Kursseite, die USA-76 zu überlaufen und zu halsen. Sie luvten etwas an, fielen wieder ab und hatten ORACLE BMW Racing abgeschüttelt. Dennoch blieb es ein enges Rennen: mit neun Sekunden lag die SUI-64 vor der letzten Runde vorn.

Jetzt war ORACLE BMW Racing der Verfolgerposition. Mit einer Scheinwende nach der Rundung durchbrach das Team die Abdeckung, schickte Alinghi auf die rechte Kursseite und versuchte sein Glück wieder auf der linken. Es sollte nicht ganz reichen. Bei jeder Attacke hatten die Schweizer gerade genug Vorsprung, um bei den Aufeinandertreffen kurz vor der USA-76 zu wenden und den Backbordbugvorteil zu halten. Letztlich konnten sie die letzte Raumstrecke mit einer 16-Sekunden-Führung im Rücken beginnen.

Den Vorsprung gab Alinghi nicht mehr aus der Hand, auch wenn ORACLE BMW Racing mal auf der linken, mal auf der rechten Seite nach zusätzlichem Druck suchte. Mehr als drei Sekunden konnten sie der SUI-64 dennoch nicht mehr abnehmen. Nach einer extrem spannenden Wettfahrt, die jederzeit völlig offen war, stand ORACLE BMW Racing mit leeren Händen da.
Morgen am Samstag ist ein Ruhetag, das nächste Rennen findet erst am Sonntag statt. Quelle: BMW

Stimmen zum Rennen
Freitag, 17. Januar 2003, 08:30 Uhr

Vor dem Ruhetag analysierten Tommaso Chieffi, Mitglied der ORACLE BMW Racing Afterguard, und Jochen Schümann, Sport Direktor bei Alinghi, die fünfte Final-Wettfahrt und blickten voraus.

ORACLE BMW Racing hatte lange geführt und dann doch noch knapp verloren. Tommaso Chieffi konnte dem Rennen positive Seiten abgewinnen: “Wir sind froh darüber, dass wir in drei von fünf Rennen geführt haben, wenn auch nur für jeweils einen Teil der Wettfahrt. Heute konnten Sie sehen, wie klein der Abstand zwischen den Booten war. Wir sind zwar in bestimmten Bedingungen besser und sie in anderen, aber es ist trotz allem immer sehr eng. Mit der ersten Kreuz waren wir zufrieden, ebenso mit der ersten Vormwindbahn, und wir haben es irgendwie geschafft, ihre Angriffe auf der zweiten Kreuz abzuwehren.”

Natürlich trauerte der Italiener trotzdem dem möglichen Punktgewinn nach: “Leider lief es auf der zweiten am Ende Vormwindbahn nicht allzu gut. Wir hatten ihnen praktisch die Tür einen Spalt breit offen gelassen, das haben sie prompt genutzt. Sie gaben uns ihrerseits keine Möglichkeit mehr, die Situation umzukehren. Leider spiegelt die Bilanz den wirklichen Wert der beiden Teams nicht wieder. Ich denke, wir liegen wesentlich näher beieinander, wir sind wesentlich besser, als es sich in Zahlen darstellt - und wir geben noch lange nicht auf."

Eine wichtige Rolle spielte die zweite Kreuz, auf der Alinghi so nahe an die USA-76 heran kommen konnte, dass sie diese vor dem Wind überlaufen konnte. Chieffi über die zweite Kreuz: "Wir waren wahrscheinlich etwas aus dem Rhythmus gekommen, und unsere Wenden waren nicht so stark wie ihre - eine Kombination von Faktoren. Aber so ist das eben: wir führten auf der ersten Kreuz, auf der wir von hinten einen Vorsprung von 28 Sekunden gewannen. Auf der zweiten Kreuz haben sie dann von hinten den Abstand von 28 auf 10 Sekunden verkürzt."

Die selbe Bahn beschrieb Jochen Schümann aus seiner Sicht: “Ich denke für uns lief alles bestens. Wir sind gut gesegelt und hatten den richtigen Wind. Unsere Runner haben toll gearbeitet und uns erstklassige Wenden ermöglicht. Möglicherweise hat unser Boot auch einen kleinen Vorteil beim Wenden. Auf jeden Fall lief es sehr gut für uns.”

Der Deutsche in Diensten der Schweizer erklärte, warum Alinghi vor dem Wind heute so stark aufgetreten ist: “ORACLE BMW Racing hat uns etwas geholfen, indem sie uns gezeigt haben, wie man mit bestimmten Situationen am Besten umgeht. Von den Strategien, die sie vor dem Wind erfolgreich gegen uns eingesetzt haben, haben wir gelernt, und diese mehr oder weniger kopiert."

Alinghi braucht jetzt nur noch einen Sieg, ORACLE BMW Racing muss viermal in Folge gewinnen. Eine Situation, die Chieffi nicht schrecken kann. 1992 hat er diese Kunststück auf der Il Moro di Venezia gegen Team New Zealand schon vollbracht: „Ich glaube, dass wir die Serie immer noch gewinnen können. Ich denke dabei an eine bestimmte Regatta im Jahr 1992, in der wir nach einem Stand von 1:4 doch noch mit 5:4 gewonnen haben. Es liegt allein an uns. Sowohl heute, als auch vor zwei Tagen haben wir ein Rennen aus der Hand gegeben, das wir eigentlich hätten gewinnen können. Der Unterschied ist also gleich null. Deshalb können wir, wenn wir all unsere Fähigkeiten so umsetzen, wie wir es schon oft getan haben, auch gewinnen.”
Quelle: BMW

Erster Finalsieg für ORACLE BMW Racing
Donnerstag, 16. Januar 2003, 08:36 Uhr

Wettervorhersage für
Fr. 17.1.
Hochdruckgebiet (1024 mb) über der Tasmanischen See,
das sich nach Osten über Neuseeland ausbreitet.
Kleines Tief über dem Süden der Südinsel.
Leichte Südwinde.
Am Nachmittag wird eine stärkere Seebrise
aus Südwest bis 15 Knoten erwartet.
Heiter und sonnig, leichte Bewölkung am Nachmittag.
Ruhige See, Lufttemperatur 20 -24 Grad. Wahrscheinlich kann das Rennen pünktlich
um 1.15 Uhr (MEZ) gestartet werden.
Was sich am Mittwoch bereits angedeutet hatte, wurde am Donnerstag Realität: ORACLE BMW Racing schlug Alinghi in der vierten Finalwettfahrt. Bei leichtem und pendelndem Wind (5 – 12 Knoten) war es ein eindrucksvoller Sieg mit einem Vorsprung von 2:13 Minuten im Ziel. Nach der Startkreuz hatte ORACLE BMW Racing noch zurück gelegen. Doch auf dem ersten Vormwindgang folgte eine Demonstration der Stärke der USA-76. Mit der besseren Strategie und Bootsgeschwindigkeit ausgestattet ließ ORACLE BMW Racing Alinghi förmlich stehen und legte den Grundstein zu einem anschließend ungefährdeten Sieg.

Wir müssen einfach etwas besser segeln. Was die Boots-Performance angeht, können wir mit Alinghi mithalten. Man sollte uns nicht abschreiben. Aussagen wie diese bestimmten nach den ersten drei Finalwettfahrten die Stellungnahmen des ORACLE BMW Racing Teams – und sollten sich am Donnerstag als wahr erweisen.

Das Team zeigte ein perfektes Rennen – von der ersten Sekunde an. Und so passte es gut ins Bild, dass Match Racing Weltmeister Peter Holmberg einen grandiosen Vorstart segelte. Beide Teams wollten erklärtermaßen die linke Kursseite, bekommen hat sie ORACLE BMW Racing. Trotz des Nachteils, unter auf Steuerbordbug in die Startbox eingetaucht zu sein. Holmberg aber konnte sich über der SUI-64 aus dem Dial-up lösen, als Alinghi nach links, die USA-76 nach rechts abfiel.

Aus einem Kringel am Bootsende luvte Holmberg an, wendete zurück auf Backbordbug und schüttelte Alinghi ab. Kurzzeitig hatte man das Gefühl, die USA-76 sei zu früh, doch genau bei 0 Sekunden traf die Yacht die Startlinie direkt an der Startmarke. Alinghi war nur wenige Meter in Luv und musste sogleich weg wenden.

Die nervös über den Regattakurs wandernden leichten Winde meinten es aber zunächst gut mit den Schweizern, die den frühen Vorteil erlangten. Allerdings war an diesem Tag keine Führung sicher. Mit den Drehern variierte Alinghis Vorsprung, ehe er an der Luvtonne 38 Sekunden maß.

Inzwischen war ein massiver Rechtsdreher zu verzeichnen, der Weg auf Steuerbordbug war der mit Abstand kürzere zur Leetonne. ORACLE BMW Racings Afterguard entschied sich dennoch dazu, kurz nach der Rundung zu halsen, und Russell Coutts reagierte nicht. Bald waren die Yachten 1000 Meter seitlich voneinander entfernt. ORACLE BMW Racing fand auf der, von oben gesehen, rechten Kursseite, wonach das Team gesucht hatte.

Mit weit mehr Druck im Segel flog die USA-76 an den machtlosen Schweizern vorbei und begann die zweite Runde mit einem Vorsprung von 56 Sekunden. Eine weitere Sekunde gewannen Dickson &. Co. auf der zweiten Kreuz.

Auf dem zweiten Vormwindgang nutze ORACLE BMW Racing die Winddreher perfekt aus und konnte sich erneut auf seine Bootsgeschwindigkeit verlassen. Alinghi hatte nichts entgegenzusetzen, so dass die Schweizer vor der letzten Runde 2:34 Minuten zurück lagen. Der Wind frischte auf und stabilisierte sich. ORACLE BMW Racing kontrollierte den Gegner nun und segelte ein konservatives Rennen, um den Sieg zu sichern.

In der Finalserie steht es jetzt 1:3. Skipper Chris Dickson war glücklich, dass die Leistung des Teams endlich auch auf dem Scoreboard Spuren hinterlassen hat: „Es freut mich wirklich für das Team. Bei ORACLE BMW Racing haben viele Menschen größte Anstrengungen unternommen, und es ist schön, auch in der Finalserie endlich etwas dafür bekommen zu haben. Wir waren enttäuscht, nicht schon mehr Punkte zu haben. Jetzt haben wir einen. Morgen werden wir allen geben, um einen zweiten zu gewinnen. Wir haben das Boot und das Team, dies zu schaffen.“
Quelle: BMW

Erster Finalsieg für ORACLE BMW Racing
Donnerstag, 16. Januar 2003, 07:16 Uhr

Was sich am Mittwoch bereits angedeutet hatte, wurde am Donnerstag Realität: ORACLE BMW Racing schlug Alinghi in der vierten Finalwettfahrt. Der Vorsprung im Ziel war ebenso wie die Freude riesig. Wir berichten ausfühlich in Kürze.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

ORACLE BMW Racing verliert Herzschlagfinale
Mittwoch, 15. Januar 2003, 13:33 Uhr

Es hätte nicht viel gefehlt, und die bisher packendste Wettfahrt der gesamten Regatta hätte nicht stattgefunden. Mit fast dreistündiger Verzögerung wegen Schwachwind wurde das dritte Finalrennen zwischen ORACLE BMW Racing und Alinghi Challenge am Mittwoch in 11-14 Knoten Wind dann aber doch gestartet. Dem deutsch-amerikanischen Syndikat fehlten nach einem mit harten Bandagen geführten Rennen nur wenige Sekunden zum ersten Finalsieg. In Führung liegend musste die USA-76 auf der Ziellinie noch einen Strafkringel segeln und kam eine Sekunde nach den Schweizern ins Ziel.

Auf dem letzten Vormwindgang, den ORACLE BMW Racing mit einem Vorsprung von 29 Sekunden begonnen hatte, war bereits klar, dass es im Ziel einen Krimi geben würde. Die Führung betrug etwa genau die Zeitspanne, die ein Strafkringel in Anspruch nimmt. Verbissen kämpfte die Crew der USA-76 um jeden einzelnen Meter, der die Ausführung des Kringel sicherer gemacht hätte. Alinghi aber ließ sich nicht abschütteln, und so war ORACLE BMW Racing Steuermann Peter Holmberg gezwungen, das Manöver um die Startmarke mit vollem Risiko zu segeln.

Kurzzeitig hatte es den Anschein, also sollte die USA-76 die Nase vorn haben, dann aber verlor sie Fahrt und trieb auf die Boje. Der Sieg war dahin. Dass ORACLE BMW Racing wegen der Bojenberührung noch eine Strafe kassierte, und der offizielle Zeitabstand im Ziel so 1:01 Minuten betrug, ist nur noch Statistik.

Den ersten Strafkringel hatten die Schiedsrichter auf dem zweiten Vormwindgang gegen Skipper Chris Dickson und seine Crew ausgesprochen. Was war passiert? Zunächst hatte die USA-76 die vierte Bahn nur mit 40 Metern Rückstand begonnen. Die Wettfahrt war schon bis dahin sehr ausgeglichen und spannend verlaufen, ORACLE BMW Racing kämpfte leidenschaftlich um den ersten Sieg: Der Vorsprung der Schweizer an den Wendemarken betrug lediglich acht, 13 und 12 Sekunden.

Nach zwei Dritteln der Vormwindbahn gelang es der USA-76 in Luv dann endlich, Alinghi mit Wind von Steuerbord zu überlaufen. Russell Coutts luvte an, doch ORACLE BMW Racing hielt sich frei und lag in Front. Die Boote halsten und jetzt hatte die USA-76 Luvrecht. Dickson und Holmberg attackierten den Gegner zwei, dreimal hart. Alinghi war mächtig unter Druck, nur Zentimeter lagen zwischen den Booten. Bei der nächsten Attacke war Alinghi der Überlappung gerade eben entkommen, die USA-76 luvte an und berührte das Heck der SUI-64. Die Schiedsrichter entschieden auf Verletzung von Regel 17 (Auf gleichem Bug, Ordnungsgemäßer Kurs), da die USA-76 klar von achteraus gekommen sei.

Bei der letzten Halse zur Leetonne gelang es ORACLE BMW Racing, die Schweizer innen erneut zu überholen und die letzte Runde mit acht Sekunden Vorsprung zu beginnen. Die Hypothek des Strafkringels entmutigte das Team nicht, im Gegenteil. Entschlossen machte sich ORACLE BMW Racing daran, den Vorsprung genügend auszubauen. Mit der richtigen Entscheidung für die linke Kursseite und zwei Wenden weniger als Alinghi gewann das Team auf der dritten Kreuz weitere 21 Sekunden.

Es waren ein paar Sekunden zu wenig, und so ging ORACLE BMW Racing erneut leer aus. Bisher steht das Louis Vuitton Cup Finale für das Team einfach unter keinem guten Stern. Allerdings gibt es auch positive Erkenntnisse, befindet Chris Dickson: „Wir haben gezeigt, dass die USA-76 die Geschwindigkeit hat, um die Schweizer in Bedrängnis zu bringen. Die Arbeit der Crew war heute ausgezeichnet, doch der Strafkringel hat uns den Sieg gekostet. Gratulation an Alinghi für die 3:0-Führung, aber wir sind für morgen zuversichtlich.“
Quelle: BMW

Stimmen zum Rennen
Mittwoch, 15. Januar 2003, 13:32 Uhr

Tommaso Chieffi, Mitglied der ORACLE BMW Racing Afterguard und Alinghis Traveller Trimmer Murray Jones diskutierten die bislang dramatischste Wettfahrt des Louis Vuitton Cup Finales.

Murray Jones sagte, dass sich Alinghi sehr wohl der Möglichkeit bewusst war, das Rennen zu verlieren: "Es war ein hartes Rennen, jederzeit war alles möglich. Zum Glück hat ORACLE BMW Racing die Strafe kassiert und uns damit eine Möglichkeit gegeben. Danach sind sie immer noch sehr gut gesegelt, und es war sehr eng. Fast hätten sie den Strafkringel noch ausführen können."

Tommaso Chieffi erklärte, warum sich ORACLE BMW Racing dazu entschied, den Strafkringel erst auf der Ziellinie zu segeln: "Wir hatten das Gefühl, an der letzten Luvtonne etwas zu wenig Platz zu haben. Im Nachhinein hätten wir den Kringel vielleicht dort ausführen sollen, aber wir dachten, wir könnten den Vorsprung vor dem Wind noch etwas ausbauen. Der Wind nahm dann ab und war gegen Ende des Rennens sehr leicht. Als Konsequenz daraus haben wir Zeit verloren, statt zu gewinnen. Aber da war es ja schon zu spät, den Plan zu ändern."

Murray Jones beschrieb den letzten Vormwindgang aus Alinghis Sicht: "An der Luvtonne glaubten wir, dass sie es schaffen können, aber dann haben wir etwas mehr Druck in den Segeln gehabt und von da an wussten wir, dass sie nicht viel Zeit für den Kringel haben würden."

Tommaso Chieffi betonte, dass ORACLE BMW Racing mit der leistung des teams hoch zufrieden war: "Heute haben wir alles viel besser hinbekommen, als in den bisherigen Wettfahrten. Der Ergebnis war, dass wir viel schneller und weit gefährlicher waren. Die taktischen Entscheidungen waren hervorragend und die Arbeit der Crew einfach fantastisch. Also können wir mit der heutigen Leistung sehr zufrieden sein. Zu den Schiedsrichter-Entscheidungen: Sie waren eben, wie sie waren. Wir alle sind zufrieden damit, dass direkt auf dem Wasser entschieden wird."

Murray Jones schildert den Start aus seiner Sicht: "Zu Beginn der Vorstartphase wollten wir die linke Seite. Im Vorstart haben wir unsere Auffassung geändert, da der Wind nach rechts drehte. Solange wir nur genug Abstand zwischen uns und dem Gegner legen konnten, glaubten wir uns auf der rechten Seite halten zu können."

Auch Tommaso Chieffi äußerte sich zum Start: "Wir haben uns heute dafür entschieden, links von Alinghi zu starten, am besten leicht in Lee. Das haben wir fast optimal umgesetzt. Im Ergebnis haben wir die erste Luvtonne direkt hinter Alinghi gerundet. Das ist keine ungünstige Position."

Tommaso Chieffi betont, dass sich ORACLE BMW Racing längst nicht aufgegeben hat: "Ich glaube, wir sind von manchen Leuten bereits abgeschrieben worden. Alle Zeitungen haben gesagt, dass wir es Alinghi so leicht wie irgend möglich machen. Aber heute wird so Mancher erkannt haben, dass man uns noch nicht abschreiben sollte."
Quelle: BMW

Alinghi gewinnt knapp
Mittwoch, 15. Januar 2003, 06:37 Uhr

Mit nur einer Sekunde(!) Vorsprung konnte sich bei der dritten Wettfahrt des Filales Alinghi über die Ziellinie retten. Nachdem BMW/Oracle zischenzeitlich sogar die Führung hatte, berührte sie eine Tonne und musste einen Stafkringel drehen. Jedoch konnten sie einen Vorsprung von 30 Sekunden heraussegeln, der dann knapp für den Sieg Alinghis reichte. Wir berichten noch ausführlich im Laufe desTages.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

ORACLE BMW Racing bleibt im Louis Vuitton Cup Finale glücklos
Montag, 13. Januar 2003, 06:33 Uhr

Auch die zweite Wettfahrt zwischen ORACLE BMW Racing und Alinghi Challenge entschieden am Montag die Schweizer für sich. Skipper Chris Dickson & Co. konnten das Rennen diesmal wesentlich ausgeglichener gestalten. Doch ein Missgeschick beim ersten Runden der Leetonne kostete ORACLE BMW Racing alle Siegchancen: Alinghi kreuzte die Ziellinie mit 40 Sekunden Vorsprung und geht mit einer 2:0-Führung in die eintägige Rennpause.

Die zweite Wettfahrt, die bei idealen Rennbedingungen und Winden zwischen 11 und 15 Knoten pünktlich gestartet wurde, ähnelte zu Beginn dem Auftaktrennen – nur mit vertauschten Rollen. Am Montag steuerte Startsteuermann Peter Holmberg die USA-76 vom Startmarkenende aus in die Startbox. Und wie tags zuvor Alinghi-Skipper Russell Coutts gelang es Holmberg, nach dem Dial-up abzufallen und unter der gegnerischen Yacht zum Rennleitungsboot zu entkommen.

Dort umkreisten sich die Boote einige Male, ehe die Yachten auf Backbordbug zeitgleich und mit guter Geschwindigkeit die Startlinie trafen. Die USA-76 begann das Rennen am Bootsende, Alinghi etwa eine Bootslänge in Lee. ORACLE BMW Racing musste, ebenso wie Alinghi gestern, kurz nach dem Start aus den Abwinden der SUI-64 wegwenden. Nicht die letzte Parallele:

Eine weitere Wende später konnte Chris Dickson, der wie gewohnt das Steuer übernommen hatte, mit Wegerecht Alinghi beim ersten Aufeinandertreffen zum Wenden in Lee zwingen. Die Schweizer hatten allerdings das kleine, aber ausreichende Stück Vorsprung, das der USA-76 gestern gefehlt hatte. ORACLE BMW Racing konnte sich nicht in den Abwinden halten und musste wenden. Bis zur Luvtonne erarbeitete sich die SUI-64 dann einen Vorsprung von 26 Sekunden.

Der erste Vorwindgang sah zunächst keine der beiden Yachten im Vorteil. Entscheidendes sollte sich gegen Ende der Bahn abspielen. Zunächst entschied sich Alinghi nach vier Fünfteln der Strecke dazu, die Anliegelinie anzusteuern und auf Backbordbug zur Tonne zu segeln. Coutts & Co. erlaubten es der USA-76, in der Kursmitte zu bleiben und sehr tief zur Tonne zu segeln.

Das brachte ORACLE BMW Racing einen deutlichen Zeitgewinn, die USA-76 war der SUI-64 bedrohlich nahe gekommen. An der Leetonne aber geschah das Unglück: Der Spinnakerbaum der USA-76 brach an zwei Stellen, als der Spinnaker unter das Boot geriet. Bis die Crew die Lage wieder unter Kontrolle gebracht hatte, hatte Alinghi seinen Vorsprung von 50 auf 200 Meter vervierfacht.

Zur Hälfte des Rennens führten die Schweizer so mit 52 Sekunden, nach der zweiten Runde noch mit 31 Sekunden. Auf der letzten Runde ließ Alinghi nichts mehr anbrennen, obwohl ORACLE BMW Racing verbissen kämpfte. Die Hypothek des Missgeschicks war aber einfach zu groß. Einmal in Führung liegend ist den Schweizern äußerst schwer beizukommen.

Mit dem heute gezeigten Kämpferherz und angesichts der Tatsache, dass das zweite Rennen insgesamt deutlich enger war, als das erste, ist aber noch nichts verloren. Am Mittwoch wird ORACLE BMW Racing seine nächste Chance bekommen.
Quelle: BMW

Mike Sandersons Renntagebuch: 1. Wettfahrt
Sonntag, 12. Januar 2003, 15:56 Uhr

Großsegeltrimmer Mike Sanderson berichtet vom Final-Auftaktrennen gegen Alinghi, in dem die Schweizer den ersten Sieg einfuhren: "Für ORACLE BMW Racing war das heute ein harter Arbeitstag."

Am ersten Renntag des Louis Vuitton Cup Finales zeigte Aucklands Hauraki Gulf sich den Seglern wieder einmal von seiner anspruchvollsten und launischsten Seite. Für ORACLE BMW Racing war es ein harter Arbeitstag, da wir uns bei zwei aufeinander folgenden Winddrehern während der beiden ersten Bahnen zur falschen Zeit am falschen Ort befanden.

Wir hatten das Boot sehr gut über die Startlinie gebracht, doch dann blieb unserer Afterguard nichts anderes übrig, als Alinghi beim ersten Aufeinandertreffen zu unterwenden und dann mit anzusehen, wie unsere Gegner von einem großen Winddreher profitierten. Dadurch konnte die SUI-64 die Führung erlangen und da die beiden Boote über bemerkenswert ähnliche Bootsgeschwindigkeit verfügen, ist es entsprechend schwierig, einen Vorsprung aufzuholen.

Nach dem ersten Dreher auf der Kreuz war der nächste Windwechsel auf der Vormwindbahn zunächst auf der Seite von ORACLE BMW Racing, entschied dabei jedoch im Endeffekt das Rennen für die Schweizer. Kurz vor der Leetonne sahen die Boote sich gezwungen, ihre Genuasegel zu setzen, als der Wind nach links drehte. Da Alinghi weiter rechts und in einem kleineren Winkel zur Tonne segelte, konnten sie ihre Führung auf 1 Minute und 23 Sekunden ausbauen.

Die Teams, die beide auf höchstem Niveau segeln, leisteten hervorragende Crew-Arbeit - deshalb ist die Überholspur äußerst schwer zu finden. Im Fall der USA-76 war es wichtig, nahe genug am Gegner zu bleiben, um bei möglichen Fehlern reagieren zu können. Doch nach den ersten Winddrehern gab es für uns keinen Weg zurück ins Rennen. Der Rückstand von 1 Minute und 24 Sekunden steht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die Boote von unserer Position an Bord aus eigentlich gleich stark aussahen, so dass wir auch jederzeit gewinnen können sollten.

Als professionelles Team werden wir vor der morgigen Wettfahrt die Crew neu zusammenstellen, unsere Stärken analysieren, unsere Schwächen aufdecken und den Kampf in der Best-of-9 Serie wieder aufnehmen. In unserem Camp herrscht keine Spur von Panik.
Quelle: BMW

Stimmen zum Rennen
Montag, 13. Januar 2003, 11:43 Uhr

Über den zweiten Regattatag im Louis Vuitton Cup Finale gaben ORACLE BMW Racing Navigator Ian Burns und Alinghi Sportdirektor Jochen Schümann Auskunft.

Ian Burns schildert den kritischen Moment an der ersten Leetonne, an dem ORACLE BMW Racing mit großen Problemen zu kämpfen hatte: „Es ist ein kleiner Materialfehler aufgetreten, wodurch der Spinnakerbaum ins Wasser gefallen ist. Der Spinnaker ist dann unter das Boot geraten und hat sich am Kiel verfangen. Es war ziemlich katastrophal und hat uns 10 bis 15 Sekunden gekostet.”

Jochen Schümann äußerte sich zum Geschehen auf der ersten Kreuz, die Alinghi mit 26 Sekunden Vorsprung beendete: “Ich war mit dem Start zufrieden. Die Boote waren in etwa gleich, aber wir haben uns ORACLE BMW Racings linke Seite gesichert, die wir wollten. Wir haben zwei Winddreher gut genutzt und hatten nach der halben Bahn die Kontrolle über sie. Später mussten sie hinter uns kreuzen, und das hat viel Zeit gekostet."

Schon als die Boote enthüllt wurden, vermutete man, dass Alinghi Amwind-Vorteile haben würde, die USA-76 dafür auf dem Vormwindgang schneller sein müsste. Burns bestätigte dies: "Meiner Meinung nach ist Alinghi wahrscheinlich am Wind schneller, um vielleicht eine oder zwei Sekunden pro Meile. Wir müssten in etwa den gleichen Vorteil vor dem Wind haben. Deswegen wären wir, wenn wir getrennt um den Regattakurs fahren würden, wahrscheinlich beinahe gleich schnell. Auf den Unterschied werden wir uns in den nächsten Tagen konzentrieren und versuchen, am Wind ein bis zwei Sekunden pro Bahn herauszuholen, um die Situation etwas auszugleichen."

Dass sein Team trotz der 2:0-Führung die Serie noch längst nicht gewonnen hat, weiß Schümann: “Nervös sind wir eigentlich nicht. Ich denke ORACLE BMW Racing ist ein starkes Team und sie können das Beste aus ihrem Boot herausholen. Auf dem Regattakurs sind die Boote sehr ähnlich, es kommt nur darauf an, wer weniger Fehler macht. Das waren bis jetzt wir. Aber jeder Tag kann etwas Neues bringen."

Auch Burns hat noch längst nicht aufgegeben: "Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir es im nächsten Rennen mit den Jungs aufnehmen können. Wenn wir es schaffen, auf einer Vormwindbahn die Führung zu haben, sollten wir unseren Vorsprung ausbauen können."
Quelle: BMW

ORACLE BMW Racing verliert Auftaktrennen
Sonntag, 12. Januar 2003, 07:40 Uhr

Mit einem Tag Verspätung konnte am Sonntag das Herausfordererfinale beginnen. Bei wechselhaften Winden um 10 Knoten und gutem Wetter schien ORACLE BMW Racing kurz nach dem Start die besseren Karten zu haben. Doch schon fünf Minuten später wendete sich das Blatt, und Alinghi Challenge eroberte sich die Führung. Diese ließen sich die Schweizer nicht mehr nehmen und gingen in der „Best-of-9“-Serie mit 1:0 in Führung.

Nach 19 Tagen ohne eine einzige Wettfahrt waren die Erwartungen groß, und so viele Zuschauerboote wie noch nie beim diesjährigen Louis Vuitton Cup bildeten eine eindrucksvolle Final-Kulisse.

Die USA-76, im Vorstart wie gewohnt von Peter Holmberg gesteuert, tauchte unter der gelben Flagge vom Rennleitungsboot in die Startbox ein. Beide Yachten standen etwa eineinhalb Minuten im Wind, ehe Russell Coutts am Steuer den SUI-64 nach rechts abfiel und unter der USA-76 Kurs auf das Rennleitungsboot nahm.

Holmberg folgte zunächst, Alinghi rundete dann das Rennleitungsboot und jagte nun seinerseits die USA-76. Mittlerweile drehte der Wind nach links und die linke Kursseite schien bevorzugt zu sein. So durfte sich ORACLE BMW Racing über einen frühen Vorteil freuen, als beide Boote die Linie am Startmarkenende kreuzten. Die Yachten segelten auf Backbordbug, Holmberg in Lee. Nach wenigen Sekunden wendete die SUI-64 weg und hatte bald eine Bootslänge Rückstand.

Der aber war nicht ausreichend für ORACLE BMW Racing, die ebenfalls wendeten. Coutts ging zurück auf Backbordbug und die USA-76 hatte nicht genügen Raum, um beim Zusammentreffen der Yachten vor dem Gegner zu kreuzen. Stattdessen musste Dickson, der das Steuer übernommen hatte, die SUI-64 in Lee unterwenden.

Keine zwanzig Meter seitlich voneinander getrennt segelten die Kontrahenten einen langen Schlag nach links, auf dem Alinghi Meter um Meter gewann. Dann katapultierte ein Rechtsdreher die Schweizer in eine deutliche Führung, die an der Luvtonne satte 47 Sekunden betrug.

Auch auf der ersten Vormwindbahn erwischte Alinghi nach zwei Dritteln der Strecke den Dreher perfekt. ORACLE BMW Racing war da über die Anliegelinie auf der rechten Kursseite hinaus gesegelt und hatte zunächst deutlich aufgeholt, ehe der angesprochene Dreher Alinghi doch noch Recht gab und eine 1:23-Minuten-Führung nach der ersten Runde bescherte.

Den Rest des Rennens konnte sich eine blitzsauber segelnde Alinghi-Crew darauf beschränken, akkurat abzudecken und den Vorsprung ins Ziel zu bringen (1:24 Minuten). Noch müssen die Schweizer aber vier Wettfahrten gewinnen, um ins America’s Cup Finale gegen Team New Zealand einzuziehen. Schon am morgigen Montag kann ORACLE BMW Racing mit einem Erfolg im zweiten Aufeinandertreffen die Serie ausgleichen.

“Alinghi hat ein kontrolliertes Rennen gesegelt und uns keine Gelegenheiten gegeben. Wir haben zwischendurch gute Bootsgeschwindigkeit gezeigt und müssen es morgen einfach besser machen", so ORACLE BMW Racing Skipper Chris Dickson.
Der Wetterbericht für morgen, Mo., 13.1.: 5 - 15 Kn Wind aus SE bis ESE.
Quelle: BMW

Auftaktrennen abgesagt
Samstag, 11. Januar 2003, 00:31 Uhr

Wegen Starkwind (um 30 Knoten) musste die erste Finalwettfahrt zwischen ORACLE BMW Racing und Alinghi Challenge bereits am Vormittag abgesagt und auf Sonntag verschoben werden.
Wettervorhersage für Sonntag:
Der Wind soll über Nacht langsam abflauen. Es gibt damit eine Chance, dass die Final-Serie mit einem Tag Verspätung am 12. Januar beginnen kann.
Nach der Vorhersage wird den Wind über Nacht langsam abnehmen, denn ein Tiefdruckgebiet über dem Nordwesten Neuseelands schwächt sich langsam ab. Das könnte aber so geschehen, dass der Wind auch am Sonntag über dem Limit liegen könnte. Trotzdem werden Winde zwischen 12 und 17 Knoten vorhergesagt, ebenso wie Bewölkung und vereinzelte Schauer. (Diese Schauer könnten den Wind über das Limit anwachsen lassen.) Die See wird wahrscheinlich unruhig sein, nachdem einige Tage lang starker Wind aus Nordost wehte.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Crewliste und Wetterbericht für den 11. Januar
Freitag, 10. Januar 2003, 22:00 Uhr

Ein Überblick über das Wetter und die Segler, die am Samstag in der ersten Finalwettfahrt zwischen ORACLE BMW Racing und Alinghi Challenge an Bord der USA-76 sein werden.

Bow:Geordie Shaver
Mid Bow Grind:Bill Bates
Mast/Grind:David Brooke
Pit:Matt Smith
Starboard Grinder:Mark McTeigue
Port Grinder:Matt Welling
Mid Grinder:Brian McInnes
Spinnaker Trim/Grind:Robbie Naismith
Genoa Trim:Bob Wylie
Traveller Tactics:Cameron Dunn
MainTrim:Mike Sanderson
Aft Grind:Eric Doyle
Afterguard:Tommaso Chieffi
Afterguard:Ian Burns
Afterguard:Peter Holmberg
Skipper:Chris Dickson

Wetterbericht für Samstag, den 11. Januar

Wind: Aus Nordost, 30 Knoten mit Böen bis zu 40 Knoten, am Nachmittag auf 25 Knoten mit Böen bis zu 35 Knoten abflauend. Wellenhöhe um die drei Meter, ebenfalls abnehmend. Schlechte Sicht, Regen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Wettfahrt gestartet wird.
Quelle: BMW

ORACLE BMW Racing vor der vorletzten Hürde
Freitag, 10. Januar 2003, 17:37 Uhr

Es sind nur noch wenige Stunden, ehe das Finale des Louis Vuitton Cup gestartet wird. Gesucht wird der Herausforderer für Team New Zealand: ORACLE BMW Racing oder Alinghi Challenge, wer wird diesmal das Duell der beiden besten Herausforderer gewinnen?

Blickt man auf die bisherigen Ergebnisse beim Louis Vuitton Cup 2002/03, dann scheint die Antwort auf diese Frage relativ einfach: Alinghi ist der klare Favorit, spätestens nach dem direkten Aufeinandertreffen im Halbfinale, das die Schweizer 4:0 gewonnen hatten. Zuvor war die Bilanz noch ausgeglichen. In den Round Robins gewannen beide Syndikate jeweils ein Rennen. Allerdings gehört es zu den – im professionellen Sport vielleicht einmaligen - Eigenheiten des America's Cup, dass Ergebnisse, die nur wenige Wochen alt sind, kaum mehr etwas wert sind. Zu groß sind die Möglichkeiten, die Performance des Segelteams und vor allem der Boote zu verbessern. Und dass ORACLE BMW Racing bereits innerhalb weniger Tage bis zum Halbfinal-Hoffnungslauf gegen OneWorld Challenge (4:0) große Fortschritte gemacht hat, ist in der Fachwelt unumstritten.

ORACLE BMW Racing Afterguard-Mitglied Ian Burns stieß nach dem Hoffnungslauf in das selbe Horn: "Die Papierform spricht für Alinghi, die uns einige Male geschlagen haben. Aber der Umstand, dass sich wahrscheinlich kein Herausforderer im Verlauf der Regatta so stark verbessert hat, wie wir, gibt uns Selbstvertrauen. Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass wir sogar einen Level erreichen, auf dem wir Alinghi auf Augenhöhe begegnen."

Das wissen auch die Schweizer. Auf die leichte Schulter nimmt ORACLE BMW Racing dort niemand. Skipper Russell Coutts, zweifacher America's-Cup-Gewinner, sagt: Wir wissen, dass es nicht einfach für uns werden wird und dass diese Rennen gegen ORACLE BMW Racing sich sehr von den vorherigen unterscheiden werden. Sie werden auf alle Fälle schneller sein."

Und auch Alinghi-Sportdirektor Jochen Schümann lässt sich nicht blenden. "Das 4:0 aus dem Halbfinale gegen ORACLE BMW Racing sah zwar gut aus, doch es spiegelte bei weitem nicht wieder, wie dicht das Leistungsvermögen eigentlich zusammen lag."

Dass es trotzdem eine so klare Angelegenheit wurde, lag vor allem daran, dass die Alinghi-Crew präzise wie ein Schweizer Uhrwerk segelte, während ORACLE BMW Racing mit seinen Aktionen nicht durchgehend glücklich lag. Doch auch das sah bereits im Hoffnungslauf gegen OneWorld völlig anders aus. Es war das Team aus Seattle, dass Fehler machte, während ORACLE BMW Racing vier Rennen lang mit beeindruckender Strategie unterwegs war.

ORACLE BMW Racing Skipper Chris Dickson schätzt die Lage denn auch so ein: „Gegen OneWorld haben wir teilweise wegen unserer Stärken dominiert – teilweise aber auch wegen ihrer Schwäche. Um Alinghi zu schlagen, müssen wir einzig und allein auf unsere Stärken bauen. Wir können nicht auf Fehler von Alinghi warten. Ich bin mir sicher, dass Alinghi keine Fehler machen wird. Ich glaube nicht, dass sie überhaupt irgendwelche Schwächen haben."

ORACLE BMW Racing muss also gerüstet sein. Dass das der Fall ist, daran glaubt Dickson fest: "Wir haben einen Schritt nach vorn gemacht. Wir haben an unseren Schwächen gearbeitet, wir sind daran gewachsen und haben uns weiter entwickelt. Und unsere Boote sind schneller geworden.“

Was für ORACLE BMW Racing gilt, gilt allerdings selbstverständlich auch für den Finalgegner. Nochmal Chris Dickson: "Wenn Alinghi jetzt noch da stehen würde, wo sie vor einem Monat waren, würde ich mein Geld auf ein 5:0 für ORACLE BMW Racing wetten. Aber diesen Gefallen werden sie uns nicht tun." Und so wird sich ab Samstag zeigen müssen, wer wirklich wo steht. Spannung ist garantiert.
Quelle: BMW

Louis Vuitton Cup Finale: Pressekonferenz der Skipper
Freitag, 10. Januar 2003, 17:34 Uhr

Am Tag vor dem ersten Rennen blickten ORACLE BMW Racing Skipper Chris Dickson und Alinghi Skipper Russell Coutts auf das Finale voraus. Jury-Vorsitzender Bryan Willis äußerte sich zu den Schiedsrichtern an Bord.

Die Skipper über ihren Gegner:
Russell Coutts: "Wir haben großen Respekt für ihr Team, sei es das Segel-Team oder die Designer. Jedermann weiß, dass sie sehr gut sind, das respektieren wir. Wir glauben, dass sie viele Fortschritte gemacht haben und wir gehen dieses Mal von einem harten Kampf aus."

Chris Dickson: "Wir wissen, dass Alinghi ein sehr starkes Team ist. Wir wissen, dass sie die Favoriten sind, schließlich haben sie uns öfter geschlagen, als wir sie. Also müssen wir mit aller Macht versuchen, den Spieß umzudrehen. Wir sind dazu bereit und werden sie hart attackieren."

Die Skipper über die gegnerische Yacht:
Russell Coutts: "ORACLE BMW Racings USA-76 sieht nicht viel anders aus, als wir das erwartet haben. Ich denke, die Yacht sieht verdammt gut aus, sehr akkurat bis ins Detail. Genau wie man es von diesem Design-Team erwarten durfte, beruht das Boot auf einigen guten Konzepten. Es war schon beeindruckend."

Chris Dickson: "Nun, da wir das gesamte Alinghi-Boot gesehen haben, können wir uns erklären, von welchen Bereichen ihre Geschwindigkeit herrührt – und welche Bereiche einen Geschwindigkeitsverlust hervorrufen könnten. Alinghi hat ein sehr gutes Allround-Boot. Sie haben allem Anschein nach gute Arbeit geleistet, um ein in allen Bedingungen starkes Boot zu bauen."

Die Skipper über ihr Gegenüber:
Russell Coutts: "Chris ist ein sehr zielstrebiger Segler und er hat sein Können über Jahre unter Beweis gestellt. Er hat viel bewirkt, seit er bei ORACLE BMW Racing ist. Ich glaube nicht, dass das irgendjemand ernsthaft bestreiten kann. Er ist ein begabter Segler und ich habe Achtung vor ihm."

Chris Dickson: "Russell und Co. haben die letzten beiden America’s Cups gewonnen, sie haben bei dieser Regatta die Vorrunde gewonnen, sie haben das Halbfinale ohne Niederlage gewonnen, ebenso das Viertelfinale. Wir haben enormen Respekt vor Russell und dem Team Alinghi – und das mit gutem Grund. Wir machen uns keine Illusionen darüber, gegen wen wir da antreten müssen. Ich achte Russell sehr."

Chris Dickson über den Startsteuermann von ORACLE BMW Racing im Auftaktrennen: "Peter Holmberg wird das Boot starten."

Bryan Willis über die Beobachter an Bord:
"Je ein Beobachter an Bord, der zum Schiedsrichterteam gehört, wird sich hinten auf den Yachten befinden. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, festzulegen, wann eine Überlappung hergestellt oder aufgehoben ist, und diese Information über Funk an die Skipper weiterzugeben. So wissen die Skipper zum selben Zeitpunkt wie die Schiedsrichter, wenn eine Überlappung etabliert oder aufgelöst wird. Zudem sollen bestimmte Informationen von den Schiedsrichtern an die Afterguard weiter gegeben werden, so zum Beispiel, dass eine Wende abgeschlossen wurde."

"Die Teams haben sich dieses System gewünscht. Wir freuen uns, diesen Service liefern zu können."

"Wir haben einen Pool von fünf Schiedsrichtern. Ich werde alle fünf auf der Position des Beobachters auf beiden Booten rotieren lassen. Dazu gibt es noch die beiden Positionen auf dem Schiedsrichterboot und die Position im Schlauchboot. Also werden alle fünf Schiedsrichter auf allen fünf Positionen rotieren."
Quelle: BMW

ORACLE BMW Racing nutzt BMW-Formel 1-Technologie
Donnerstag, 09. Januar 2003, 07:52 Uhr

America's Cup und die Formel 1: In den Königsklassen des Segelns und des Motorsports operiert BMW erfolgreich. Innovationsfähigkeit, technologisches Know-how und Erfahrungsschatz aus der Formel 1 überträgt BMW auf ORACLE BMW Racing. Jüngster Transfer: Ein Mikrodisplay-System für die Segler.

Es handelt sich dabei um ein Miniature Head-Up-Display, das Renninformationen in Echtzeit direkt und drahtlos in die Sonnenbrillen der einzelnen Segler auf dem Boot übermittelt. Ursprünglich wurde die Technologie für den Formel 1-Helm von Ralf Schumacher entwickelt. Der Pilot des BMWWilliamsF1 Team wird das System in der kommenden Formel-1-Saison einsetzen.

Verantwortlich für die Entwicklung ist das BMW Technology Office USA in Palo Alto, Kalifornien, das ORACLE BMW Racing in Auckland mit fünf Ingenieuren bei der Mission America's Cup unterstützt. Unter anderem wurden an den Rennyachten Spannungs- und Festigkeitstest durchgeführt, es wird an der Ergonomie der Grindern gefeilt und eben das "Heads-Up-Display" wurde entwickelt.

Mit der direkten Daten-Projektion über des Rennverhaltens des Bootes sind die ORACLE BMW Racing Segler besser in der Lage, sich auf ihre Aufgaben zu konzentrieren, ohne die herkömmlichen Anzeigen im Blick behalten zu müssen. Eine Onboard-Schnittstelle liefert Informationen über das Telemetrie-System und sendet diese individuell zugeschnittenen Daten an die Sonnenbrillen der Segler. Schneller und genauer Zugriff auf diese Informationen verbessern die Performance.

Eric Doyle, Mitglied der Afterguard, der das System in den Halbfinal-Hoffnungsläufen getestet hatte, war begeistert. "Ich stehe ganz hinten im Boot und habe manchmal Schwierigkeiten, die Instrumente zu sehen. Anstatt die anderen Segler aus dem Weg bitten zu müssen, habe ich nun diesen winzigen Bildschirm. Damit muss ich mich nicht mehr immer drehen und wenden, um die Instrumente abzulesen", so der Starboot-Weltmeister von 1999.

Doyle ist vom System ebenso angetan, wie von der Arbeit der Ingenieure "Das BMW-Team setzte das gesamte Projekt von der Konzeption bis hin zum funktionierenden System in nur knapp drei Wochen um. Die Ingenieure von BMW haben ihre Aufgabe mit Bravour erledigt.“

Die drahtlose Verbindung wurde so designt, dass sie nur auf dem Segelboot funktioniert. Dem Reglement entsprechend ist es also unmöglich, Daten von außerhalb des Bootes an die Empfänger in den Sonnenbrillen zu senden. Diese hat TAG HEUER, Sponsor des ORACLE BMW Racing Teams, zur Verfügung gestellt. BMW modifizierte eigens für das neue System "TAG Sport Vision" Sonnenbrillen.

ORACLE BMW Racing Steuermann Peter Holmberg lobt die Erfindung ebenfalls: „BMW und ORACLE stehen an der Spitze im modernen High-Tech-Bereich mit der besten Qualität und den innovativsten Lösungen. Das Head-Up-Display System bringt die Informationstechnologie im Segelbereich ein Stück weiter in das 21. Jahrhundert."

Wenige Tage vor dem Louis Vuitton Cup Finale, dem vorletzten Schritt zur begehrtesten Segel-Trophäe der Welt, ist der Match Racing Weltmeister überzeugt: "Diese Innovation wird unser ORACLE BMW Racing Team auf seiner Jagd nach dem America´s Cup 2003 unterstützen."
Quelle: BMW

Herausforderer-Finale ohne "Falschen Rumpf"
Dienstag, 07. Januar 2003, 17:18 Uhr

Am 7. Januar sind die Röcke gefallen, und nun ist es sicher: Trotz anders lautender Spekulationen setzen weder ORACLE BMW Racing noch Alinghi Challenge auf einen "Falschen Rumpf".

ORACLE BMW Racing enthüllte das Boot um 11 Uhr (NZDT), zwei Stunden nachdem auch Alinghi Challenge der Öffentlichkeit den Kiel der SUI-64 präsentiert hatte. Die beiden Louis-Vuitton-Cup-Finalisten setzen auf konventionelle Designs.

Augenscheinlichster Unterschied zwischen den beiden Yachten sind die Flügel am Kiel. ORACLE BMW Racing hat die Flügel am hinteren Ende der Kielbombe angebracht, Alinghi in der Mitte.

Diesem Unterschied misst Bruce Farr, Chef-Designer bei ORACLE BMW Racing, allerdings keine besondere Bedeutung zu: "Die Position der Flügel ist kein entscheidender Faktor für die Performance eines Bootes."

Der Neuseeländer ist davon überzeugt, dass ORACLE BMW Racing das Finale gewinnen kann: "Wir haben in den letzten Monaten extrem hart gearbeitet und in allen Bereichen Fortschritte gemacht."

Trotz der 0:4-Niederlage im Halbfinale gegen Alinghi ist Farr nicht der einzige, der vom Potenzial des Teams und der der USA-76 überzeugt ist.

So sagte Peter Lester, Kommentator des neuseeländischen Fernsehsenders "TVOne", nach dem Finaleinzug von ORACLE BMW Racing: „ORACLE BMW Racing hat seine Leistung seit Round Robin 1 extrem gesteigert, sowohl während der Rennen, als auch in der Entwicklung des Boots. Die Arbeit ihres Design-Teams war hervorragend. Denn diese umfangreichen Änderungen müssen von langer Hand geplant gewesen sein. Solche Ergebnisse erzielt man nicht von einem Tag auf den anderen.”

Die "Best-of-9"-Finalserie startet am Samstag. ORACLE BMW Racing hat alles getan, um bestens vorbereitet zu sein.
Quelle: BMW

"Tag der Enthüllungen"
Sonntag, 05. Januar 2003, 18:19 Uhr

Der kommende Dienstag, der 7. Januar, wird mit großer Spannung erwartet. Die beiden Finalisten der Herausfordererrunde und Team New Zealand müssen ihre Yachten enthüllen

ORACLE BMW Racing und Alinghi Challenge haben dann bereits bekannt gegeben, mit welchen ihrer beiden Boote sie ab dem 11. Januar das Finale um den Louis Vuitton Cup bestreiten werden. Diese Entscheidung muss bis Montag, 13 Uhr (NZDT) offiziell mitgeteilt werden und ist wichtiger als vor allen bisherigen Runden.

Denn der Sieger muss mit dem selbem Boot auch im America's Cup Finale gegen Team New Zealand segeln. Beide Herausforderer haben in der Regatta bislang sämtliche Rennen mit jeweils der immergleichen Yacht bestritten: ORACLE BMW Racing mit der USA-76, die Schweizer mit der SUI-64.

Im Falle vom America's Cup Titelverteidiger Team New Zealand besagt das Reglement lediglich, dass das Syndikat das Boot enthüllen muss, auf dem es das Finale segeln will. Dies lässt die Möglichkeit zu, beide Yachten (NZL-81 und NZL-82) zu enthüllen und die Entscheidung damit erst später treffen zu müssen. Dass die Neuseeländer diese Option wahrnehmen, ist mehr als wahrscheinlich.

Gleichzeitig werden am Dienstag auch die Team Bases für die Öffentlichkeit geöffnet. Den Auftakt macht Alinghi (Base ab 8.30 Uhr geöffnet, Kiel-Enthüllung um 9 Uhr). Dann folgt ORACLE BMW Racing (Kiel Enthüllung um 11 Uhr, Base ab 11.30 Uhr geöffnet). Um 12.30 Uhr schließlich öffnet Team New Zealand die Türen.

Mit der größten Spannung dürfte die Antwort auf die Frage erwartet werden, ob und welche neuartigen Anhänge die Teams am Rumpf angebracht haben. In den letzten Wochen wurde heiß über die Möglichkeit diskutiert, mit einem Anhang (einer Art zweiter Rumpfschale) am Heck die effektive Wasserlinie zu verlängern.

ORACLE BMW Racing und Alinghi müssen ihre Boote bis zur letzten Wettfahrt des Louis Vuitton Cup Finals unverhüllt lassen. Dann fällt der Vorhang wieder – ehe der Herausforderer am 11. Februar vor dem großen Finale gegen Team New Zealand erneut die Karten auf den Tisch legen muss.
Quelle: BMW

ORACLE BMW Racing freut sich auf das Finale
Montag, 30. Dezember 2002, 19:12 Uhr

Nachdem ORACLE BMW Racing im Halbfinal-Hoffnungslauf stark verbesserte Bootgeschwindigkeit und ausgezeichnete Crew-Arbeit demonstrierte, rechnet sich das Team gegen den Final-Favoriten Alinghi nun wieder etwas aus.

Der Startschuss zum Finale um den Louis Vuitton Cup fällt am 11. Januar 2003. Dann liegen 102 erlebnisreiche Tage seit der ersten Wettfahrt Anfang Oktober hinter den Kontrahenten.

Mit dem Schweizer Syndikat Alinghi, als Topfavorit gehandelt, und Cup-Neuling ORACLE BMW Racing haben sich die stärksten Crews durchgesetzt. Der Sieger dieses Duells, das im Modus "Best-of-9" ausgetragen wird, fordert im Frühjahr in Auckland America’s Cup Titelverteidiger Team Neuseeland heraus.

Der eindrucksvolle Auftritt im zurückliegenden Halbfinal-Hoffnungslauf, in dem OneWorld Challenge für alle Experten unerwartet mit 4:0 besiegt werden konnte, nährt die Hoffnungen, den Favoriten Alinghi zu schlagen.

„Alinghi hat sicherlich gute Chancen, das Louis Vuitton Cup Finale zu gewinnen. Wir haben allerdings aus der Niederlage gegen die Schweizer im Halbfinale gelernt. Die Öffentlichkeit darf sich auf einen spannenden Wettkampf zweier erstklassiger Teams freuen“, verkündete Ian Burns, ORACLE BMW Racing Afterguard.

Ob Sieg oder Niederlage – die Bilanz von BMW-Seite ist schon vor dem Cup-Finale eine positive. „Wir sind als Debütant gestartet. Jetzt stehen wir im Finale dieses hochkarätigen Wettbewerbs. Das gesamte Team hat eine phänomenale Leistung erbracht und es sich verdient, auch in den entscheidenden Rennen mit von der Partie zu sein“, so Karl-Heinz Kalbfell, Leiter Marketing der BMW Group.
Quelle: BMW

ORACLE BMW Racing ist im Finale
Montag, 23. Dezember 2002, 07:52 Uhr

Bei der ersten America's-Cup-Teilnahme hat ORACLE BMW Racing gleich das Finale der Herausfordererrunde erreicht. Am Montag gelang dem Team in der vierten Wettfahrt der Hoffnungsrunde gegen OneWorld Challenge der vierte Sieg. Im rein amerikanischen Duell konnte ORACLE BMW Racing den 4:0-Erfolg aus dem Viertelfinale wiederholen. Das in San Francisco beheimatete Syndikat trifft nun im Finale ab dem 11. Januar auf Alinghi Challenge.

Der Vorsprung im Ziel von 1:04 Minuten lässt ebenso wenig erahnen, welch dramatisches und hochklassigen Rennen sich die beiden Teams geliefert hatten, noch deutet er darauf hin, dass OneWorld zwischenzeitlich wie der sichere Sieger ausgesehen hatte. Doch das Blatt hatte sich auf der zweiten Vormwindbahn gewendet, in deren Verlauf ORACLE BMW Racing fast eineinhalb Minuten gut machen konnte.

Aber der Reihe nach: Nach zuletzt furiosen Vorstartduellen zwischen ORACLE BMW Racings Steuermann Peter Holmberg und OneWorlds James Spithill ging es am Montag vergleichsweise ruhig zu. Die Vorstartmanöver resultierten in einem Start auf unterschiedlichem Bug: Die USA-76 auf Steuerbordbug und am Rennleitungsboot, OneWorld an der Startmarke und auf Backbordbug.

Spithill, der gestern zu früh über die Linie gesegelt war und so wichtige Zeit verloren hatte, hat diesen Fehler offenbar gut weggesteckt. Mit großem Risiko traf er die Linie heute genau mit dem Startschuss und erarbeitete sich so den frühen Vorteil.

Die eigenwilligen und wieder sehr wechselhaften Südwestwinde auf dem Hauraki Gulf stellten die Teams erneut auf eine harte Probe. Das Team, das anfangs besser damit zurechtzukommen schien, war OneWorld: 59 Sekunden betrug die Führung der USA-67 nach der ersten Kreuz. Erstmals in der Hoffnungsrunde konnte OneWorld eine Tonne in Führung liegend runden.

Mit einem zusätzlich gesetzten Stagsegel gelang es ORACLE BMW Racing, den Rückstand bis zur Leetonne auf 28 Sekunden zu reduzieren. Die Freude an Bord der USA-76 währte allerdings nicht lange, den erneut fing OneWorld die Winddreher gut auf und führte zur Hälfte der Wettfahrt wieder mit 48 Sekunden.

Der Wind war nach links gedreht und so halste die USA-67 bei der Rundung der Luvtonne und wählte die vermeintlich bessere linke Kursseite. ORACLE BMW Racing Skipper Chris Dickson und die Afterguard hatten aber das bessere Näschen. Sie entschieden sich für die rechte Kursseite, binnen weniger Minuten lag mehr als ein Kilometer zwischen den Yachten. Über diese Entfernung musste die OneWorld-Crew mit ansehen, wie ORACLE BMW Racing mit deutlich mehr Druck in den Segeln aus 200 Metern Rückstand 180 Meter Vorsprung machte.

Der rennentscheidende Schachzug war geglückt. Einmal in Führung lies ORACLE BMW Racing den Gegner nicht mehr vom Haken und deckte fortan mit aller Konsequenz ab. OneWorld war geschlagen und verlor auf der letzten Runde nur noch mehr an Boden.

Mit dem klaren 4:0-Erfolg hat ORACLE BMW Racing die rennfreien Tage zwischen Halbfinale und Hoffnungsrunde, sowie die Hoffnungsläufe selbst in nur eine Woche hinter sich gebracht. Gegenüber Finalgegner Alinghi hat das Team damit lediglich das Minimum von sieben Tagen Vorbereitungszeit verloren. Ein weiterer positiver Aspekt einer großartigen Leistung von ORACLE BMW Racing.
Quelle: BMW

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